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Editorial 11/2017

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der November-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Tja, in diesem Heft gibt es eine Titelstory, die gar nicht so einfach aufzuschreiben war. Der Grund dafür ist, dass sie letztlich auf einem Gefühl beruht. Als Journalist sollte man skeptisch sein und vorsichtig bei Geschichten, die von einem Bauchgefühl ausgehen – aber man muss auch seinem Instinkt folgen. Und so haben wir erst mal beobachtet, die Augen offen gehalten, viel geredet, zugehört und ganz klassisch recherchiert. Als Stadtmagazin hat man ja das Ohr am Puls der City, und so ist es auch bei uns. Das liegt unter anderem an der Struktur, die den kreuzer trägt: An so einem Heft mit 124 Seiten Inhalt arbeiten zwischen 40 und 50 Autorinnen und Autoren mit (im Oktoberheft waren es genau 50), dazu noch mal 30 bis 40 Fotografinnen und Fotografen – und vielleicht zehn Leute im Verlag, deren Werk zwar nicht veröffentlicht wird, die aber trotzdem jede Ausgabe mitdenken. Das sind fast 100 Menschen, die, mit ihren persönlichen Netzwerken im Rücken, sich jeden Monat mit der Stadt und ihrer Entwicklung beschäftigen – die ihre Fühler ausstrecken und so aus einem Bauchgefühl eine gewisse Ahnung machen. Es gehört zu unserem Selbstverständnis, in Leipzig Urbanität zu repräsentieren. Und diese Urbanität sehen wir in Gefahr. Warum? Das lesen Sie auf den Seiten 18 bis 23 (oder hier im Netz).

Ganz anders ist unser Autorinnenkollektiv auf Seite 28 an seine Geschichte gegangen. Maria Gramsch, Theresa Held und Raja Kraus haben sich hingesetzt und alle Grundstücksmarktberichte der Stadt Leipzig aus den Jahren 1991 bis 2015 durchgeackert. So was nennt man neuerdings Datenjournalismus und gelernt haben sie es bei Doktor Uwe Krüger an der Universität Leipzig. Während dieser Analyse sind einige Zusammenhänge deutlich geworden, die schon in die Titelgeschichte des letzten Heftes eingeflossen sind, nun aber noch mal ausführlich präsentiert werden. Schön aus den Daten abzulesen sind zwei Dinge, die man vorher auch immer nur so im Gefühl hatte: zum einen die starke Abhängigkeit des Leipziger Immobilienmarktes von staatlicher Steuerung und großen Wirtschaftskrisen – und zweitens der Umstand, dass auch der kleinteilige Immobilienbesitz, also einzelne Mietshäuser beispielsweise, sich zu einem sehr großen Teil im Besitz westdeutscher Investoren befindet. An sich sollte das kein Problem sein, fraglich ist nur, was es für die bürgerschaftliche Beteiligung und demokratische Entwicklung sublokaler Bereiche wie einzelner Straßenzüge oder Stadtviertel bedeutet, wenn die Hausbesitzer gar nicht in der Stadt wohnen, sondern Hunderte Kilometer entfernt.

Die schönste Geschichte des ganzen Heftes steht aber auf Seite 76 (oder hier im Netz), lesen Sie die mal.

Eine anregende Lektüre wünscht

ANDREAS RAABE

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

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