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Im Spiegel der Zeit

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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Und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht…

Film der Woche: Fast wähnt man sich in Wong Kar-Wais »In the Mood for Love«. Das Jahr passt. Es ist 2001, eine verrauchte Bar, eine sinnliche Frau in einer Männerwelt aus Glücksspiel, Waffen und Geld, kraftvolle Farben und dazu Musik. Doch wir befinden uns in Datong, in der Provinz Shanxi, im Nordosten Chinas. Eine Region, von zwei niedergehenden Industrien beherrscht, der Kohle und der Eisenbahn. Qiao ist dieser Welt entflohen. An der Seite von Bin beherrscht sie die Unterwelt. Eine Welt der Gewalt und des Respekts. Davon lässt sich die junge Generation allerdings nicht beeindrucken. Schließlich landet Bin im Dreck und Qiao im Knast. Jahre später kehrt sie zurück, doch nichts ist, wie es war. In großen Landschaftspanoramen reist die Protagonistin des neuen Films von Meisterregisseur Jia Zhangke (»A Touch of Sin«), durch das Land und die Zeit. 16 Jahre umspannt seine mitreißende Liebesgeschichte, die getragen wird von der überragenden Leistung seiner Hauptdarstellerin und Muse, Tao Zhao. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.

»Asche ist reines Weiß«: ab 28.2., Luru Kino in der Spinnerei

Sie sorgten bei »White House Down« und »Independence Day 2« für effektvolle Action und erweckten die abgedrehten Welten von Wes Andersons oscargekröntem »Grand Budapest Hotel« zum Leben: Die Stuttgarter Special Effects-Profis vom Luxx Studio haben sich mittlerweile in Hollywood einen Namen gemacht. Aber der Wunsch, eigene Geschichten zu erzählen ist bei den beiden kreativen Köpfen Andrea Block und Christian Haas groß. So verhalfen sie einem kleinen Helden dazu, ganz groß rauszukommen: Mit »Manou – flieg flink!« haben sie ihren ersten eigenen Film inszeniert und vereinen ihre Fertigkeiten in der Gestaltung computergenerierter Effekte mit einer liebenswerten Story.

Als kleines Küken kam der gefiederte Held Manou zu den Möwen. Als er heranwächst muss er allerdings erkennen, dass Wellenreiten und Fischefangen nicht unbedingt zu seinen natürlichen Talenten zählt, denn er ist eigentlich ein Mauersegler. Dafür ist er wesentlich flinker und wendiger als seine Nestgenossen, was die Luxxe in einem eindrucksvollen Rennen unter Beweis stellen: »Das konnte Christian sich ausleben, weil er selbst großer Actionfan ist«, erzählt Andrea Block lachend. Manou muss seinen Platz finden und gegen die Vorurteile der anderen bestehen.

Die Inspiration zum Film kam bei einer Reise im Anschluss an das Filmfestival in Cannes, erzählt Christian Haas: »Wir waren 2007 in Nizza bei dem Felsen, auf dem ein Großteil der Geschichte spielt. Dort sind uns die Möwen aufgefallen, die über den Wasserfall ihre ersten Startversuche machten. Und auf der anderen Seite zum Hafen hin die Mauersegler, die ihre Pirouetten drehten. So ist die erste Grundgeschichte entstanden.« Bis zum fertigen Film war es noch ein langer Weg. Viele weitere Reisen folgten, in denen sie genau die Landschaft und das Licht an der Côte d‘Azur studierten. 2011 begannen sie dann mit dem Drehbuch. »Zwischendurch haben wir immer wieder für Roland Emmerich gearbeitet. Im Anschluss haben wir dann das Team für Manou eingesetzt. «

Die Erfahrung des Teams mit Computereffekten und auch die Geschichte gaben die Form des Animationsfilms vor. Das waren aber nicht die einzigen Gründe für die Entscheidung, mit dem Erstling ins animierte Fach zu gehen, sagt Block: »Der Animationsfilm gab uns die Freiheit, Sets selbst zu gestalten, ebenso die Charaktere. Wir sind nicht an einen extrem teuren Cast gebunden und müssen darum fürchten, ob wir den Film überhaupt fertigstellen können. «
Für die englischsprachige Version konnten sich Block und Haas große Namen sichern: Manous Eltern werden gesprochen von Kate Winslet und Willem Dafoe. Aber auch in der deutschen Fassung sind mit Dominik »Dodokay« Kuhn, der dem brasilianischen Perlhuhn Parcival einen schwäbischen Schnabel verpasst, und Oliver Kalkofe zwei Comedy-Schwergewichte am Start.

»Manou – flieg flink!«: ab 28.2., Cineplex

Weitere Filmtermine der Woche

Filmriss Filmquiz


Die beliebte Leipziger Rateshow mit André Thaetz und Lars Tunçay rund um alles, was flimmert, an jedem vierten Donnerstag im StuK.
28.2., 20.30 Uhr, Studentenkeller StuK

Die Fremde
Umay, eine junge Türkin, flieht mit ihrem Sohn Cem vor ihrem Ehemann nach Berlin zu ihren Eltern, trifft dort aber auf Ablehnung. Als sie erneut fliehen muss, hat das dramatische Folgen. – Psychoanalyse trifft Film
1.3., 19.30 Uhr, Passage Kinos

Bickels (Socialism)
Aufnahmen von 22 Bauwerken des Kibbutz-Baumeisters Samuel Bickels. Zweites Kapitel des Filmprojekts »Streetscapes« von Heinz Emigholz. – Rahmenprogramm der Ausstellung »Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft«
2.3., 17 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Erotikon
Das stumme Melodram ist einer der ersten erotischen Filme der Kinogeschichte. – Eröffnung der Reihe »Tschechische Meister. Literaturverfilmungen 1929-1967«
3.3., 19 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Magnetic
Das neueste Werk aus der Schmiede des Extremsportfilms »Nuit de la Glisse« – ein echtes Märchen von Männern und Frauen, die durch die Kraft der Ur-Elemente magnetisch angezogen werden. – FernBlick
4.3., 19.30 Uhr, Passage Kinos

She works hard
Utopien und neue Möglichkeiten, (künstlerische) Arbeit zu organisieren, werden in dieser Dokumentation diskutiert. – anschl. Gespräch mit der Regisseurin und der kulturpolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag
5.3., 19 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Gundermann
Wundervolle Spielfilmbiografie über den ostdeutschen Sänger und Musiker Gerhard Gundermann.
6.3., 21 Uhr, Ost-Passage Theater

Achternbusch-Werkschau im Luru-Kino in der Spinnerei

I Know the Way to the Hofbrauhaus (D 1991)
Improvisierte Lustfahrt quer durch München und Achternbuschs Welt.
6.3., 19 Uhr

Niemandsland (D 1991)
In einem fiktiven Ort in den USA, in dem nur atheistische Nachkommen Südtiroler Einwanderer leben, findet eine Gerichtsverhandlung statt. Der Angeklagte (Achternbusch) ist abwesend, wird aber leidenschaftlich von Familienmitgliedern verteidigt.
6.3., 21 Uhr

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