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Auf ein Neues

Das Bio-Restaurant Macis startet noch mal durch – samt Bäckerei, Markt und Bistro


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Restaurant, Supermarkt, gläserne Backstube und Patisserie sowie eine Markthalle im Stil der zwanziger Jahre – nach acht Monaten Schließzeit ist das Bio-Restaurant Macis nun komplett umgebaut und neu gestaltet.

Selten erreichten die Redaktion so viele »Trauerbriefe« wie im vergangenen Jahr, als das Macis schloss, ein Konglomerat aus Bio-Restaurant, -Supermarkt und -Café. Wären doch alle öfter hingegangen … Aber das ist Geschichte. Mit dem Blick nach vorn wurde eine neue Gesellschaft gegründet, die Herzig & Herzig Bio-Lebensmittel GmbH mit Sabine und Olaf Herzig als Geschäftsführern. »Die Renovierung haben Stammgäste finanziert«, ist von Olaf Herzig bei der Eröffnung zu erfahren. Beim Umbau wurde jedenfalls nicht gekleckert, sondern richtig Gas gegeben, um für das modifizierte, auf fünf Säulen ruhende Konzept den richtigen Rahmen zu finden. Und so entstand hier mit Restaurant, Supermarkt, gläserner Backstube und Patisserie sowie einer Markthalle im Stil der zwanziger Jahre an alter Stelle etwas Neues. Was blieb, ist die volle Konzentration auf Bio im Lebensmittel- und Getränkebereich. Das zertifizierte Sortiment rückt die Region stärker in den Fokus als vorher und in der Markthalle mit ihren Bistrotischen gibt es hausgemachte Aufstriche, Fisch aus Wildfang und Fleisch von Bio-Bauern. Die sogenannte Non-Food-Abteilung mit Drogeriewaren wurde abgeschafft. Der hohe Anspruch blieb.

Auch das Restaurant ist nach acht Monaten Schließzeit nun komplett umgebaut und neu gestaltet. Von den Plätzen auf der neu eingezogenen Galerie hat man das Stadthaus im Blick. Hier stehen vor allem kleinere Einzeltische, während unten 
zusätzlich eine große Tafel vor dem Tresen zum gemeinsamen Essen einlädt. Innenarchitektin Sandra von Bismarck vom Berliner Studio Pauquet wollte nur »gute Plätze« schaffen, damit der ehemalige, etwas hallige Charakter des großen Gastraumes wohlfühliger wird: »Wir haben mit Sichtbeton und Kalksandstein gearbeitet und erst mal alles freigelegt, auch Mauern, also genommen, was uns gefiel, und ergänzt, was nötig war.« Besonders auffällig wirken Stuck an der neuen Decke und ein Kronleuchter aus einem Kasino in Frankreich. Herausgekommen ist ein Mix aus Industrial Style und Used Look, der eine intimere Atmosphäre schafft, als vorher zu erleben war.

Gewohnte Qualität und ganzheitlich angelegtes Bio-Konzept

Die Speisekarte ändert sich monatlich. Olaf Herzig leitet die Küche gemeinsam mit Max-Henry Müller, der sich bereits in der Residenz im Herrenhaus Möckern Verdienste erworben hat. Da beide, wie sie betonen, ihre Affinität zu »guten Produkten und ehrlichem Essen« teilen, kann man sich offensichtlich auch in der neuen »Mazisblüte« auf die gewohnte Qualität verlassen. Mittags stellt man sich aus einer kleinen Karte Menüs zusammen, zum Beispiel Gelbes Curry und Lammbrust vom Lavasteingrill. Abends darf es dann bei Kabeljau und Pulpo auf Mangold mit Limetten-Hollandaise gern mehr sein. Kurz nach der Eröffnung erlebten wir hier unter anderem Crostini (aus der eigenen Bäckerei) mit Taleggio, eine ebenso schöne Vorspeise wie der leicht angebratene Radicchio, dessen naturgegebene Bitternote dünn gehobelte Streifen von Pecorino milderten. Die sich anschließende Kalbsleber auf Blattspinat erfüllte das Versprechen der Küche von internationalen Klassikern, die Römischen Gnocchi mit Kohlrabi das von zeitgenössischen, in diesem Fall vegetarischen Menüs. Das Römische an den Gnocchi ist ihre aufwendige Zubereitung, wobei auch ihre runde Form nicht mit den gewohnten Produkten aus Kartoffelteig zu vergleichen ist. Im schönen Zusammenspiel mit einem Winzersekt von Weingut Ludwigs, Christmanns Spätburgunder und einer edelsüßen Riesling Spätlese vom Mosel-Weingut Busch erfüllten sich an diesem Abend hier alle Erwartungen an ein rundes kulinarisches Erlebnis.

Übrigens: Zur Arbeitskleidung, auch im sehr versiert auftretenden Service, 
gehören Schürzen aus rhabarbergegerbtem Leder. Herzigs meinen es ernst mit 
ihrem ganzheitlich angelegten Bio-Konzept.

■ Macis, Bio-Restaurant, -Bäckerei, -Markthalle, -Supermarkt, Markgrafenstr. 10, 04109 Leipzig, Tel. 2 22 87 50, Restaurant: Mo–Sa 11.30–14.30, 17.30–22.30, Bäckerei/Patisserie: Mo–Sa 7–20, So 8–13, Biomarkt/Markthalle: Mo–Sa 8–20 Uhr, Preise: mittags 2 Gänge 15, 3 Gänge 18 €, Hauptspeisen abends 15–26 €, Menüs ab 39 €, http://www.macis-leipzig.de

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