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»Nicht zukunftsfähig«

Schülerin Ita Weinrich über die Klimaschutzaktion »Fridays for Future«

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Sogar auf ihren Schuhen ist Ita Weinrichs klimapolitische Einstellung zu erkennen. Dort steht es schwarz geschrieben auf weißer Sohle: »Fridays for Future«. Die 17-jährige Gymnasiastin ist Delegierte der gleichnamigen Schülerbewegung. Auslöser für »Fridays for Future« war die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Freitags nicht in die Schule zu gehen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren, ist ihr Leitgedanke. Denn, so argumentiert Thunberg, warum soll man lernen, wenn eh alles den Bach runtergeht? Wir sprachen mit Ita Weinrich über die Aktionen in Leipzig.

kreuzer: Warum sind Sie ein Teil von »Fridays for Future« Leipzig?
Ita Weinrich: Ich bin durch die Aktionen von Greta Thunberg Mitglied geworden. Ich bin dann zu einer Spontanversammlung gegangen, von der ich gehört habe. Dort waren verschiedene Jugendliche, die gesagt haben: Wir wollen das weitermachen. Das hat mich interessiert, da wollte ich dabei sein. Und so hat es angefangen, sich zu formen.

kreuzer: Was möchte Ihre Bewegung hier in Leipzig erreichen?
Weinrich: Freitags gehen wir nicht in die Schule, um auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Wir versuchen Schüler, Schülerinnen und Studierende direkt anzusprechen, um die Idee von »Fridays for Future« zu verbreiten.

kreuzer: Und haben Sie speziell in Leipzig ein Ziel oder verfolgen Sie Ihre Ziele bundesweit?
Weinrich: Wir versuchen, wie in allen anderen Städten, wo es die Bewegung gibt, aufmerksam auf den Klimawandel zu machen und die Politiker während der Beratung der Kohlekommission am 25. Januar aufzuwecken. Sie sollen mitbekommen, dass wir etwas zu sagen haben und dass sie handeln müssen.

kreuzer: Mit welchen Mitteln machen Sie in Leipzig auf Ihre Ziele aufmerksam?
Weinrich: Unser Ziel ist es, durch Versammlungen und Demonstrationen den Klimawandel zu thematisieren. Indem wir mit Kreide auf die Straßen malen, weisen wir auf kommende Demonstrationen hin. Bis jetzt war unser größter Erfolg in Leipzig die Demonstration am 18. Januar. Zu der sind 700 Schüler auf den Willy-Brandt-Platz gekommen. Sie begann halb Eins, also in der Schulzeit. Damit haben wir genau das Mittel eingesetzt, das wir verwenden wollen, nämlich den Schülerstreik. Am 25. Januar fahren wir, gemeinsam nach Berlin zur großen »Fridays for Future« Demonstration.

kreuzer: Wie versuchen Sie zusätzlich zum Demonstrieren, den Klimaschutz zu unterstützen?
Weinrich: Ich esse kein Fleisch. Aus ökologischen Gründen lebe ich vegetarisch, denn die Fleischproduktion verbraucht viel Wasser und verursacht Schadstofffreisetzung. Außerdem habe ich mir vorgenommen, keine Kleidung mehr zu kaufen, solange ich nicht welche brauche. Wenn ich etwas benötige, kaufe ich aus zweiter Hand, sodass ich auch nicht die Produktion von Anziehsachen unterstütze.

Die Autorin ist selbst Schülerin und derzeit Praktikantin beim kreuzer.

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