Startseite / Film / Am Ende die Preise

Am Ende die Preise

Die Kinostarts der Woche im Überblick

Größeres Bild

… und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

Geschafft: Die 19. Leipziger Filmkunstmesse ist rum und damit auch die 1. Leipziger Kinotage. Das Konzept eines konzentrierteren öffentlichen Programms ging auf. Die Kinos waren gut besucht, Highlights wie »Parasite« und »Lara« lockten. Letzterer dann auch mit hohem Besuch und passend zur Verleihung der AG Kino Gildepreise 2019, wo »Lara« als bester deutscher Spielfilm gewann. In einer exklusiven Vorab-Premiere dürfen die Leipziger sich schon diese Woche von Corinna Harfouchs intensiver Darstellung überzeugen, bevor der Film offiziell am 7.11. startet. Der Publikumspreis ging in der Dok-Stadt Leipzig mal wieder an einen Dokumentarfilm: »Hilma af Klint«. Das Porträt der schwedischen Malerin erreichte die Note 1.0 bei den Besuchern. Auch die Jugendjury wählte einen Dokumentarfilm, den bewegenden »For Sama«, der den Krieg in Syrien aus der Sicht der Frauen schildert.

Film der Woche: Die Gesellschaft erwartet von uns, dass wir uns anpassen, das wird Kindern bereits früh vermittelt. Doch was ist, wenn eine aus der Reihe tanzt und sich partout nicht in dieses System fügen will, sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, kratzt, beißt, schreit? Mit neun Jahren hat Benni (Helena Zengel) schon viele Stationen hinter sich: Pflegefamilien, Wohngruppen, Sonderschulen – mittlerweile wird sie nur noch weitergereicht. Denn Benni gilt als besonders schwerer Fall. Dabei sehnt sie sich doch eigentlich nur nach der Fürsorge ihrer Mutter. Mit »Systemsprenger« gelang Nora Fingscheidt ein bemerkenswertes Kinodebüt mit einer überragenden jungen Hauptdarstellerin. Ein lautstarker Angriff auf die Sinne, der mitten ins Herz trifft. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.

»Systemsprenger«: ab 20.9., Passage Kinos, Premiere am 23.9. in Anwesenheit der Produzentin Frauke Kolbmüller

An ihrem sechzigsten Geburtstag steht die pensionierte Verwaltungsbeamte Lara Jenkins vor den Trümmern ihres Lebens. Alle Menschen in ihrem Umfeld hat sie von sich gestoßen. Krampfhaft sucht sie den Kontakt zu ihrem Sohn Viktor. Eigentlich sollte er doch dankbar sein, denn schließlich ist es ihrem unerbittlichen Ehrgeiz zu verdanken, dass er an diesem Abend das wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere geben wird. Doch ihre Anrufe bleiben unbeantwortet. Fortan ist Lara von einer Manie getrieben – sie kauft sämtliche Restkarten und verteilt sie an jeden, der ihr an diesem Tag begegnet. »Lara« ist erst der zweite Spielfilm von Jan Ole Gerster. Sein Regiedebüt »Oh Boy«, eine schwarz-weiße, lakonische Berlin-Ballade, wurde mit sechs LOLAs ausgezeichnet und machte seinen Hauptdarsteller Tom Schilling zum Star. In »Lara« arbeitet Gerster erneut mit ihm zusammen. Im Mittelpunkt steht allerdings Charakterdarstellerin Corinna Harfouch als getriebene Mutter. Ihrem eindrucksvollen, ambivalenten Spiel gehört jede Szene. Ausführliche Kritik im November-kreuzer.

