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»Jazz ist wie das Wetter«

Jazzsängerin Uschi Brüning über Pop, Jazz und die Frage, warum Deutsche nicht tanzen

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Sie hat in den siebziger Jahren mit Manfred Krug und Klaus Lenz gespielt, den Jazz in der DDR mitgeprägt und ist mit Veröffentlichungen von Alben und nun auch einem Buch immer noch umtriebig. Die Zeit für eine Autobiographie, Anlass dieses Gespräches auf der vergangenen Buchmesse, sei einfach reif gewesen, schließlich hat Uschi Brüning über die Vergangenheit wie die Gegenwart des Genres einiges zu sagen.

kreuzer: Wie ist Jazz damals überhaupt in die DDR gekommen?

USCHI BRÜNING: Der Jazz hat sich während des Krieges und des Wiederaufbaus zurückgezogen und dann wieder angefangen, der ist nie gestorben. Die Musiker haben weitergemacht, als sie wieder Instrumente und Anlagen hatten. Das hat nie aufgehört, so, wie das Wetter nie aufhört. Das ist auch immer da.

kreuzer: Wann war denn der Moment, als Sie sich dachten, »Das ist es, das muss ich versuchen«?

BRÜNING: Wir haben damals am Radio gehangen, hatten keinen Plattenspieler und nichts. Da bin ich durch den Gemüsegarten durch, mir hat so vieles gefallen: Ella Fitzgerald, Katarina Valente, oder die berühmte Sängerin Bärbel Bachholz, ich habe alles aufgenommen. Ich merkte aber, dass diese Jazzmusik, Ella und Mahia Jackson oder Ray Charles, mich in der Seele traf. Das konnte ich von den Schlagern nicht sagen. Die haben mich begeistert, ich habe als Konsumentin mitgesungen, aber letztlich blieb die Botschaft derer haften,…

> Uschi Brüning ist am 28.6. im Rahmen der »Feministischen Sommeruni« der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft und des Digitalen Deutschen Frauenarchivs im Kupfersaal als Diskutierende zu Gast

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