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Bayern, Tschechien, Sachsen

Die Connewitzer Kneipe Pivo serviert Bier, Kultur und Bierkultur

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Stefan Kronthaler vom Pivo trägt Jogginganzug und ein Käppi, und obwohl in der Karte »Selbstbedienung« verzeichnet ist, hat er oft ein Tablett in der Hand, das mit Biergläsern vollgestellt ist. Das trägt er durch die klar und aufgeräumt gestalteten Räume der Kneipe, in der Bier nicht nur dem Namen nach im Vordergrund steht.

Neben den Plätzen an der Theke verteilen sich dort einige Tische in verschiedenen Größen, die sich für das intime Gespräch, für größere Freundeskreise oder für die Kartenspielrunde eignen. Auf den Tischen Blumensträußchen, Kultur muss sein. Dass die Atmosphäre bei aller kneipig-zweckmäßigen Bestuhlung weder piefig noch lieblos wirkt, liegt unter anderem an den Lampen, die einerseits jede Tischplatte einzeln anleuchten und andererseits indirektes buntes Licht verströmen. Aus den Boxen kommt Indierock. Es wird hart geraucht, doch die Lüftung funktioniert.
Kronthaler hat einen deutlichen Fokus auf Hopfengetränke aus Bayern und Böhmen gelegt. Das Helle aus der Privatbrauerei Ayinger kommt ebenso wie das Budweiser und das »Böhmi« genannte Hausbier vom Fass. Weitere Sorten werden aus der Flasche eingeschenkt, darunter Huppendorfer, gebraut nach einem Familienrezept der im fränkischen Huppendorf ansässigen Grassers. Deren Vollbier dürfte in Leipzig ebenso eine Rarität sein wie das Rotbier aus Ayingen. Ein Special ist Salamander, ein Pale Ale aus Polen.
Die Weinkarte lässt Mosel-Provenienz erkennen, zwischen Riesling, Vinho Verde und Riesling Brut aber auch, dass Kronthaler die Getränkeauswahl nicht per Zufall getroffen hat und mit Lokalkolorit abrundet. Da wären einmal die bekannten Teesorten Connewitzer Mischung und Fockeberg-Power, außerdem die Produkte von der Connewitzer Likörfabrik. Die härteren Alkoholika umfassen traditionelle Standards wie Kümmel, Averna, Pernod und Ramazotti oder Aperol und Campari. Dazu kommen Gins und Produkte vom Plagwitzer Egenberger. Whisky-Freunde trinken japanischen Nikka from the Barrel oder Scapa aus Schottland. Dazu werden Snacks gereicht, nämlich vegane Mettbrötchen, Tempeh-Sandwichs und Spundekäs mit Salzbrezeln. Als Highlights neben dem Bier gibt es Fußball-Übertragungen, Konzerte, DJs und Lesungen.

Pivo, Bornaische Str. 11, 04277 Leipzig,
Tel. 01 76/30 43 59 14,
Di–Fr ab 17, Sa/So ab 10, Sa/So 10–15 Uhr veganes oder vegetarisches Frühstück 7,50 €, Biere 3,20–3,50 €, Weine 0,4 l 3–5,20 €, Snacks 1,50–2 €,
facebook.com/pivopivopivopivo

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Dein Kommentar

2 Kommentare

  1. ben | 17. Dezember 2017 | um 20:34 Uhr

    nennt mir eine kneipe südlich des connewitzer kreuzes, in die man als nichtraucher gehen kann…

    yeah, connewitz, total alternativ, bunt und für jeden was dabei… nur für nichtraucher nicht.