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Frühling in Bukarest

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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… und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

Seit das Land den Ratsvorsitz in der EU übernommen hat, brennt die politische Protestkultur in Rumänien stärker als zuvor. Im Dokumentarfilm »Portavoce« blickt der Leipziger Marcel Schreiter gemeinsam mit Ruxandra Gubernat und Henry Rammelt auf die Entwicklung eines aufflammenden Aktivismus. Eine ausführliche Vorstellung des Films gibt es im aktuellen kreuzer. Am 16.3. feiert der Film in der Schaubühne Lindenfels Premiere mit anschließender Diskussion mit den Regisseuren.

»Portavoce«: 16.3., 19 Uhr, Schaubühne Lindenfels, 28.3., 18 Uhr, Kinobar Prager Frühling jeweils in Anwesenheit der Regisseure

Mit 22 landet Bernd Trautmann in britischer Kriegsgefangenschaft in Manchester. Dort entdeckt ihn der lokale Händler Jack Friar, der für seine Fußballmannschaft noch einen fähigen Torhüter sucht. Bernd ist talentiert und beweist sich auf dem Platz. Doch auch nachdem der Krieg endet, ist der Graben tief zwischen den ehemaligen Feinden. Dass Bernd nicht zurück in die Heimat reist, liegt auch an Margaret, der Tochter seines neuen Trainers. Bald wird der legendäre Club Manchester City auf Bernd aufmerksam. Der Beginn einer beispiellosen Karriere. Eine Geschichte wie gemacht fürs Kino. Allerdings biegt Marcus H. Rosenmüller dafür einige Fakten zurecht und verschiebt Trautmann, der von David Kross nuanciert verkörpert wird, ein wenig in die Opferrolle. Rosenmüller erzählt seine Geschichte mit Leidenschaft und mit großer Geste. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.

»Trautmann«: ab 14.3., Passage Kinos, Regina Palast, CineStar

Das Café der Israelin Sarah aus West-Jerusalem wird beliefert von Saleem, einem Palästinenser aus Ost-Jerusalem. Obwohl sie Welten trennen und beide verheiratet sind, beginnen sie eine Affäre und riskieren damit alles, was ihnen wichtig ist. Als eines ihrer riskanten nächtlichen Treffen schief geht und sie aufzufliegen drohen, versuchen sie mit aller Macht zu retten, was von ihrem bisherigen Leben übrig ist. Doch sie müssen hilflos zusehen, wie ihre hektischen Bemühungen die Dinge weiter eskalieren lassen. Unter dem Druck der Besatzungsmaschinerie und des sozio-politischen Umfelds sind sie in einem Netz aus Lügen gefangen und nicht einmal die Wahrheit scheint ihnen noch helfen zu können. Ein Seitensprung, wie er überall in der Welt passieren könnte, bekommt in der geteilten Stadt Jerusalem eine gefährliche politische Dimension. Als Sarah und Saleem zur falschen Zeit am falschen Ort entdeckt werden, steht weit mehr auf dem Spiel, als nur ihre Ehen.

»Der Fall Sarah & Saleem«: 14., 16., 19.3., Schaubühne Lindenfels

Ein Traumbild, eine Wüstenwanderung. Wir sehen eine Gruppe junger Ägypter. Sie gehen, jeder für sich und doch gemeinsam, durch den dunklen Sand der Sinai-Halbinsel. Die Sonne steht noch tief, die Körper sind stumm, müde und schwer. Wir sehen Menschen, die aufgebrochen sind, vielleicht von einer Party. Aber wir sehen nicht, wohin sie wollen. Ein Bild, das sich derart mit Vergangenheit vollgesogen hat, dass es schwerfällt, in ihm eine Zukunft zu finden.

