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Der Anleiter

Regisseur Danilo Riedl rührt das Cammerspiele-Sommertheater an

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Wer schon länger in Leipziger Theater geht, kennt Danilo Riedl. Für die Cammerspiele darf er nun erstmals im Sommertheater Regie führen.

Wer schon länger in Leipziger Theater geht, kennt Danilo Riedl. Er hat ihn vielleicht im »Vagina-Penis-Dialog« auf der Bühne erlebt. Oder sie hat seine Inszenierung »Der Tod liegt in der Luft« gesehen. Beide Produktionen fanden vor mehr als einem Jahrzehnt in den Cammerspielen statt. Auch wenn Riedl nicht nur hier Theater macht, so verbindet sich sein Name doch besonders mit dem Connewitzer Ort. Für die Cammerspiele darf er nun erstmals im Sommertheater Regie führen.

»Theater reizte mich schon in der Kindheit, ich brauchte die Aufmerksamkeit.« Riedl spielte im Schultheater, nach seinem Umzug aus dem Vogtland nach Leipzig 2002 machte er hier damit weiter. Seit insgesamt 13 Jahren gestaltet er die Freie Szene in der Stadt mit. »Schauspiel wollte ich nicht studieren, da hab ich gekniffen. Das ist auch gut so, Schauspieler ist ein harter Job. Klar fehlt mir das Handwerk.« Auch darum sei er irgendwann in die Regie gewechselt. »Ich habe gemerkt, dass das die anderen Schauspieler oft besser können, dafür kann ich sie anleiten«, sagt Riedl, der nebenbei noch in »klassischem Dinnertheater« spielt, um sich zu finanzieren.

Eine »Auszeichnung« nennt er den Ruf der Cammerspiele an ihn, dort Sommertheaterregie zu führen. Sie haben ihm das Stück »Adams Äpfel« vorgeschlagen, was er gut findet. »Ich mag es, wenn man nicht textverliebt ist, weil man sein Lieblingsstück inszeniert, sondern sich erst reindenken muss.« Die Groteske (Buch: Anders Thomas Jensen) um die Resozialisierung einer kaputten Gruppe will Riedl mit »schwarzem Humor und Tiefgang« zeigen. »Das soll nicht zu platt werden, aber auf nicht triviale Weise auch Unterhaltungswert haben.« Es gehe um gängige Ressentiments, weshalb das Stück gut in diese Zeit passe, aber auch deren Brüche. »Meine Inszenierung ist musikalisch aufgeladen und ein bisschen drüber.«

Dafür wird auch Donis sorgen, der mitspielt. Wie er den Popper von Leipzig-Süd für die Theaterbühne gewonnen hat, will Riedl nicht sagen. Auch von weiteren Projekten möchte er nicht viel verraten, weil die noch nicht in trockenen Tüchern seien. Allein, dass er einen Roger-Willemsen-Abend plant, lässt Danilo Riedl durchblicken. Da sei er auch ein bisschen textverliebt.

> »Adams Äpfel«: 17.7. (Premiere), 18.–20., 24.–27., 31.7., 19.30 Uhr, Galerie KUB

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