Startseite / Film / Mach was

Mach was

Die Kinostarts der Woche im Überblick

Größeres Bild

…und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

Nimmt man die »Fridays for Future«-Proteste zum Maßstab, müssten die diesjährigen Umwelttage ein Renner werden. Neben der großen Sause an der Sachsenbrücke und vielen Veranstaltungen, gibt es auch wieder eine Filmreihe in der Kinobar, mit Dokumentar- und Spielfilmen, die sich mit Umweltthemen auseinandersetzen. Einen Einblick gibt es weiter unten und auf kreuzer-leipzig.de.
»Leipziger Umwelttage«: 5.–9.6. Kinobar Prager Frühling

Film der Woche: Gyllen hat an seinem 18. Geburtstag Ärger mit seiner Familie, mit der er gerade Urlaub in Marokko macht. Kurzerhand klaut er das Wohnmobil und lässt Mutter, Stiefvater und Schwester zurück, um sich nach Frankreich abzusetzen, wo sein Vater wohnt. Unterstützung erhält er zufällig durch den gleichaltrigen William, der aus dem Kongo geflohen ist, um sich in Frankreich auf die Suche nach seinem älteren Bruder zu begeben. Da die beiden Jungs keinen Führerschein oder gültige Papiere haben, suchen sie sich Hilfe bei dem deutschen Alt-Hippie Luttger, der das Wohnmobil für sie auf die Fähre bringen soll – und dabei noch eine hübsche Portion Hasch über die Grenze schmuggelt. Mit geradezu spielerischer Leichtigkeit erzählt Sebastian Schipper, der zuletzt mit seinem in einer einzigen Einstellung gedrehten Thriller »Victoria« für Aufsehen sorgte, hier eine liebenswerte Freundschaftsgeschichte, die vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik angesiedelt ist und auch darüber hinaus Tiefgang nicht vermissen lässt. Ausführliche Kritik von Frank Brenner im aktuellen kreuzer.

»Roads«: ab 30.5., Passage Kinos

Kun ist der Mittelpunkt der Familie. Der 4-Jährige lebt ein glückliches Leben mit seinen Eltern in Yokohama. Doch dann bekommt die Familie Zuwachs und die kleine Mirai braucht plötzlich alle Aufmerksamkeit. Kun rückt in die zweite Reihe, eine Rolle, die ihm garnicht gefällt. Ständige Wutausbrüche sind die Folge. Kun versteht nicht, warum er seine kleine Schwester lieben sollte. Bis er auf magische Weise die große Mirai trifft und sie mit ihm eine Reise in die Vergangenheit und Zukunft macht. Mamoru Hosoda („Summer Wars“) erzählt seine Geschichte konsequent aus der Perspektive eines Vierjährigen. Das macht seinen Film vor allem für Eltern sehenswert, gelingt es ihm doch vorzüglich, die Welt eines Kindes verständlich zu machen. Das beißt sich hierzulande leider ein wenig mit der kindgerechten Synchronisation. „Mirai“ ist aber so viel mehr als ein Zeichentrickfilm für Kinder. Vielmehr verbergen sich unter dem phantastischen Deckmantel tiefe Einblicke in unsere Rollen als Teil einer Familie. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.

»Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft«: ab 30.5., Kinobar Prager Frühling, Cineding, Regina Palast

Ein Raumschiff, irgendwo im All, weit jenseits unseres Sonnensystems. An Bord ein junger Mann namens Monte (Robert Pattinson) und ein Baby. Wenn Willow schläft, geht Monte seiner Arbeit nach, bewirtschaftet den Garten und versucht die Schrottkiste zusammen zuhalten. Sie sind die letzten Überlebenden einer Himmelfahrtsmission einer Gruppe von Straftätern, die ein weit entferntes Schwarzes Loch untersuchen sollte. Aufseherin an Bord war Dr. Dibs (Juliette Binoche), eine Ärztin, die mit den Insassen Fruchtbarkeitsexperimente durchführte. Die aufgeladene Stimmung führte bald zu aggressiven Ausbrüchen. Der erste Ausflug ins All der französischen Autorenfilmerin Claire Denis („Meine schöne innere Sonne“) ist kein herkömmlicher Science Fiction. Denis geht es um zwischenmenschliche Spannung, das Setting und die Mission sind Nebensache. Dabei geht sie äußerst drastisch zu Werke, was viele Kinogänger verstören dürfte. Der unheilvolle Score von Stuart Staples (Tindersticks) trägt zur dichten Atmosphäre bei. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.

»High Life«: ab 30.5., Kinobar Prager Frühling

Darek hat Hugo eindeutig auf dem Kieker. Kurz vor Ende der Schulstunde droht er, ihn fertig zu machen. Mit dem Klingeln beginnt eine Verfolgungsjagd auf Fahrrädern durch den kleinen Ort, über die Landstraße entlang der deutsch-tschechischen Grenze. Sie endet am Friedhof. Hier stellt Darek seinen Mitschüler und prügelt sich mit ihm – und es wird klar, dass Darek nur seine Schwester verteidigt. Der vermeintliche Bully wird zum Protagonisten der Geschichte. Darek ist vierzehn und lebt mit seinem Vater und der kleinen Schwester Ema, die durchs Down-Syndrom zwar etwas langsamer ist, aber die Defizite durch ihre entwaffnende Fröhlichkeit ausgleicht. Für den Teenager ist es allerdings manchmal nicht leicht, die Verantwortung für seine Schwester zu übernehmen, zumal er immer noch schwer mit dem Tod der Mutter zu kämpfen hat. Ebenso wie sein Vater, der sich der Verantwortung genauso entzieht wie dem Gespräch mit dem Jugendamt. »Orangentage« erzählt eine sonnendurchflutete Geschichte vom Erwachsenwerden, entstanden in der Grenzregion um Zittau. Einen ausführlichen Text über die Entstehung und die Hintergründe gibt es hier.
»Orangentage«: ab 30.5., Regina Palast