»Lara«: exklusive Vorpremiere 21.-25.9., Passage Kinos

Weitere Filmtermine der Woche

Auf der Suche nach Paul
Der Dokumentarfilmer Hans-Peter Lübke macht sich auf die Suche nach seinem Freund Paul, den er in den sechziger Jahren in Namibia kennenlernte, wo sein Vater als Missionar tätig war. – anschl. Filmgespräch mit Regisseur Hans-Peter Lübke
20.9., 19.30 Uhr, Cineding

Scream 


Ironisch-zitatreicher Teenie-Slasher-Film, mit dem Horror-Guru Wes Craven und Autor Williamson eine Renaissance des Genres einleiteten. – mit Einführung, Call me by your phone
20./21.9., 21.30 Uhr, Cinémathèque in der Nato (OmU)

Alles was du willst 


Der 22-jährige Alessandro weiß nichts mit seinem Leben anzufangen, bis er auf den 85-jährigen Dichter Giorgio trifft, der sein Leben verändern wird. – Preview zum Weltalzheimertag


21.9., 18.30 Uhr, Passage Kinos

Das innere Leuchten 


Der Dokumentarfilmer Stefan Sick erforscht beobachtend den Alltag von Demenzkranken. – zum Welt-Alzheimer-Tag
21.9., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Frei Raum – Dokumentarfilmprogramm 


Kostenfreies, wechselndes Dokumentarfilmprogramm im Rahmen von »Frei Raum für Demokratie und Dialog« (fast) täglich ab 14 Uhr im Pavillon auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Alle Filme und Programm auf: www.freiraum-sfr.de
täglich 14:00 Uhr

Die rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst 


Der Hambacher Forst bei Köln soll abgeholzt werden. Zumindest, wenn es nach der Energiewirtschaft geht, die dort Kohle abbauen will. Doch ein paar Anwohner setzen sich gegen die »Heimatfresser« ein. 

21.9., 21 Uhr

A Plastic Ocean 


Dokumentation über die extreme Umweltverschmutzung durch Plastik.
22.9., 16 Uhr

Adam und Evelyn 
Alles beginnt als Beziehungsdrama im Osten Deutschlands, verlagert sich dann in die Urlaubsregion am Balaton und wird schließlich zum Politikum, als Ungarn die Grenze nach Österreich öffnet und die Protagonisten sich plötzlich mit der Option zur Flucht in den Westen konfrontiert sehen. Nach dem Roman von Ingo Schulze.

23.9., 21 Uhr

Wie immer herzliche Grüße 
Zwei junge Frauen auf einer Reise entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Sie suchen die Begegnung mit Vergangenheit und Gegenwart deutsch-deutscher Befindlichkeiten. Anschließend Filmgespräch mit der Regisseurin Nancy Brandt.
23.9., 16 Uhr

No Obvious Signs 


Dokumentation, die hinter die Kulissen des Ukraine-Konflikts blickt, der seit 2014 wütet.

24.9., 21 Uhr

Der Aufstand der Würde
Am 1. Januar 1994 besetzten Tausende Indigene unter der Losung »Ya Basta!« (Es reicht!) sieben Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Zwei Wochen lang kämpften die Zapatistas bewaffnet gegen Ausbeutung, Rassismus und Unterdrückung, besetzten Ländereien von Großgrundbesitzern, verteilten den Boden an Tausende Familien und bauen seitdem mit zivilen Mitteln eigene Strukturen auf, um eine Lebensverbesserung der Bevölkerung zu erreichen. Bis heute reagieren die lokalen Machthaber und die Regierung mit Repression, Desinformationskampagnen und und militärischer Präsenz. – anschl. Gespräch zur Zapatista-Bewegung in Mexiko mit Simon Schuster, Moderation: Rebecca Rah
25.9., 19 Uhr

Im inneren Kreis 


Iris P. führte enge Freundschaften und ging intime Beziehungen mit Menschen ein, die sie zugleich ausspionierte. Als Verdeckte Ermittlerin »Iris Schneider« forschte sie jahrelang die linke Szene und die »Rote Flora« in Hamburg aus.
26.9., 19 Uhr

