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Musik als Meditation

Steve Gunn jammt gekonnt zwischen Country und Indien

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Der in Brooklyn lebende Musiker Steve Gunn kommt für ein Konzert nach Leipzig. kreuzer-Autor Kay Engelhardt ist sich sicher: Es wird ein Abend, um loszulassen und sich treiben zu lassen.

Als Teenager zog Steve Gunn in eine WG, in der bereits sieben andere Leute wohnten. Als jüngstes WG-Mitglied profitierte er besonders von der riesigen Plattensammlung seiner Hausgenossen. Alle Tonträger befanden sich in einem Raum und bildeten so etwas wie den physischen Prototypen eines modernen Streaming-Dienstes. Der Vielhörer sog alle Einflüsse dankbar auf und erweiterte sein mentales Musikzimmer insbesondere um Jazz und experimentelle Musik. So verwundert es kaum, dass er Sun Ra, John Coltrane und Bardo Pond als wichtige Einflüsse für seine Lesart von psychedelischem Pop benennt.

Tagsüber arbeitet Gunn übrigens in einer renommierten New Yorker Galerie. Auf seinem aktuellen Album »The Unseen In Between« wirkten unter anderem Bob Dylans Tour-Bassist Tony Garnier und Jazz-Drummer T.J. Mainani mit. Diese Kombination ist ein gutes Sinnbild für Gunns musikalischen Ansatz: Jammen trifft auf traditionelle Songstrukturen. Vor allem aus den Sparten Country und Folk. Obendrein integriert der in Brooklyn lebende Künstler ohne große Anstrengung Elemente klassischer indischer Musik in sein Gitarrenspiel. »Ich meditiere gern. Und Gitarre zu spielen ist auch eine Form des Meditierens. In guten Momenten kann ich loslassen und einfach schauen, wohin mich die Musik führt.« Wir sind absolut zuversichtlich, dass es viele solcher Momente im UT Connewitz geben wird.

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