Weitere Filmtermine der Woche

Berlin is burning
Voguing als Empowerment fur queere Refugees. – im Rahmen des Balance Club/Culture Festivals
31.5., 16 Uhr, Galerie KUB

Dave Made a Maze
Dave (Nick Thune) ist Künstler, hat in seinem Leben allerdings noch nichts Erwähenswertes geschaffen. Aus Frustration baut er sich ein Fort aus Pappkartons in seinem Wohnzimmer. Als er sich darin zurückzieht, entspinnt sich im Innern eine magische Welt voller Fallen, Gefahren und Kreaturen – er sieht sich gefangen in und bedroht von seiner eigenen Kreation und kann nicht mehr aus eigener Kraft entkommen. Daves Freundin Annie (Meera Rohit Kumbhani) stellt ein exzentrisches Rettungsteam zusammen, um dem Gefangenen aus der Patsche zu helfen – obwohl dieser sie ausdrücklich vor einem Betreten des Labyrinths warnt.
31.5., 21.30 Uhr, Luru Kino in der Spinnerei (OmU)

Areal 


Der Dokumentarfilm zeigt die Geschichte des Gartens der Familie Hundt in Grünau, damit auch die Veränderungen des Viertels von 1981 bis 2016 und wesentlich das Lebenswerk der Hundts in sich wandelnden Jahreszeiten. – in Anwesenheit von Cast und Crew


1.6., 15 Uhr, Cineplex

Kurier 


Thriller-Drama über Jan Nowak Jezioranski, einer der Schlüsselfiguren des polnischen Widerstands im Zweiten Weltkrieg. – Polnisches Kino
1.6., 17.30 Uhr, 2.6., 20 Uhr, Cineplex

Unser kurzes Leben 


Die junge Architektin Franziska trennt sich von ihrem Mann und scheidet freiwillig aus dem Mitarbeiterstab eines berühmten Dresdner Professors aus, um in einem Kleinstadtbüro zu arbeiten. Dort will sie ihre hohen Ansprüche an sozial orientierten Städtebau verwirklichen, gerät darüber allerdings mit dem Stadtarchitekten Schafheutlin aneinander. Drama nach Motiven des teils autobiografischen Romans »Franziska Linkerhand« der Schriftstellerin Brigitte Reimann.
2.6., 18 Uhr, Grassi-Museum für Angewandte Kunst


Capernaum – Stadt der Hoffnung 


Der junge Zain wächst auf den Straßen von Beirut auf, wo Gewalt an der Tagesordnung ist. Als er im Knast landet, beschließt der 12-Jährige, seine Eltern zu verklagen – dafür, dass sie ihn in die Welt gesetzt haben. Oscarnominiertes, berührendes Drama.
3.–5.6., 20 Uhr, UT Connewitz (OmU)


Ex machina 
Der 26-jährige Web-Programmierer Caleb meistert ein firmeninternes Gewinnspiel mit Bravour. Sein Preis besteht darin seinen obersten Vorgesetzten, den öffentlichkeitsscheuen Konzernchef Nathan, auf dessen abgelegenem Grundstück in den Bergen besuchen zu dürfen. Doch Caleb ist nicht der schönen Aussicht wegen in das Refugium eingeladen worden. Schnell wird ihm klar, dass seine Anwesenheit Teil eines Experiments ist. In seinem Domizil beherbergt Nathan nämlich die weltweit erste Künstliche Intelligenz: den weiblichen Roboter Ava, mit dem Caleb eine Verbindung aufbauen soll. Schon bald geraten er, Nathan und Ava in ein gefährliches Dreieck aus Liebe, Eifersucht und Misstrauen. – Wissenschaftskino mit anschl. Gespräch mit Prof. Dr. Nihat Ay (Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften), Prof. Dr. Jens Räkel und Prof. Dr. Detlef Riemer (beide Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig)

4.6., 19 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum


Mischling 


Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte einer in Nazi-Deutschland gefangenen jüdischen Familie und die Rückkehr der Überlebenden Judy Rosenberg, welche Jahrzehnte später im ihre Heimat zurückkommt, um sich der Vergangenheit zu stellen. Im Anschluss Zeitzeugengespräch mit der Protagonistin Judy Rosenberg und dem Regisseur Jason Oberlander.
4.6., 18 Uhr, Ariowitsch-Haus

Bharat 
Bollywood-Adaption des südkoreanischen Erfolgsfilms »Ode to my father«. – Indisches Kino
5.6., 19.30 Uhr, Cineplex (OmeU)


Climate Warriors 


Carl-A. Fechner, selbst leidenschaftlicher Klimakämpfer, zeigt mit seiner neuen Doku, wie die Energiewende gelingen kann – und zwar weltweit. Ein ermutigendes Plädoyer für Frieden und soziale Gerechtigkeit. – Leipziger Umwelttage
5.6., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Mid 90s


Jonah Hill erzählt in seinem bemerkenswerten Regiedebüt eine warmherzige Coming-of-Age-Story im Skatermilieu Kaliforniens.
5.6., 21 Uhr, Ost-Passage Theater


Gegen den Strom
Charmante Komödie von Benedikt Erlingsson (»Von Menschen und Pferden«) um eine Chorleiterin, die nachts als Umweltaktivistin gegen die Ausbeutung der isländischen Highlands kämpft. – Leipziger Umwelttage


6.6., 19 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare