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Graffiti für die Fahrradstraße

Radfahrende sprühen zum zweiten Mal eigene Verkehrszeichen auf die Straße

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Nach einer Guerilla-Aktion im Musikviertel hat die Stadt eine neue Fahrbahn-Beschriftung auf der Fahrradstraße angebracht. Allerdings die falsche, meinen die Rad-Aktivisten und greifen erneut zur Sprühdose. Unterstützung kommt von den Grünen.

Die handgemachten Verkehrszeichen aus Kreide sind wieder auf der Straße. Pierre L. und Lucy K.* sprühten in der Nacht zu Donnerstag erneut Fahrradstraßen-Symbole auf den Asphalt. Dieses Mal markierten sie nicht nur die Fahrradstraße in der Beethovenstraße, sondern auch die vor der Thomaskirche.

Nachdem in der vergangenen Woche Fahrradpiktogramme auf der Beethovenstraße auftauchten, hatte die Fraktion der Grünen eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Kristina Weyh, zukünftige verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Stadtrat, erklärte dem kreuzer, dass die Grünen wissen wollen, wie die Fahrradstraßen sichtbarer markiert werden könnten – zusätzlich zu den Schildern. In anderen Städten würden die Straßeneingänge eingefärbt und weitere Markierungen gesetzt, so Weyh. Die Grünen wollen nun wissen, welche Maßnahmen die Verwaltung künftig auf Leipzig übertragen möchte. In der Oktober-Ratsversammlung will die Verwaltung antworten.

Rad-Aktivist: »Frech und ignorant«

Tatsächlich handelte die Verwaltung aber schon vergangenen Freitag. Statt Fahrradstraßen-Symbolen sieht man jetzt ein großes »Tempo 30« auf dem Asphalt. »Frech und ignorant«, nennt Pierre L. die »30« auf der Fahrbahn, »und zudem falsch, weil es sich um keine 30er-Zone handelt«.

Dank eines Zusatzschildes darf die Fahrradstraße im Musikviertel auch mit dem Auto genutzt werden, von Anliegern und zum Parken. In erster Linie soll die Beethovenstraße aber den Fahrrädern vorbehalten sein. Motorisierter Verkehr soll sie weder behindern noch gefährden, heißt es in der Straßenverkehrsordnung über Fahrradstraßen. Wie eine große »30« auf der Straße dazu beitragen soll, den Autofahrern das bewusst zu machen, bleibt vorerst das Geheimnis der Stadtverwaltung. Sie äußerte sich bis zum Redaktionsschluss nicht zu den Vorgängen. Genauso blieb unbeantwortet, ob die neue Markierung in der Beethovenstraße mit der Graffiti-Aktion der vergangenen Woche zusammenhängt. Das hatten die Grünen auf Facebook vermutet.

Die Rad-Aktivisten zeigen sich kämpferisch: »Wir machen das so lange, bis sich was bewegt und die Stadt sich dazu herablässt, sich diesem Thema im Sinne der Radfahrenden zu widmen«, kündigt Lucy K. an. Themen gäbe es genügend, auch über die Fahrradstraßen hinaus.

*Namen von Redaktion geändert

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