Startseite / kreuzer plus | Stadtleben / Weniger Hütten, mehr Paläste

Weniger Hütten, mehr Paläste

Häuser und Bauland in Leipzig werden ständig teurer, Anleger spekulieren vor allem mit Luxuswohnungen auf hohe Profite. Nicht nur Geringverdiener haben dabei immer öfter das Nachsehen, sogar Immobilienhändler sind über die Preisexplosion nicht glücklich. Experten warnen vor einer Spekulationsblase.

Größeres Bild

Wer würde hier nicht gern einziehen? Fünfeinhalb Zimmer, zwei Dachterrassen und drei Bäder, in dem Wohnzimmer mit offenem Kamin und Glasdach könnte man prima Erstsemesterpartys veranstalten. Auch die Lage hervorragend: Waldstraßenviertel nahe Rosental, in den Park sind es nur wenige Meter. Wäre da nicht der Preis: 243 Quadratmeter kosten kalt 2.500 Euro, warm sind wir bei 3.060 Euro. Wer kann sich das leisten?

Der Wohnungsmarkt in Leipzig hat sich gründlich verändert, die Zeiten des Überangebots an schönen Wohnungen zu Tiefstmieten sind vorbei. Wurde der Quadratmeter Wohnraum in Leipzig 2011 noch für durchschnittlich 4,75 Euro angeboten, waren es Ende 2017 schon 6,38 Euro, so die Preisdatenbank des Berliner Instituts Empirica. Gleichzeitig öffnete sich die Spanne weit: Während die Zahl günstiger Wohnungen abnimmt, wächst das Segment luxuriös ausgestatteter Behausungen stetig…

Wie funktioniert kreuzer plus mit Laterpay?

Bei kreuzer plus veröffentlichen wir in der Regel Beiträge aus der Printausgabe des kreuzer, die ansonsten nur Käufern oder Abonnenten des Heftes zugänglich sind. Wir haben uns für das Bezahlsystem Laterpay entschieden, mit dem man auch bei anderen Online-Medien bezahlen kann. Das Prinzip: Bis zu einem Betrag von 5 Euro lesen Sie völlig kostenlos.Hier erfahren Sie mehr. Tipp der Redaktion: Hier klicken und ein Abo des gedruckten kreuzer abschließen. Der bietet nämlich noch mehr Texte, liest sich besser – und ist laut taz das »beste Stadtmagazin Deutschlands«.


Der Wohnungsmarkt in Leipzig hat sich gründlich verändert, die Zeiten des Überangebots an schönen Wohnungen zu Tiefstmieten sind vorbei. Wurde der Quadratmeter Wohnraum in Leipzig 2011 noch für durchschnittlich 4,75 Euro angeboten, waren es Ende 2017 schon 6,38 Euro, so die Preisdatenbank des Berliner Instituts Empirica. Gleichzeitig öffnete sich die Spanne weit: Während die Zahl günstiger Wohnungen abnimmt, wächst das Segment luxuriös ausgestatteter Behausungen stetig.
Besuch beim Leipziger Soziologen Dieter Rink im Umweltforschungszentrum; Rink und seine Kollegen Andreas Schneider und Annegret Haase beobachten den Wohnungsmarkt der Stadt seit vielen Jahren. 2014 haben sie zuletzt den Boom des sogenannten gehobenen Wohnsegments untersucht. »Wie hoch musste die Miete damals mindestens sein, um als teuer zu gelten?« »6,50 Euro«, sagt Dieter Rink. Forscher und Reporter brechen in heiteres Gelächter aus. 6,50 Euro, das ist inzwischen völlig normal.
»Die teuerste Miete, die wir kürzlich gefunden haben, lag bei 15,25 Euro kalt«, sagt der Soziologe. Auf dem Portal Immoscout stößt man regelmäßig auf mehr als 600 Annoncen mit einer Mindestkaltmiete von 1.000 Euro. Fußbodenheizung, Eckbadewanne, offene Wohnküchen, Dachterrassen, Maisonette – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Am anderen Ende der Mietpreisskala sieht es dagegen immer finsterer aus, wie aus der jüngsten Analyse des Wohnungsangebots hervorgeht, die Rin…
Danke, dass Sie diesen Auszug aus dem kostenpflichtigen Beitrag gelesen haben. Sie können den vollständigen Beitrag lesen, nachdem Sie ihn gekauft haben.
Jetzt lesen, später zahlen

Diesen Artikel
Weniger Hütten, mehr Paläste
0,39
EUR
Powered by

Dieser Text stammt aus dem kreuzer, Heft 06/2018. Um ein kreuzer-Abo abzuschließen, klicken Sie bitte hier: https://kreuzer-leipzig.de/abo

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

  1. Selbstnutzer-Familie | 2. Juni 2018 | um 14:52 Uhr

    Auch wir „Mittelstandsfamilie“ haben mit den Selbstnutzern unser eigenes Zuhause gefunden. Es stimmt, dass man viel Zeit einbringt, aber wir haben viel gelernt und viel Spaß gehabt.
    Die Hochglanz-Angebote der Bauträger betrachte ich jetzt mit ganz anderen Augen. Was nutzen mir elegante Badfliesen, wenn die Fassade brennbar ist, man keinen individuellen Grundriss bekommt und die Gewerke so unter Druck gesetzt werden, dass sie nicht ordentlich arbeiten können?
    Herr Augustin hat für jede Familie den perfekten Grundriss und die perfekte Ausstattung gefunden. Kein Bauträger gönnt dem späteren Eigentümer so viel solides Architektenhandwerk.
    Wir wissen genau, wofür unser Geld ausgegeben wurde und konnten alles selbst entscheiden. Und das Schönste: in der Baugruppe kann man sich die Nachbarn selbst aussuchen.
    Es ist total schade für Leipzig, dass es mittlerweile so wenig Möglichkeiten für Baugruppen gibt.