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Neu und draußen

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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… und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

Pool Garden und Schaubühne Lindenfels präsentieren in diesem Jahr zum ersten Mal ein gemeinsames Open Air Kino. Immer mittwochs bis samstags flimmert es auf der Kammgartenspinnerei. Am 7.6. wird es stilvoll eröffnet, mit »Bohemian Rhapsody«. Danach gibt es u.a. viele weitere Musikfilme wie »Blues Brothers« und »Gundermann«. Weitere Filme und Termine im Kalender auf kreuzer-leipzig.de
»Sommerkino im Pool Garden«: ab 7.6.


Film der Woche: Jong-su driftet durch sein Leben. Gelegenheitsjobs halten ihn über Wasser. Eigentlich will er an seinem Roman arbeiten, aber es fehlt an Mitteln und Antrieb. Da trifft er auf seine frühere Klassenkameradin Hae-mi. Zwischen den beiden funkt es, doch Hae-mi reist kurz darauf für einen längeren Aufenthalt nach Kenia. Sie bittet Jong-su darum, sich um ihre Katze zu kümmern. Und hier wird es seltsam in Lee Chang-dongs Adaption einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami. Denn erstens ist die Katze nirgendwo in dem winzigen Appartement zu finden, und dann taucht Hae-mi auch noch mit dem mysteriösen Emporkömmling Ben im Schlepptau auf. Zwischen den Dreien entwickelt sich eine seltsame Bande. Der vielfach preisgekrönte koreanische Arthouse-Regisseur Lee Chang-Dong („Secret Sunshine“) entwickelt ein schleichendes Drama aus dem Werk des japanischen Meisters des Mysteriösen, Haruki Murakami. Eine nahezu perfekte Kombination.

»Burning«: ab 6.6.

Der französische Autorenfilmer Olivier Assayas (»Carlos – Der Schakal«) reflektiert die Auswirkungen des digitalen Zeitalters am Beispiel des Verlagswesens und stürzt seinen Protagonisten, den Verleger Alain, in eine Sinnkrise, die sich in seinem beruflichen Leben ebenso widerspiegelt wie im privaten. Leider scheitert Assayas an seinen Ambitionen und lässt die exquisite Besetzung endlose Dialoge aufsagen. Das wirkt auf Dauer höchst ermüdend.

»Zwischen den Zeilen«: ab 6.6., Passage Kinos

Masato (Takumi Saitoh) hat seine Mutter früh verloren. Sein Vater vegetiert seit langer Zeit vor sich hin. Sie teilen sich zwar ein Haus und Masato kocht in seinem Ramen-Restaurant, aber sie reden praktisch nicht miteinander. Als sein Vater eines Morgens nach einer durchzechten Nacht nicht mehr aufwacht, macht sich Masato auf den Weg nach Singapur. Von dort kam seine Mutter nach Japan. Hier lebt ein Teil seiner Familie, den er nie kennenlernte. Masato will die Geschichte verstehen und der Weg dorthin führt durch die Küche seiner Familie. Die kulinarische Reise führt zwei unterschiedliche Kulturen zueinander, die der Krieg mit dem Einmarsch der Japaner in die britische Kolonie 1942 entzweite. Der aus Singapur stammende Regisseur Eric Khoo erzählt in »Ramen Shop« behutsam von einer Versöhnung, die durch den Magen geht. Drei Generationen spiegeln den schwierigen Umgang mit der Vergangenheit und einem Schuldeingeständnis, das es nie gegeben hat. Die Großmutter verlor ihren Mann durch die Japaner, um dann mit ansehen zu müssen, wie ihre Tochter der Liebe nach Japan folgt. Erst die dritte Generation überwindet die tiefen Gräben, die die Zeit gerissen hat. Seine Weltpremiere feierte die Koproduktion im kulinarischen Kino der Berlinale. Ein perfekter Ort, lebt der Film doch vor allem von seiner Leidenschaft zum Essen. Die kunstvoll arrangierten Gerichte machen sich gut in jedem Food-Blog und definitiv Lust zu kochen. Die Inszenierung der Geschichte greift allerdings allzu oft zum Zuckerguss, den vor allem die Musik über die Szenen gießt.

»Ramen Shop«: Kinobar Prager Frühling

Das Glück scheint perfekt: Micha (Christoph Bach) und Natalie (Alwara Höfels) sind glückliche Eltern der lebensfrohen, aufgeweckten Jana, das zweite Kind ist auf dem Weg. Doch da wird bei ihrer Tochter ein Herzfehler entdeckt. Das kommende Jahr verbringt die Achtjährige in der Klinik, doch auch nach 15 Monaten ist immer noch kein Spenderherz verfügbar. Während Natalie sich hilflos dem Schicksal und den Ärzten hingibt, will Micha nicht untätig herumsitzen: Er kontaktiert eine rumänische Firma, die mit Organspenden Geschäfte macht. Doch bleibt die Herkunft des Spenderherzes im Dunkeln. Was ist der richtige Weg? Sollte man alles in der Macht Stehende unternehmen, um das Leben des eigenen Kindes zu retten oder gibt es Grenzen? Dieser moralischen Zwickmühle geht der hervorragend besetzte Film von Steffen Weinert auf den Grund. Er schildert eine scheinbar ausweglose Situation und steigert sein Familiendrama in der zweiten Hälfte zum Thriller, der manchmal etwas plakativ wirkt, aber bis zum Finale spannend bleibt.

