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The Kids Are All Right

Zwei Künstler wollen Kindern in Grünau Räume für ihre eigenen Themen bieten

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Seit drei Jahren organisiert das Künstlerkollektiv »greater form« Projekte mit Kindern und Jugendlichen an wechselnden Orten in Grünau. Jetzt wollen seine Mitglieder einen festen Raum für ihre Projekte. Und haben eine Crowdfunding Kampagne gestartet.

»Viele der Kids werden morgens zu Hause rausgeschmissen. Die bekommen einen Riegel und ein Getränk und dürfen dann abends wieder rein«, erzählt Philipp Rödel. Als Künstlerkollektiv »greater form« suchen er und Lina Ruske Räume und stellen sie den Kindern und Jugendlichen aus Grünau für die Dauer ihrer Projekte zur Verfügung. Die Orte, die die beiden ehemaligen HGB-Studenten anzubieten versuchen, sind mehr als nur Aufenthaltsmöglichkeiten. Sie sollen auch Orte der Auseinandersetzung und Gestaltung sein.

Allerdings nicht im klassisch schulischen Sinne. Die beiden verfolgen mit ihren Konzepten keine explizit erzieherischen Absichten. Stattdessen wollen sie »Situationen schaffen, in denen Jugendliche und Erwachsene noch mal anders zusammenkommen«, wie Philip Rödel betont. Der 30-Jährige fügt hinzu: »Wir wollen einen Ort schaffen, an dem die Themen der Jugendlichen verhandelt werden. Wo sie Formen finden können, um sich auszudrücken.«

Um den Kindern und Jugendlichen das zu ermöglichen, stellen »greater forms« die unterschiedlichsten Ausdrucksmittel zur Verfügung. Video, Musik, Malerei, Zeichnung – alles kann in die Projekte einfließen. Wichtig ist, dass es die Kinder und Jugendlichen selbst sind, die darüber bestimmen, wohin der Weg gehen und auf welche Weise er beschritten werden soll. Phillip und Lina, beide ausgebildete Künstler, unterstützen sie bei der Umsetzung.

Das hat bereits zu Ausstellungen geführt, zu Büchern und im letzten Projekt »The Kids Are Alright« sogar zu einem Youtube-Kanal, auf dem die Kinder und Jugendlichen auf verschiedenste Weise ausdrücken, was ihnen wichtig ist. Ein Junge rappt, ein Mädchen beantwortet Fragen, die ihr aus dem Off von einem anderen Mädchen gestellt werden. Das Ziel ist, wie Phillip Rödel betont, »eine Öffentlichkeit zu schaffen für die Lebenserfahrungen der Kids, für das, was sie können«.

Damit so etwas dauerhaft gelingen kann, braucht es Präsenz. Phillip und Lina arbeiten, gemeinsam mit ihrer Gruppe von Unterstützern, schon rund um die Uhr an ihren Projekten. Aber sie sind auch darauf angewiesen, Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Bisher half da oft der von der Stadt betriebene Freizeittreff »Völkerfreundschaft« aus. Doch konnte der seine Räumlichkeiten stets nur für begrenzte Zeiträume anbieten.

Deshalb haben »greater form«  jetzt, zusammen mit den Kids aus Grünau, eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Bis zum 6. Juni müssen dafür 11.190 Euro zusammengekommen sein. Sollte das gelingen, könnte ein Raum gemietet werden, der den Kindern und Jugendlichen das ganze Jahr über zur Verfügung stünde. Und damit ein Ort, der wirklich ganz ihnen gehört. Ein Traum, von dem sie noch 4.000 Euro entfernt sind.

Video aus dem Youtube Kanal »The Kids Are Alright«

http://www.visionbakery.com/teilhabe

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