Seefeuer 
Die Mittelmeerinsel Lampedusa war schon immer davon geprägt, was das Meer ihr bringt. In den letzten Jahren sind das nun vor allem tausende Geflüchtete, in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben nach einer lebensgefährlichen Reise. Ein Jahr lang beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi Leben und Alltag auf der »Insel der Hoffnung«. Der bewegende Dokumentarfilm überzeugte auf der Berlinale 2016 Publikum wie Kritiker und gewann den Goldenen Bären als Bester Film.
27.9., 21 Uhr

Die Fotografinnen
Grete Stern und Ellen Auerbach 

Grete Stern und Ellen Auerbach, um 1900 geboren, jüdischer Abstammung, in Deutschland studiert, in den 1930ern emigriert. Jede von ihnen eine außergewöhnliche Fotografin. – Filmvorführung und Gespräch mit der Dokumentarfilmerin Antonia Lerch
22.9., 15 Uhr, Grassi-Museum für Angewandte Kunst

Die Mission der Lifeline 


Markus Weinberg dokumentiert die Arbeit der Mission Lifeline und die Schwierigkeiten, die mit der Seenotrettung Geflüchteter einhergehen.- anschl. Filmgespräch mit Co-Regisseurin Luise Baumgarten im Rahmen der Interkulturellen Wochen
22.9., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Kursk 


Die U-Boot-Katastrophe als menschliche und politische Tragödie in einer recht durchwachsenen paneuropäischen Produktion. – Filmreihe »Sommerlochopfer«
22.9., 17 Uhr, Schauburg

Herr Zwilling und Frau Zuckermann 


Porträt zweier hochbetagter deutschstämmiger jüdischer Holocaustüberlebender im westukrainischen Czernowitz. – im Rahmen der Interkulturellen Wochen
23.9., 18 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Midsommar 

Christian und seine Freundin Dani reisen nach Schweden, um dort ein heidnisches Mitsommernachtsfest zu feiern. Was sie dort erwartet, übersteigt allerdings ihre Vorstellungen. Neuer Horror von Ari Aster (»Hereditary«).
23.9., 21 Uhr, Passage Kinos

Anime-Überraschungsfilm 


Die Animereihe erfreut sich auch im CineStar großer Beliebtheit. Diesmal steht eine Sneak Preview auf dem Plan.
24.9., 20 Uhr, Cinestar

Die Behauptung des Raums 


Dokumentarfilm über die widerständige DDR-Kulturszene, der nach den Wurzeln der selbst bestimmten Tat forscht und ein Konglomerat aus Wut, Mut und Lust zutage fördert. Ein gedanklich präziser und bestechend lakonischer Rückblick auf die DDR-Kunstszene jenseits offizieller Präsentationen. – Filmprogramm zur Ausstellung »Point of No Return« im MdBK
24.9., 19 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Die HV im Gespräch
Filmvorführung im Rahmen der Konferenz: »Die Argusausgen der Zensur. Eine Geheimgeschichte der DDR-Literatur«, im Felix-Klein-Hörsaal
24.9., 19 Uhr, Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli

Klasse Deutsch 


Preisgekrönte Doku über eine engagierte Deutschlehrerin und ihre Schüler aus aller Welt. – anschl. – anschl. Gespräch mit Kristyna Straková (DaZ-Lehrerin an der 85. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig), Barbara Brühl und Mohammed Alhashemi (ehrenamtlich tätig für die Sprachangebote des Soziokulturellen Zentrums »Die Villa«), und Sulamith Bade (DaF-Lehrerin und Coach für Interkulturelle Kommunikation), im Rahmen der Interkulturellen Wochen, im Rahmen der Interkulturellen Wochen

24.9., 18.45 Uhr, Cinémathèque in der Nato

Unerwarteter Nahschuss 
Am Tag des offenen Denkmals fallen Schüsse in der ehemaligen Hinrichtungsstätte der DDR. Folge der Serie »Soko Leipzig« – anschl. Podiumsgespräch mit den Macherinnen, dem Historiker Prof. Dr. Rainer Eckert und dem Journalisten Holger Kulick, Moderation: Rommy Arndt (n-tv) – im Rahmen der »Stadt der Sterblichen«


