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Von Allzunah nach Großheringen

Der Ilmtalradweg führt entlang großer Namen, kleiner Handwerksbetriebe und durch vielgestaltige Natur

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Der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, zeichnete den Ilmtalradweg schon mehrfach aus. Der Interessenverband lobt die Vielfalt der Strecke und ein kleineres Bündel weiterer Merkmale, die insgesamt dafür sorgen, dass es Spaß macht, am Ufer der Ilm von ihrer Quelle bis zur Mündung in die Saale entlangzufahren.

Allzunah heißt der Ort im Thüringer Wald, in dem die Ilm entspringt. Danach ist viel Goethe. Da ist des Dichterfürsten Haus in Stützerbach, das Ilmenauer Goethe-Stadtmuseum im Amtshaus versorgt mit Informationen wie Spekulationen über das geheimratliche Leben und Wirken, in Weimar haben seine Füße – und nicht nur die – wohl jeden Pflasterstein berührt. Auf dem Kickelhahn bei Ilmenau steht ein Goethehäuschen, das mit »Wandrers Nachtlied« in 15 Sprachen ausgestattet ist. Den Anstoß dafür gab Goethe selbst mit seiner Kritzelei in die Wand einer Vorgängerhütte auf dem Ilmenauer Hausberg. In den Berg führt das Schaubergwerk »Volle Rose« im Schortetal bei Ilmenau. Auf den Spuren weiterer berühmter Männer kommt der Radler später auf der Reise zum Wielandgut in Oßmannstedt, einem barocken Gutshaus, in dessen Park direkt an der Ilm selbiger, seine Frau Anna Dorothea und Sophie Brentano begraben liegen. Im Ort wurde der Grundstein für den heutigen deutschen Imkerbund gelegt und für das deutsche Bienenmuseum, das sich samt Hofladen im Weimarer Ortsteil Oberweimar befindet.

Die Ilm mag nur ein kleines Flüsschen sein, aber sie kann durchaus Tempo draufkriegen. Deshalb gibt es an ihren Ufern neben Burgen, Schlössern, Kirchen und Parks auch Mühlen. Eine davon ist die Senfmühle in Kleinhettstedt. Gleich zwei Burgen hat die Stadt Kranichfeld im südlichen Weimarer Land. In den Thüringer Dorfkirchen fand unter anderem der Künstler Lyonel Feininger interessante Objekte, deshalb tangiert der Weg den Feininger-Radweg. Eher praktischer Ausrichtung ist die kleinste noch aktive Brauerei Thüringens, die Museumsbrauerei in Singen mit ihrem lauschigen Biergarten. Gegen Ende passiert der Weg die historische Ölmühle in Eberstedt, bevor die Weinberge um Bad Sulza und die Saale erreicht sind. Wer durch Weimar nur schnell durchgefahren ist, findet hier das goethesche Gartenhaus aus dem Ilmpark noch einmal vor. Die 125 Kilometer und 635 Höhenmeter entlang der Ilm lassen sich freilich nicht an einem Stück abreißen – die Empfehlung lautet, die Strecke in drei Etappen einzuteilen.

http://www.ilmtal-radweg.de

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