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»Scheiße machen ist Luxus«

Monchi von Feine Sahne Fischfilet über schimmlige Proberäume, Chemie Leipzig und Reden mit Nazis

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Draußen ist es kalt, aber Monchi kommt in kurzen Hosen und sagt erst mal zu jedem im kreuzer-Büro »Moin Moin«. Er ist zu spät, was ihm sichtlich peinlich ist. Er habe sich verlaufen und dann extra ein Taxi genommen. »Der Taxifahrer war echt sauer, weil das gleich um die Ecke war. Da hab ich ihm noch fünf Euro Trinkgeld gegeben.« Nun ist er da, macht das Fenster auf und redet mit schönstem norddeutschem Dialekt.

kreuzer: Auf eurem neuen Album »Sturm & Dreck« erzählt ihr persönliche und politische Geschichten.

MONCHI: Ja, das Album orientiert sich daran, was wir machen. Ich hab nie Tagebuch geschrieben, aber so stell ich es mir vor. Geschichten, die einen bewegt haben oder die man thematisieren will.

kreuzer: Das Lied »Suruç« handelt von einem Bombenattentat in der türkischen Stadt.

MONCHI: Die Story hat sich ergeben, als der IS in Rojava immer weitergekommen ist und Kobane ein großes Thema war. Ich hab kurdische Freunde, die Kontakt zu den Leuten in Kobane und Suruç, der türkischen Stadt daneben, haben. Da sind Tausende Flüchtlinge hingekommen und von dort wurde die Hilfe für Leute vor Ort organisiert. Wir – also ein paar Leute aus Meckpomm – haben da zwei Jahre lang Lkws hingebracht mit Winterklamotten, medizinischen Geräten und einem mobilen Krankenhaus. Als wir im Juli 2015 da waren, gabs ein Selbstmordattentat in dem Kulturzentrum, in das wir immer die Sachen gebracht haben…

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kreuzer: Auf eurem neuen Album »Sturm & Dreck« erzählt ihr persönliche und politische Geschichten.
MONCHI: Ja, das Album orientiert sich daran, was wir machen. Ich hab nie Tagebuch geschrieben, aber so stell ich es mir vor. Geschichten, die einen bewegt haben oder die man thematisieren will.
kreuzer: Das Lied »Suruç« handelt von einem Bombenattentat in der türkischen Stadt.
MONCHI: Die Story hat sich ergeben, als der IS in Rojava immer weitergekommen ist und Kobane ein großes Thema war. Ich hab kurdische Freunde, die Kontakt zu den Leuten in Kobane und Suruç, der türkischen Stadt daneben, haben. Da sind Tausende Flüchtlinge hingekommen und von dort wurde die Hilfe für Leute vor Ort organisiert. Wir – also ein paar Leute aus Meckpomm – haben da zwei Jahre lang Lkws hingebracht mit Winterklamotten, medizinischen Geräten und einem mobilen Krankenhaus. Als wir im Juli 2015 da waren, gabs ein Selbstmordattentat in dem Kulturzentrum, in das wir immer die Sachen gebracht haben. Da sind 31 Leute gestorben. Wir waren um 12 Uhr verabredet und waren fünf Minuten später da, weil wir noch einen Tee getrunken haben. Um 12 Uhr ist dort die Bombe explodiert. Als wir ankamen, liefen uns schon Leute entgegen. Und du verstehst die Sprache ni…
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▶ Feine Sahne Fischfilet: 9.2., Haus Auensee, Zusatzkonzert: 27.7., Parkbühne

Dieser Text stammt aus dem kreuzer, Heft 02/2018. Um ein kreuzer-Abo abzuschließen, klicken Sie bitte hier: https://kreuzer-leipzig.de/abo

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