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Planet der Waffen

Die Kinostarts im Überblick und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht

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Am Cospudener See liegen und etwas über Klimawandel lernen? Eine Auseinandersetzung mit den Problemen der indigenen Bevölkerung Argentiniens beim Picknick im Clara-Park? Das globalisierungskritische Festival »GlobaLE«, organisiert vom politischen Netzwerk »attac«, bringt in diesem Jahr bereits zum 13. Mal Dokumentationen der Auswirkungen globaler Ökonomie und Filme über den Widerstand gegen Ausbeutung und Ausgrenzungen in die Stadt. Das Programm ist vielfältig. Es geht um Gentrifizierung und Klimawandel, Kapitalismus und die Machenschaften der Rüstungsindustrie. Die Filmvorführungen bleiben absichtlich nicht nur auf einen Stadtteil begrenzt, wie Mike Nagler, einer der Organisatoren des Festivals erzählt: »Würden wir zum Beispiel nur Filme im UT Connewitz zeigen, kämen vermutlich vor allem die Leute, die sich vorher schon mit dem Thema Globalisierung beschäftigt haben. Daher zeigen wir unser Programm an ganz verschiedenen öffentlichen Orten in Leipzig, um möglichst viele Menschen zu erreichen.« Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei. Das Programm bis Mittwoch findet ihr unten, mehr auf www.globale-leipzig.de HANNE BIERMANN

»globaLE Leipzig«: 4.8. – 15.11., verschiedene Orte

Film der Woche: 1963 erschien der Roman »Planet der Affen« von Pierre Boulle, dem eine fünfteilige Filmreihe folgte. Vor sechs Jahren kam mit »Planet der Affen – Prevolution« der erste Teil einer Vorgeschichte des Klassikers von 1968 in die Kinos. Andy Serkis verkörperte schon da eindrucksvoll den Anführer der Affen, Caesar. Matt Reeves saß auf dem Regiestuhl von »Planet der Affen – Revolution«, der 2014 in die Kinos kam und zehn Jahre nach dem ersten Teil spielt. Mit »Planet der Affen: Survival« kommt nun der letzte Teil auf die große Leinwand, erneut unter seiner Regie. Selten kommt es vor, dass eine Trilogie derart grandios zu Ende erzählt wird. Eigentlich wollen die Affen nur eines, in Ruhe und Frieden im Wald leben. Doch das wird ihnen nicht vergönnt. Denn auch auf ihrer Seite gibt es Verräter, die sich den Menschen andienen. Caesar nimmt die Verluste beim Kampf im Wald hin und ist hocherfreut, dass sein geliebter Sohn Blue Eyes gesund von seinem Erkundungsritt zurück ist und gute Nachrichten hat. Es gibt ein abgeschiedenes Gebiet außerhalb des Waldes, wo eine friedliche Zukunft möglich wäre. Doch Winter verrät Caesar an den Colonel. Jedoch wird nicht er ermordet, sondern seine Familie – bis auf den jüngsten Sohn. In Caesar keimen Rachegedanken auf, wie einst bei seinem Widersacher Koba. »Planet der Affen: Survival« ist düster und hochspannend. Das Tempo stimmt ebenso, wie die Story. Dank der ausgefeilten Motion Capture-Technik ist der letzte Teil optisch der reine Genuss und punktet mit einer ausgefeilten Kameraführung von Branchenveteran Michael Seresin. Ausführliche Kritik von Nadja Naumann im aktuellen kreuzer.

»Planet der Affen: Survival«: ab 3.8., Cineplex, CineStar, Regina Palast

Einmal ein Cutler, immer ein Cutler: Chad (Michael Fassbender) hat keine Wahl, wenn um seine Zukunft geht. Als Teil des Cutler-Clans, einer Sippe von kriminellen Asozialen, lebt er mit seiner Frau Kelly (Lyndsey Marshal) und ihrem siebenjährigen Sohn Tyson in einer Wohnwagensiedlung in der Provinz. Er hat sich mit seinem Leben unter den Fittichen seines Vaters Colby (Brendan Gleeson) abgefunden, aber Kelly nährt in ihm den Traum von einem Leben fernab seines Einflusses. Sie ist die nächtlichen Spritztouren satt, bei denen Chad als Fahrer für die Raubzüge der Gang herhalten muss. Schließlich wird Colby immer unberechenbarer und hetzt die Cops auf ihre Fersen.
Dem Langfilmdebüt von Adam Smith merkt man die künstlerische Herkunft seines Drehbuchautors Alastair Siddons an. Der Dokumentarfilmer verwendet viel Raum für die Beschreibung der Lebensverhältnisse. Ein Leben abseits der Gesellschaft, dass für viele vielleicht nicht erstrebenswert ist, für die Protagonisten aber dennoch das Glück bedeutet. Das ungewöhnliche Setting und viele gute Ideen überzeugten Fassbender und Gleeson, sich dem kleinen Film zu widmen. Sie bringen ihr darstellerisches Gewicht in diesen ungeschliffenen Gangsterfilm.

