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Oscarreif

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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Und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht…

Schon erstaunlich, dass ein britischer Kostümfilm und ein mexikanisches Familiendrama zu den großen Oscarkandidaten in diesem Jahr zählen. »Roma« dürfte dann wohl auch die besseren Chancen haben, immerhin ist sein Regisseur Alfonso Cuaron (»Gravity«) bereits im Hollywood-Treiben angekommen. Komödien haben es zudem traditionell schwer und das ist »The Favourite« durch und durch. Dass er es dennoch verdient hätte, davon kann man sich ab dieser Woche in den Kinos überzeugen. Wer das Oscarrennen macht, »The Favourite«, »Roma« oder dann doch die sichere Bank »A Star Is Born« – das erfahren wir am 24.2.

Film der Woche: England im 18. Jahrhundert: Abigail Hill ist gesellschaftlich gefallen und keine Lady mehr. Stattdessen hofft sie, bei ihrer Cousine Sarah, die als Beraterin am englischen Königshof dient, als Zimmermädchen unterzukommen. Mit der Zeit erkennt Abigail, dass Sarah nicht nur die Vertraute von Königin Anne ist, sondern auch das Bett mit ihr teilt. In Abigail erwacht der Ehrgeiz, Sarahs Position einzunehmen. Wie schon in Nicholas Hytners »King George« geht es auch hier um eine Episode aus der royalen britischen Historie, über die gerne der Mantel des Schweigens gehüllt würde. Königin Anne kränkelte, pflegte unsittliche homosexuelle Beziehungen und erlitt zudem etliche Fehlgeburten. Für Yorgos Lanthimos erweist sich dieser Stoff als ideale Spielwiese für bitterböse Einblicke. Nach seinen beiden surrealen Gesellschaftssatiren »The Killing of a Sacred Deer« und »The Lobster« demontiert der griechische Filmemacher hier genüsslich die eitle Selbstbeweihräucherung am Königshof, zeigt uns die intriganten Machenschaften des Adels und der Politik auf, die die Meinung der Regentin stets zu ihren Gunsten zu beeinflussen suchen. Dass auch zwei aparte Damen der Gesellschaft um die Zuneigung der Königin buhlen, macht die Geschichte umso spannender. Aus dem exzellenten Darstellerensemble ragt mit Abstand Olivia Colman heraus, die die kränkliche Verletzlichkeit ihrer Figur und die ständigen Gemütsschwankungen überzeugend umsetzt. Ausführliche Kritik von Frank Brenner im aktuellen kreuzer.

»The Favourite – Intrigen und Irrsinn«: ab 24.1., Passage Kinos

Der Autor David Sheff (Steve Carell) und seine Frau Vicky (Amy Ryan) scheinen alles richtig gemacht zu haben scheint. Als ihr Sohn Nic (Timothée Chalamet) unvermittelt drogenabhängig wird, kann David es nicht glauben, er kann es nicht aufhalten, und er tut alles dafür, seinen Sohn zurück zu bekommen. Während er mit Nics Lügen und Vertrauensbrüchen ringt, blickt der Film immer wieder zurück auf den Nic, wie er früher einmal war – ein rücksichtsvoller, wunderbarer Junge. »Beautiful Boy« erzählt die bewegende Geschichte einer Familie, die über Jahre hinweg gegen die Drogenabhängigkeit des ältesten Sohns Nic ankämpft. Timothée Chalamet (»Call Me By Your Name«) beweist mit der packenden Performance eines jungen Mannes und seines wütenden, verzweifelten Kampfs gegen die Drogensucht erneut, dass er zu den besten jungen Schauspielern Hollywoods gehört. In der Rolle des Vaters zeigt Steve Carell mal eine andere Seite, abseits seiner komödiantischen Rollen. Allerdings ist sein Spiel in einigen Momenten ebenso drüber, wie die emotionale Erzählweise von Felix van Groningen (»Broken Circle Breakdown«) hin und wieder über die Stränge schlägt.

»Beautiful Boy«: ab 24.1., Passage Kinos

Weitere Filmtermine der Woche

Filmriss Filmquiz


Filmalarm im StuK! Die beliebte Rateshow rund um alles was flimmert im Quizkeller! Die unterhaltsamen Rateshow rund um Film an jedem vierten Donnerstag im Monat im StuK. Ihr wisst, welche Farbe Marty McFlys Jacke hat? Wer zuerst schoss, Han Solo oder Greedo? Wie die ersten Worte von „Apocalypse Now“ oder die letzten von „2001“ lauten? Ihr könnt alle 50 Schattierungen von Grau aufzählen? Ihr buchstabiert den Handlungsort vom Murmeltiertag im Halbschlaf? Ihr bringt aus dem Stand alle Star Wars Teile in die chronologisch richtige Reihenfolge? Dann seid ihr hier genau richtig!

