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Editorial 05/2017

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Mai-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Ja, es ist schon ein Dilemma mit Amazon und dem Online-Handel. Das Thema ist nicht neu und im Grunde ist auch alles dazu gesagt. Die kleinen Läden an der Ecke haben zu leiden und mit ihnen unsere Lebensqualität als flanierund stöberwillige Stadtbewohner, als Freunde des schnellen Einkaufs, als Kunden, die sich gern in ausgewählten Geschäften von wissendem Personal beraten lassen – und nicht zuletzt als Bürger, die direkt von den in ihrer Kommune gezahlten Steuern profitieren. All dies bieten Amazon & Co. nämlich nicht – ganz im Gegenteil, sie graben dem haptischen, direkt sozialen Einkauf das Wasser ab. So ist das eben mit der Marktwirtschaft. Wer das bessere Angebot macht, gewinnt. Die Verantwortung liegt hier aber beim Konsumenten, er muss sich fragen, was wirklich das bessere Angebot ist und ob er sein Geld nicht doch lieber zum kleinen Buchhändler zwei Straßen weiter trägt – wenn es den überhaupt noch gibt.

Denn selbst wenn sich – wie in Leipzig – ein riesiges Amazon-Versandlager ansiedelt, Steuern fließen kaum zurück, die Gewinne werden nämlich in Luxemburg abgerechnet. Bleiben noch die Arbeitsplätze, knapp 2.000 sind es im Leipziger Lager. Doch selbst hier liegt einiges ziemlich im Argen, auch das ist keine neue Nachricht. Seit Jahren schon demonstrieren und streiken die Amazon-Mitarbeiter – wofür und warum, das haben sich die kreuzer-Reporter Juliane Streich und Tobias Prüwer für unsere Titelgeschichte angeschaut. Zumindest dies ist eine kleine, gute Nachricht: Der Streik scheint wenigstens ein bisschen zu bewegen im Sinne der Arbeiterinnen und Arbeiter bei Amazon Leipzig. Der Anfangslohn stieg von 7,76 auf 10,30 Euro brutto und es gibt eine Weihnachtszulage. Da kann man nur hoffen, dass die Moneten nicht gleichwieder auf der Website des Online-Händlers ausgegeben werden.

Und damit es Ihnen nicht langweilig wird im properen Wonnemonat Mai, haben wir so einiges herausgefunden und aufgeschrieben – und zwar so viel, dass der kreuzer wieder in Überlänge erscheint, mit 124 statt der üblichen 116 Seiten: Im Politikteil gehts um wackere Flüchtlingshelfer in Merseburg und den Linken-Kandidaten Sören Pellmann, im Magazin haben wir eine spannende Story über das Katz-und-Maus-Spiel von Graffitimalern und Graffitiwegputzern, außerdem ein kluges Interview mit dem klugen Bibliothekschef Ulrich Johannes Schneider. Anschließend folgen massenhaft ausgesuchte Kulturempfehlungen – und die vermutlich längste kreuzer-Ausflugs- und Draußenwasmach-Strecke aller Zeiten in den Ressorts Ausflug & Reise und Spezial. Machen Sie was draus, draußen!

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, sagt sich mal wieder der kreuzer und macht Schluss mit seinem Hauptquartier in der Büttnerstraße. Wir ziehen nämlich um. Unsere neue Adresse lautet: Kreuzstraße 12 in 04103 Leipzig. Ja, Sie lesen richtig: kreuzer in der Kreuzstraße, lustig, nicht? Fanpost bitte in Zukunft dementsprechend adressieren und Ihre Abobestellzettel natürlich auch. Denn so ein Abo lohnt sich, auch für Sie – ganz im Sinne der Marktwirtschaft.

Einen schönen Frühling wünscht

ANDREAS RAABE

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

Hier können Sie ein paar Blicke ins Heft werfen. Und hier gibt’s den kreuzer als ePaper.

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