24.9., 19 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum

Der gewöhnliche Faschismus 
Michail Romm fragt, wie es zum Hitlerfaschismus kommen konnte. In sechzehn Kapiteln sucht Romm nach Antworten auf seine Frage, was Menschen dazu bringt, den Faschismus zu bejahen und sogar zum Mörder zu werden. – Globale
25.9., 20 Uhr, UT Connewitz

Gelobt sei Gott 


Überraschend nüchtern, aber dennoch packend beleuchtet François Ozon die Aufarbeitung des jahrelangen sexuellen Missbrauchs in der französischen Kirche. – Preview mit Einführung und anschl. Gespräch mit Pfarrer Thomas Bohne (Pfarrei Philipp Neri Leipzig)
25.9., 18 Uhr, Passage Kinos

Horror-Doppel mit Donis 


Nach der Sommerpause ist Horropapst Donis zurück mit einem Doppel der Untoten: Zu sehen gibt es den Klassiker »Tanz der toten Seelen« von 1962 und den britischen »The Living and the Dead« von 2006. Präsentiert im Rahmen von »Stadt der Sterblichen«


25.9., 20, 22 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Jonas – Vergiss mich nicht 


Der 33-jährige Jonas arbeitet als Krankenträger im südfranzösischen Toulon. Wenn er frei hat, geht er von einem Sexdate zum nächsten und provoziert Streits in Clubs. Dann wird Jonas von seinem Exfreund aus der Wohnung geworfen. Er steigt aufs Motorrad, fährt ziellos durch die Straßen und erinnert sich an seine Jugend. – Queerblick
25.9., 19.30 Uhr, Passage Kinos

Leaving the frame 


Eine Weltreise ohne Drehbuch: Die Schauspielerin Maria Ehrich und der Journalist Manuel Vering begeben sich Anfang 2018 auf eine Weltreise, die sieben Monate andauern soll. Dabei legen sie mit einem alten VW Käfer über 20.000 Kilometer zurück und reisen von Mexiko bis nach Neufundland. – Preview

25.9., 20 Uhr, Cinestar

The Wild Boys 
»Flirrendes Gender-Fantasy-Abenteuer« von Ausnahmeregisseur Bertrand Mandico.
25.9., 21 Uhr, Ost-Passage Theater (OmU)

Trockenschwimmen 


Die Leipziger Filmemacherin Susanne Kim begleitet eine Gruppe von älteren Damen und Herren dabei, schwimmen zu lernen. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Schüler selbst. Berührender, kunstvoller Einblick in Lebenswelten. – Gespräch mit Regisseurin Susanne Kim und Produzent Holm Taddicken, im Rahmen der »Die Stadt der Sterblichen«


25.9., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato

Das Filmriss Filmquiz
Es ist soweit: Die Kinosaison beginnt! Höchste Zeit für eine neue Staffel! Der Vorhang hebt sich, die Titelmusik beginnt, ein Geistesblitz und ihr seid um ein T-Shirt reicher. Ein Auto fährt vor, Bruce Willis steigt aus, ihr wisst bescheid und die DVD gehört euch. Ihr singt die Bond-Songs unter der Dusche und werft eurem Spiegelbild nen Schwarzenegger-Spruch entgegen, wenn keiner hinhört? Dann seid ihr hier genau richtig! Wir belohnen euer Talent mit Bergen voll Goodies, Merch und Krempel aktueller Kinoproduktionen. Wir feiern Film und schwelgen in Erinnerung an unvergessliche Szenen, Sets und Zeilen. Auf der großen Leinwand, in Technicolor und Dolby Stereoton.
26.9., 21 Uhr, StuK Studentenkeller

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.