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Deutschlandfahne for womens

Wie Reste von Legida mit ihrer Demo für Frauen scheiterten

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Es war wohl die absurdeste Demo des Jahres: Ein paar Frauen aus dem Legida-Umfeld wollten gegen Gewalt und für ihre Rechte demonstrieren, doch es kamen nur »Bikers for womens« und niemand wollte irgendwas sagen.

Ein Mann steht vor der IHK und schwenkt die Deutschlandfahne. Und schwenkt. Und schwenkt. Die Demo, auf der er war, ist längst vorbei. Doch er schwenkt weiter. Vielleicht, weil ihm die Demo einfach zu kurz war. Vielleicht, weil die Deutschlandfahne das Letzte ist, das er festhalten kann in dem Moment, in dem klar wird, dass die Zeiten von Legida-Demos wohl endgültig vorbei sind.

Es ist Sonntagnachmittag. »Wir Frauen fordern: Keine Gewalt in Deutschland« heißt die Kundgebung auf dem Parkplatz vor der IHK, von der im Vorfeld nicht ganz klar wurde, wer sie veranstaltete und wen oder was sie mit dieser Forderung erreichen wollte. Die Veranstaltung wurde vor allem von Legida-Anhängern, AfD-Mitgliedern und Fremdenfeinden geteilt und beworben.

Doch gekommen ist nahezu niemand – wenn man von den Bikers für Deutschland absieht, die sich heute »Bikers for womens« nennen. Zahlenmäßig überbieten sie die Womens beträchtlich, was den Kundgebungsaufruf »Wir Frauen fordern« direkt ins Absurde führt. Zwei Frauen halten dann zwar Reden, in denen es aber weniger um die Ziele des Feminismus und das Ende der Gewalt geht, sondern um »Genderwahn« und die Angst vor Ausländern.

Nach gut zwanzig Minuten fragt die Veranstalterin, wer noch was für die Frauen sagen will, und sagt, dass sie für alle jetzt kommenden Beiträge keine Haftung übernimmt. Muss sie auch nicht, dann es kommen keine weiteren Beiträge. Niemand will ans Open Mic. So beschränkt sich auch der Einsatz der Polizisten darauf, mit Vollmontur ein wenig im Schatten herumzustehen, denn die Kundgebung mit etwa 50 Menschen wird von den Veranstaltern vorzeitig beendet.

Zur Belustigung der etwa 100 Gegendemonstranten, die die 20 Minuten mit Musik und Gegenrufen am anderen Ende des Parkplatzes begleitet hatten. Eine Rednerin erklärt deutlich, warum Feminismus nicht rassistisch sein kann, dann wird der linke Rap noch mal voll aufgedreht. Unterstützt werden sie von der Biker-Gang Kuhle Wampe, die sich das Aufeinandertreffen mit den »Bikers for womens«* nicht nehmen lassen wollten. Diese düsen allerdings schnell wieder ab.

Und so bleiben zurück: Eine Handvoll Frauen und ein Mann, der immer wieder die Deutschlandfahne schwenkt.

*Man kann diesen Namen nicht oft genug wiederholen

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2 Kommentare

  1. Onlineredaktion | 1. August 2018 | um 12:54 Uhr

    Ungern. Denn es soll ja schmerzen. Aber es ist natürlich ein Zitat.