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Böse Sieben am Süßen See

Ein Tag in Eisleben

Bilck auf den Marktplatz Größeres Bild

Von Halle aus ist es bis nach Eisleben nur noch ein Katzensprung. Zum Beispiel der Zug ist in einer dreiviertel Stunde dort im Mansfelder Land. Das ist die Ecke des einstigen Kupferschieferbergbaus, in der gefühlt jeder zweite Ort auf -leben endet. Das beschauliche Städtchen Eisleben hat eine mehr als 1.000 Jahre alte Geschichte, Ereignisse vor ungefähr 500 Jahren sorgen für einen stetigen Zustrom an Touristen.

Einer der Kupferstecher war nämlich der Hüttenmeister Hans Luder. Ihm und seiner Frau Margarethe hat es die Stadt zu verdanken, dass Besucher Luthers Geburtshaus besichtigen können. Das Haus ist längst nicht mehr original. Auch das Sterbehaus Luthers steht in der Stadt. Das ist gar nicht das Haus, in dem der große Martin starb, was aber erst rauskam, nachdem der Preußenkönig Wilhelm I. das Gebäude erworben hatte, um zu verhindern, dass es ein Katholik kaufte. Die Unesco störte sich nicht an der Verwechslung, als sie die beiden Gebäude zusammen mit anderen 1996 zum Weltkulturerbe erklärte. Die eher unprotestantische Sitte der Lutherglorifizierung sorgte dafür, dass Besucher sich vom Sterbebett kleine Holzspäne gegen Zahnschmerzen mitnahmen. Es wurde deshalb im 18. Jahrhundert verbrannt. Per Denkmal macht Eisleben auf einen weiteren großen Sohn aufmerksam. Das ist Friedrich König, der Erfinder der Buchdruckschnellpresse.

Draußen: Kleine Gässchen führen durch die Stadt und an Plätzen und Kirchen entlang. Am Markt stehen ein schmuckes Rathaus und schicke Bürgerhäuser. Durch die Stadt fließt unter anderem die Böse Sieben, die den nahe der Stadt gelegenen Süßen See speist. Der ist aber nicht süß, sondern salzig, weil sein Wasser Steinsalze im Untergrund ausgelaugt hat. Zum See gehört ein Campingplatz, an seinem Ufer liegt die Mansfelder Weinstraße. Die Eisleber Wiese im September – immerhin fast ein halbes Jahrtausend alt – wurde auch schon »Oktoberfest des Ostens« genannt.

Drinnen: Die Ausstellung im Geburtshaus Luthers befasst sich mit Lebensalltag und Spiritualität im ausgehenden Mittelalter. Im Zisterzienserkloster Helfta betätigte sich im 12. Jahrhundert die Mystikerin Gertrud. Das Helftaer Orts- und Ordensmuseum geht bis in die Steinzeit zurück und erzählt auch ein bisschen Heimatkunde.

Mit Kindern: Im Kulturwerk MSH stehen Kinderliteratur, Märchenspiele oder junges Musiktheater im Programm.

Am Abend: Das Kulturwerk MSH bringt vor allem Schauspiel, außerdem Musiktheater, Lesungen und Kabarett auf die Bühne. Beliebt ist der Theatersommer.

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