24.1., 20.30 Uhr, StuK



Captain Blood
Ein englischer Arzt wird unschuldig verurteilt und ins Exil in der Karibik verbannt. Dort segelt er fortan »Unter Piratenflagge«. Klassiker mit Errol Flynn im Rahmen der Ausstellung »Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft« im Grassi – Museum für Angewandte Kunst
24.1., 19 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei (OF)

Shorts Attack: Arbeit und Ekstase
10 arbeitsintensive Filme in 90 Minuten, denn Arbeit ist das halbe Leben.
25.1., 20 Uhr, UT Connewitz

Striche ziehen
Der Dokumentarfilm von Gerd Kroske erzählt kongenial von einem gescheiterten Kunstprojekt an der deutsch-deutschen Grenze, von Freundschaft und Verrat. – DOK-Filmabend
25.1., 19.30 Uhr, Lindenauer Kirchencafé

The Last Movie
Ein amerikanisches Filmteam kommt in ein Indio-Dorf in Peru, um dort die Geschichte von Billy the Kid zu verfilmen. Die Einheimischen sind von dem Treiben der Filmleute und besonders vom Stunt-Koordinator Kansas beeindruckt, der sich wie ein General verhält. Als einer der Schauspieler bei den Dreharbeiten tragisch ums Leben kommt, wird das Projekt abgebrochen. Nach dem Abzug des Teams imitieren die Indianer eigene Dreharbeiten. Dabei verschwimmen Realität und Simulation zusehends. Wiederaufführung des Films von 1971 von und mit Dennis Hopper in restaurierter Fassung.
25.1., 21 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei (OmU)


Back to the Fatherland 


Die Filmemacherinnen Gil und Kat sind Freundinnen seit ihren College-Zeiten in New York. Gil ist aus Israel, Kat aus Österreich. Gil ist die Enkelin eines Holocaust-Überlebenden, Kat die eines Nazi-Offiziers. – mit Vorfilm, zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust


27.1., 16.15 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Schindlers Liste 
Eindringlich erzählte Umsetzung des Romans von Thomas Keneally über den Industriellen Oskar Schindler, der im 2. Weltkrieg vom Opportunisten zum Retter von über 1.000 Juden wurde. – zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
27.1., 11 Uhr, Regina Palast, 15 Uhr, Cineplex, Passage Kinos, 16 Uhr, Cinestar, 18 Uhr, Kinobar Prager Frühling

NS-Propaganda im Film 
Mit »Ich klage an« (D 1941), Einführung von Fred Gehler und anschl. Diskussion mit einem Psychiatriehistoriker.
28.1., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Das Geheimnis der Bäume 
Französischer Dokumentarfilm über die Welt der Bäume im Wissenschaftskino mit anschließendem Gespräch mit Prof. Dr. François Buscot (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) und Prof. Dr. Christian Wirth (Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig).


29.1., 19 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum

Joy in Iran 


Ähnlich wie die »Ärzte ohne Grenzen« gehen auch die »Clowns ohne Grenzen« in verschiedene Kriegsgebiete der Welt, um dort, inmitten der zerstörten Städte und traumatisierten Menschen, Humor, Menschlichkeit und Lebensfreude zu verbreiten. Das ist ihre Medizin. Der Regisseur Walter Steffen begleitete die Clowns »Hipp«, »Hepp« und »Hupp« alias Susie Wimmer, Andreas Schock und Dr. Monika Single auf ihrer Auftrittsreise durch den Iran. Im Anschluss Filmgespräch.
29.1., 18.30 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Boy Erased – Der verlorene Sohn 


Jared, Sohn eines Baptistenpfarrers, wird in ein christliches Erziehungsheim gesteckt, wo homosexuelle Jugendliche umerzogen werden sollen.
Preview/Queere Filmwoche, Queerblick am 30.1.

30.1., 19.30 Uhr, Passage Kinos


Das letzte Mahl 


Am 30. Januar 1933, dem Tag von Adolf Hitlers Machtergreifung als Reichskanzler, kommt die wohlhabende und einflussreiche deutsch-jüdische Familie Glickstein zu einem gemeinsamen Abendessen in Berlin zusammen. Die aktuelle politische Lage ist natürlich Thema am Tisch, aber wie viele Menschen auf der ganzen Welt unterschätzen auch sie die Gefahr, die von den Nazis ausgeht.


30.1., 20 Uhr, Cineplex, Cinestar

Horror-Doppel mit Donis: Asia-Special 


Horrorpapst Donis präsentiert diesmal ein Asia-Special mit »Ringu« (J 1997; OmU) und »Ju-On 2« (J 2000; OmU). »Ringu« (im Foto) war bei seinem Erscheinen der international erfolgreichste japanische Horrorfilm. Das US-Remake »The Ring« erschien im Jahr 2002.


30.1., 20, 22 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Balkan Dreams 


Die Langzeitdokumentation beobachtet Menschen in Berlin, verbunden durch ihre Leidenschaft für Musik und Schauspiel. Im Takt der betörenden Klänge aus den Balkanländern entwickeln sich Geschichten aus Träumen, Traditionen, Krieg und Liebe. – anschl. Gespräch mit dem Regisseur


31.1., 19 Uhr, Cineding

Inside Y-Kollektiv 


Die Reporter vom Y-Kollektiv zeigen die Welt, wie sie sie erleben – überall und zu jeder Uhrzeit. Einmal wöchentlich werfen Journalisten in Web-Dokus und Reportagen auf YouTube und Facebook ihren ganz eigenen Blick auf die Welt. Echt, nah, menschlich und subjektiv. – Filme & Diskussion
31.1., 20 Uhr, Moritzbastei

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