Das deutsch-ägyptische Regieduo Johanna Domke und Marouan Omara begleitet die jungen Angestellten eines der zahlreichen Luxushotels von Scharm el-Scheich. Postrevolutionäre Unruhen und Terrorattacken haben den Ferienort am Roten Meer aussterben lassen: die Hotelanlagen sind unbewohnt, die Pool-Gymnastik-Einheiten teilnehmerlos, die Ausgehmeilen gespenstisch leer. Die Flugzeuge mit den Touristen, das sehen wir immer wieder, überfliegen die Stadt, aber sie landen hier nicht mehr. Mit einer traumwandlerischen Aufmerksamkeit ergründet dieser Film die Lebensrealitäten, Sehnsüchte und Notlagen junger Ägypter, an deren Vergangenheiten sich auf einmal keine Zukünfte mehr anschließen. (DOK Leipzig)

»Dream Away«: ab 14.3., Cineding

Weitere Filmtermine der Woche

Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen
Das Geschäft mit dem Saatkorn ist millionenschwer und der Kampf um die Vorherrschaft entbehrungsreich. Die US-Filmer Taggart Siegel und Jon Betz decken Skandale auf, weisen aber auch Wege aus der Krise. – mit Vorfilm und Gästen, im Rahmen der Saatgut-Tauschbörse
16.3., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling


Die weiße Krankheit
Die Antikriegs-Utopie nach Karel Capek transportiert die Ängste am Vorabend des Weltkriegs. In einem fiktiven Staat bricht eine Epidemie aus. Armenarzt Galén kennt das Heilmittel, will es aber nur preisgeben, wenn der regierende Marschall seine Kriegspläne begräbt. – Tschechische Meister. Literaturverfilmungen 1929-1967
17.3., 19 Uhr, Schaubühne Lindenfels (OmU)


Miszmasz czyli Kogel Mogel 3
Kasia lebt noch immer im Dorf Brzozki. Ihr Sohn Marcin kehrt unerwartet nach Polen zurück und gerät sofort in Schwierigkeiten. In Warschau bricht unterdessen eine Krise in der Familie Wolanski aus. – Polnisches Kino
17.3., 20 Uhr, Cineplex (OmeU)


Vom Bauen der Zukunft – 100 Jahre Bauhaus
Die Geschichte der Kunst- und Architekturschule Bauhaus und die Einflüsse der Schule auf die heutige Architektur und Raumplanung.
17.3., 17 Uhr, Regina Palast


Oscar Shorts 2019: Live Action
Eine Auswahl der oscarnominierten Kurzfilme 2019: 5 Filme in 103 Minuten. (Filmstill: »Fauve«) – Shorts Attack
19.3., 19 Uhr, UT Connewitz


Oscar Shorts 2019: Animation
Eine Auswahl der oscarnominierten Kurzfilme 2019. 7 Filme in 73 Minuten. (Filmstill: »Weekends«) – Shorts Attack
19.3., 21.15 Uhr, UT Connewitz


Areal
Der Dokumentarfilm zeigt die Geschichte des Gartens der Familie Hundt in Grünau, damit auch die Veränderungen des Viertels von 1981 bis 2016 und wesentlich das Lebenswerk der Hundts in sich wandelnden Jahreszeiten. – anschl. Diskussion mit der Filmemacherin und der Familie Hundt
20.3., 20 Uhr, Ost-Passage Theater


Die fabelhafte Welt der Amélie
Originelles und selbstbewusst romantisches Kinomärchen rund um ein ganz besonderes Mädchen in Paris. Kino, das glücklich macht, zum Weltglückstag.
20.3., 18 Uhr, Kinobar Prager Frühling


Dui Rroma – Zwei Generationen, eine Geschichte
Die Geschichte Hugo Höllenreiners, einem Sinto, der mehrere Konzentrationslager überlebte und Opfer des KZ-Arztes Josef Mengele wurde. – anschl. Klavierkonzert und Gespräch mit der Regisseurin Iovanca Gaspar und dem Komponisten Adrian Gaspar, im Rahmen von »Gza hem dik / Geh und sieh«, Film- und Veranstaltungsprogramm zu Vergangenheit und Gegenwart von Roma
20.3., 18 Uhr, Alte Nikolaischule


Iron Sky 1 & Iron Sky 2
Vor sieben Jahren sorgte der Finne Timo Vuorensola für Aufsehen, als er Zombie-Nazis auf den Mond schickte und damit einen crowdfinanzierten Kinohit landete. Jetzt gibt es Nachschub und Teil eins und zwei heute Abend im Doppelpack.
20.3., 19 Uhr, Regina Palast


Orangentage
Familiendrama um das Erwachsenwerden und die erste Liebe des jungen Darek, der in einem kleinen tschechischen Dorf an der Grenze zu Deutschland lebt. Publikumspremiere am 20. März im Regina Palast mit der Buchautorin sowie den beiden Hauptdarstellern.
20.3., 15 Uhr, Regina Palast

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