»Das Gesetz der Familie«: ab 3.8., Passage Kinos

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Weitere Filmtermine

»Messieurs im Film«

Schöne Idee: Die Kinowahn präsentiert die Einfallslosigkeit deutscher Verleiher gebündelt in einem Programm. Filme aus Frankreich, die nach dem Erfolg von »Monsieur Ibrahim« marketingträchtig »messioniert« wurden und einige weitere Monsieurs der Filmgeschichte.

Die Kinder des Monsieur Mathieu

5.8., 16.30 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Die Ferien des Monsieur Hulot

6.8., 17.30 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Monsieur Claude und seine Töchter

6.8., 19.45 Uhr, Kinobar Prager Frühling

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Die Mondverschwörung

Ein Reporter will klären, wem der Mond gehört und wer dort Grundstücke verkaufen darf. Binnen kurzer Zeit führen ihn seine Recherchen zu Esoterikern und Verschwörungstheoretikern. Im Anschluss Diskussion mit dem Regisseur Thomas Frickel.

5.8., 20 Uhr, Cospudener See

Ohne Rast. Ohne Eile

Dokumentation über einen außergewöhnlichen Protest der indigenen Bevölkerung Argentiniens, die im Dezember 2012 den Verkehr in Buenos Aires zum Erliegen brachte. Im Anschluss Diskussion mit den Filmemachern der KameradistInnen.

9.8., 20 Uhr, Clara-Park/Nähe Glashaus

Let’s make money

Geld regiert die Welt – wie genau, zeigt diese Doku an erschreckenden Beispielen. Im Anschluss Diskussion mit dem Leipziger Jugendparlament

10.8., 20 Uhr, Clara-Park/Nähe Glashaus

Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens

Porträt des umstrittenen Schweizer Soziologen, Politiker und Autors, der als einer der bekanntesten Globalisierungskritiker gilt. Mit Diskussion im Anschluss.

11.8., 20 Uhr, Offener Garten Querbeet

Medien. Machen. Teilhabe.

Alice im Wunderland

Die inzwischen 17-jährige Alice taucht erneut in die magische, aber auch gefährliche Welt des Wunderlands ein. Visuell gewohnt eindrückliche Fortsetzung des Lewis-Carroll-Klassikers von Tim Burton.

7./8.8., 10 Uhr, Cineding

Ein Tick anders

Eine am Tourette-Syndrom leidende 17-Jährige versucht zu verhindern, dass sie mit ihren Eltern aus ihrer vertrauten Umgebung in die Großstadt Berlin ziehen soll.

9.8., 11 Uhr, 10.8., 14 Uhr, Cineding

Who am I – Kein System ist sicher

Der verschachtelt erzählte Cyberthriller ist raffiniert konstruiert und hält selbst für Genrekenner ein paar Überraschungen bereit.

9./10.8., 10 Uhr, Cineding


Almanya – Willkommen in Deutschland

Tragikomödie um mehrere Generationen einer türkischen Gastarbeiterfamilie in Deutschland. – in der Reihe: Kino verbindet.

8.8., 13, 19 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Das fünfte Element

Ein Flugtaxi-Fahrer im New York des Jahres 2259 im Kampf gegen das Böse. Der visuell eindrucksvolle Science-Fiction-Film feiert seinen 20. Geburtstag, in Form einer einmaligen Wiederaufführung in restaurierter Fassung.

10.8., 20 Uhr, Cineplex

Filmriss Filmquiz

Das Filmriss Filmquiz in Leipzigs Virtual Reality Arcade auf der Karli. Die gewohnte Dosis Quiz, Wissen und Wahnsinn auf, ebenso wie einen Haufen Premiumpreise – live, ohne Helm und in Farbe! Im Anschluss könnt ihr Ausprobieren und Staunen an den Spielstationen der VR Arcade.

11.8., 20 Uhr, fsociety

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