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Perle der Provinz – Ein Tag in Weimar

Warum nicht mal nach Weimar fahren? Wir fanden es dort zumindest sehr schön.

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In Weimar waren sie alle: Bach, Luther, Kandinsky, Nietzsche, Schiller und Goethe sowieso. Höchste Zeit also, der Stadt selbst einen Besuch abzustatten. Wer im Sommer kommt, den erwartet entspanntes Flanieren in engen Gassen mit lauschigen Cafés und kleinen Geschäften. Und auch wenn es kälter wird, ist ein Spaziergang durch die Innenstadt ein Muss.

Anders, als man angesichts der heutigen Idylle vermutet, kann Weimar mit einer turbulenten Vergangenheit aufwarten – die Gebäude der Stadt erzählen davon. Das stückwerkhaft zusammengesetzte Schloss thront direkt am Park an der Ilm und zeugt vom Geltungsbedürfnis während des »Goldenen Zeitalters«. Zwischen 1770 und 1830 lockte das Weimarer Fürstenhaus die Prominenz des kulturellen Lebens wie Johann Wolfgang Goethe in die Stadt, um zu politischem Einfluss zu gelangen. Zum zweiten Mal blühte Weimar im »Silbernen Zeitalter« ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf, als der Klaviervirtuose Franz Liszt eintraf. Im Hoftheater (heute: Deutsches Nationaltheater) drückte sich zu dieser Zeit die Elite der europäischen Musikwelt die Klinke in die Hand. Nach mehrfacher Zerstörung und Wiederaufbau war das Theater 1919 in seiner heutigen Form schließlich Ort der verfassungsgebenden Nationalversammlung der Weimarer Republik. Wer zu viel Zeit mit dem Fotografieren des Goethe-Schiller-Denkmals verbringt, verpasst womöglich, die Zeitzeugen der vielleicht spannendsten Ära der Stadt zu besichtigen: Mit der Gründung der Kunstgewerbeschule (heute: Bauhaus-Universität) hielt die Avantgarde Einzug und mit ihr das Bauhaus. Es lohnt sich, die Spuren dieser aufregenden Zeit zu verfolgen und das Haus Hohe Pappeln, die Haupt- und Nebengebäude der heutigen Universität oder das Musterhaus »Am Horn« zu besichtigen. Wenig rühmlich aus der Stadt getrieben, musste das Bauhaus letztlich den Nationalsozialisten Platz machen. »Hitlers Lieblingsstadt« weist noch heute deutliche Spuren dieser Zeit auf: das ehemalige, monströse Gauforum am Weimarplatz und natürlich die Gedenkstätte Buchenwald.

Draußen: Weimar ist umgeben von Parkanlagen, die zum Lustwandeln einladen: Park an der Ilm, Belvedere, Tiefurt, Ettersburg.

Drinnen: Dank hoher Museumsdichte ist für jedes Interesse etwas dabei. Tipp für Kunstinteressierte: ACC Galerie oder Galerie Eigenheim.

Mit Kindern: Die Stiftung Weimarer Klassik hat eine ganze Reihe von Angeboten für Kinder: von der Führung mit Kostümwerkstatt bis hin zu Rucksacktouren.

Abends: Nach einem Besuch im Nationaltheater kann man den Abend in einem der Restaurants rund um den Frauenplan ausklingen lassen.

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