»Das Leben meiner Tochter«: ab 6.6., Schauburg

Weitere Filmtermine der Woche

Leipziger Umwelttage
5.-9.6. Kinobar Prager Frühling

Gegen den Strom
Charmante Komödie von Benedikt Erlingsson (»Von Menschen und Pferden«) um eine Chorleiterin, die nachts als Umweltaktivistin gegen die Ausbeutung der isländischen Highlands kämpft. – Leipziger Umwelttage
6.6., 19 Uhr 



Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen
Das Geschäft mit dem Saatkorn ist millionenschwer und der Kampf um die Vorherrschaft entbehrungsreich. Die US-Filmer Taggart Siegel und Jon Betz decken Skandale auf, weisen aber auch Wege aus der Krise. – mit Vorfilm im Rahmen der Leipziger Umwelttage


7.6., 17 Uhr



Dark Eden
Die Leipzigerin Jasmin Herold schildert in ihrem Dokumentarfilm das existenzialistische Drama um den Segen und Fluch der Erdölgewinnung. – mit Vorfilm im Rahmen der Leipziger Umwelttage
8.6., 17 Uhr



Fair Traders
Drei Geschäftsführer aus der freien Wirtschaft, zwei aus der Schweiz und eine aus Deutschland, wollen mit ihren Unternehmen Verantwortung für die Gesellschaft und kommende Generationen übernehmen. – mit Vorfilm im Rahmen der Leipziger Umwelttage
9.6., 17 Uhr




Bohemian Rhapsody


Die bewegende Erfolgsgeschichte von Freddie Mercury und Queen.
 Auftakt des Sommerkinos im Pool Garden


7.6., 21 Uhr, Sommerkino im Pool Garden




Blues Brothers


Gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, gelobt der Ganove Jake endlich Besserung und hat dafür auch schon eine Idee. Gemeinsam mit seinem Bruder Elwood Blues will er ihre alte Band wieder zusammenbringen, um an die 5000 Dollar zu kommen, die dem Waisenhaus fehlen, in dem sie selber früher aufgewachsen sind. Kultige Action-Komödie, in der die legendären Dan Aykroyd und Jim Belushi halb Chicago und Umland verwüsten.
13.6., 21 Uhr, Sommerkino im Pool Garden




Vivement dimanche!
Eine Sekretärin versucht ihrem in Mordverdacht geratenen Chef zu helfen. Glänzendes, die »schwarzen Krimis« sowie Hitchcock zitierendes Spannungskino, in dem ständig etwas Unerwartetes passiert. Aus falschen Fährten und verwirrenden Einzelheiten entwickelt sich Truffauts letzter Film zu einer rasanten Krimi-Komödie. – Filme mit Freunden
7.6., 20 Uhr, Pöge-Haus (OmU)




Blown Away – Music, Miles and Magic


Hannes Koch und Ben Schaschek sind ihrer Entdeckungslust und neuen Wegen gefolgt, um eine ganz persönliche Reise zu unternehmen. Sie nutzten ihren langjährigen Segeltörn um die Welt dafür, viele einzigartige Musikerinnen und Musiker weltweit miteinander zu verbinden. Am 8.6. Gespräch & musikalische Einlage mit den Musikern Hannes Koch, Lincoln Davis.
8.6., 20.30 Uhr, Passage Kinos




Die Berliner Moderne / Siemensstadt / Last Exit Alexanderplatz – Neues Bauen
Berlin im Wandel: Architektur-Dokumentarfilme aus der Hauptstadt zwischen 2009 und 2015.
9.6., 18 Uhr, Grassi-Museum für Angewandte Kunst




Ein Gauner und Gentleman


Eine Schauspiellegende nimmt ihren Hut: Robert Redford ist noch einmal in einer maßgeschneiderten Hauptrolle zu sehen, als gealterter Bankräuber mit Charme, Witz und Charakter.
9.6., 17 Uhr, Regina Palast




Control


Der Fotograf und Videoclip-Regisseur Anton Corbijn drehte einen schönen und wehmütigen Musikfilm über das kurze Leben der Independent-Ikone Ian Curtis. – Special zum WGT
10.6., 11.30 Uhr, Passage Kino




The Dead Don’t Die


Eine Zombiekomödie von Jim Jarmusch mit Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Steve Buscemi, Tom Waits, Danny Glover, Selena Gomez, The RZA und Iggy Pop – noch Fragen? Morbider Spaß dürfte garantiert sein.
10.6., 20.30 Uhr, Passage Kinos (OmU)




Anker der Liebe


Spanisch-englische Tragikomödie, die sich mit queerer Familienplanung auseinandersetzt.
11.6., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato (OmU)




Shoplifters


Der japanische Regisseur Hirokazu Koreeda (»Nobody Knows«) findet eine warmherzige Antwort auf die essenzielle Frage, was Familie bedeutet.
12.6., 21 Uhr, Ost-Passage Theater (OmU)

Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum


1972 gründeten ein paar Arbeiter*innen und Revolutionäre bei Opel in Bochum die »Gruppe oppositioneller Gewerkschafter« (GoG). Die Chronik eines Arbeitskampfes. – Am 13.6. in Anwesenheit von Protagonisten und der Regisseurin Johanna Schellhagen
13.6., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato




Liebesfilm


Der charmante, humorvolle und absolut entscheidungsunfähige Lenz aus Berlin-Kreuzberg verliebt sich in die eigensinnige und lebenslustige Ira, mit der er einen unbeschwerten Sommer verbringt. Doch dann prallen ihre unterschiedlichen Ansichten einer gemeinsamen Zukunft aufeinander.
12.- 14.6., 20 Uhr, UT Connewitz

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