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Die Meuten kommen

Leipzigs Bühnen entdecken die Cliquen, die unterm Hakenkreuz aufmuckten

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Gleich zwei Leipziger Theater widmen sich in diesem Frühjahr dem jungen Widerstand während des Dritten Reichs und nehmen dabei die Leipziger Meuten in den Blick. Diese Woche geht es los.

Sascha Lange ist schuld. Sein unermüdliches Forschen und Publizieren rückte die Leipziger Meuten ins heutige Bewusstsein. Nach der Dissertation (s. logbuch 2011) veröffentlichte er populärere Texte über diese Jugendgruppen, die keinen Bock auf Gleichschaltung hatten und der Hitlerjugend eine helfende Hand auf den Hinterkopf mitgaben. Die über die Stadt verteilten Cliquen leisteten keinen Widerstand à la Rote Kapelle oder Weiße Rose. Aber sie waren widerborstig, folgten einem Freiheitsdrang und, ja: hatten Haltung. Keine kleine Leistung in einer Zeit, als viele begeistert im NS-Gleichschritt folgten. Johannes Herwig, Absolvent des Literaturinstituts, wurde dadurch aufs Meuten-Thema aufmerksam und verarbeitete es im Roman »Bis die Sterne zittern« (kreuzer 08/2017). An den Leipziger Meuten kam keiner mehr vorbei und nun erobern sie die Bühnen. Im Januar verarbeitet das Schauspiel das Thema, im März zieht das Theater der Jungen Welt (TdJW) nach.

»Wir haben das Gefühl, dass es immer wichtiger wird, sich zu…

Sascha Lange im Interview: https://kreuzer-leipzig.de/2018/11/12/tausendfach-gab-es-jugendliche-verweigerungshaltung/
Armin Petras im Interview: https://kreuzer-leipzig.de/2019/01/16/leipzig-ist-fast-zu-schoen/
»Jeder stirbt für sich allein / Die Leipziger Meuten«:
18.1. (Premiere), 26.1., 19.30 Uhr, Schauspielhaus

»Teenage-Widerstand«: 2.3. (Premiere), 19.30 Uhr, TdJW

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