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Hochzeit mit Lokalgeschichte

Das Barockschloss Delitzsch hat einen hübschen Park

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Das Delitzscher Schloss steht auf einer kleinen Anhöhe, leuchtet pastellgelb in der Sonne und hat einen gepflegten kleinen Barockgarten mit Rundahornalleen vor der noblen Haustür liegen. Gepflegt wird das Kleinod seit den neunziger Jahren von der Stadt Delitzsch, seine Grundmauern gehen auf eine slawische Siedlung im 11. Jahrhundert zurück.

Die sächsischen Kurfürsten bauten die Burg zur Reiseresidenz aus. All der Barock und die Blumentapeten, die der Besucher heute bewundert, stammen aus dieser Zeit. Eine hölzerne Tafel in einem der oberen Ausstellungsräume erinnert an die spätere, preußische Nutzung als Garnisonsstandort. Wo früher der Burggraben Wasser trug, geht der Delitzscher heute in den Dämmerstunden mit dem Hund spazieren. Gegenüber liegt im hübsch hergerichteten ehemaligen Wachhäuschen das Restaurant »Zur Schloßwache«.

Für seine schöne Kulisse zum Heiraten ist das Schlösschen aber wohl am bekanntesten. Gerade Weggezogene, die in der Gegend ihre Wurzeln haben, aber anderswo in Deutschland leben, geben sich hier gerne das Ja-Wort. Außerdem sind da noch circa 25.000 Touristen pro Jahr, die das gut erhaltene und schön restaurierte Kleinod genießen wollen. Mit dem Logo »Turmstadt« wirbt Delitzsch für sich – mit dem Schlossturm sind es vier – und mit dem Barockschloss auf den berühmten braunen Schildern neben der Autobahn.

Um das Schlösschen von innen zu sehen, muss man aber nicht unbedingt heiraten – das Gebäude ist im Rahmen einer Wechsel- und einer Dauerausstellung dienstags bis sonntags zu besichtigen. Zu sehen gibt es die barocke Wohnetage der Herzoginnen, eine dreistöckige Ausstellung zur Stadt- und Residenzgeschichte, außerdem die historische Schlossküche. Vom Schlossturm aus blickt man in vier Richtungen auf Delitzsch und kann bei klarer Sicht im Süden das Völkerschlachtdenkmal und im Osten den Flughafen erspähen. Bei der Orientierung helfen liebevoll gestaltete Aquarelle auf den Fenstersimsen. In der Wechselausstellung gibt es noch bis Ende April die Stuhl-Sammlung eines Magdeburger Arztes zu betrachten. Kurzweil und Lokalgeschichte also in freundlicher Atmosphäre – und nur 30 Minuten von Leipzig entfernt.

Dieser Text erschien auch im kreuer 03/2018.

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