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Der Proceß

Schneise der Verwüstung: Eine Zwischenbilanz der Leipziger Prozesse zum Neonazi-Angriff auf Connewitz

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Mehr als 200 Angeklagte, Bewährungsstrafen gegen »Teilgeständnisse«, Körperverletzungen, die vor Gericht keine Rolle spielen – die Leipziger Prozesse zum Neonazi-Angriff auf Connewitz ergeben ein komplexes Bild. Fest steht: Der Angriff wird die sächsische Justiz noch lange beschäftigen

Sieben Minuten dauert es. Jedesmal. Sieben Minuten, in denen die Staatsanwaltschaft Hausnummern, Geldbeträge, Autokennzeichen und Beschädigungen aneinanderreiht – zerstörte Schaufenster und eingeschlagene Seitenscheiben, abgetretene Außenspiegel, Brandschäden, verursacht von Sprengkörpern und Signalmunition. Am Ende steht eine Zahl: 113.000 Euro Schaden. 19 demolierte Autos, 23 beschädigte Kneipen und Geschäfte, so lautet die offizielle Bilanz des Angriffs von mehr als 200 rechten Hooligans und Neonazis auf den Stadtteil Connewitz.

Während des ersten Jahrestags von Legida am 11. Januar 2016 war die größtenteils vermummte Gruppe, mit Schlagwerkzeugen und Waffen ausgerüstet, durch die Wolfgang-Heinze-Straße gezogen. Ihr einziges Ziel, so formuliert es die Staatsanwaltschaft: »eine Schneise der Verwüstung«. Die Polizei setzte damals 215 der meist ortsunkundigen Angreifer fest. Sie waren vor den anrückenden Beamten in eine Seitenstraße geflüchtet, an deren Ende eine Polizeistation liegt.

Mammutaufgabe für die sächsische Justiz

Bis die ersten von ihnen wegen des Angriffs vor einem Leipziger Gericht stehen, vergehen mehr als zweieinhalb Jahre. Es ist eine Mammutaufgabe für die sächsische Justiz: In 103 Verfahren an den Amtsgerichten Leipzig, Torgau, Eilenburg und Grimma müssen sich meist zwei Angeklagte gleichzeitig für den von Rechten so angekündigten »Sturm auf Connewitz« verantworten, die meisten davon in Leipzig. Gegen neun der mutmaßlichen Täter wird in Dresden verhandelt.

Seit die Leipziger Prozessr…

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