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Gekommen, um zu bleiben


Leipzig 416 GmbH übernimmt die Realisierung des »Eutritzscher Freiladebahnhofs«

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Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau stellte am Dienstag offiziell den neuen Entwickler des Immobilienareals »Eutritzscher Freiladebahnhof« vor. Leipzigs zukünftiger Partner für die Planung und den Ausbau des neuen Stadtviertels ist die Leipzig 416 GmbH, ein Tochterunternehmen der Imfarr Beteiligungs GmbH.

»Wir werden alle Verpflichtungen einhalten, die wir [von der CG Gruppe – Anm. d. Red.] übernommen haben«, erklärte Nematollah Farrokhnia, der sich selbst bei der Pressekonferenz am Dienstag als »graue Eminenz« der Imfarr bezeichnete. Er übernehme vor allem die Funktion eines Beraters. Die Geschicke der Firma leite eigentlich sein Sohn Nemat, der sich zuletzt vor allem durch die Entwicklung von Luxusimmobilien im 1. Wienerstadtbezirk einen Namen gemacht hatte. Dieser war es auch, der den Kauf des Areals um den »Eutritzscher Freiladebahnhofs« ursprünglich vorangetrieben habe.

Nematollah Farrokhnia besitzt laut eigener Aussage über vierzig Jahre Erfahrung in der Baubranche und war unter anderem 20 Jahre im Vorstand der Strabag tätig, ehe er 2009 aus dem Baukonzern ausschied. Krankheitsbedingt konnte der jüngere Farrokhnia den Pressetermin nicht wahrnehmen.

Leipzig als gute Adresse

Jörg Wöss, Geschäftsführer der Leipzig 416 GmbH, erklärte: »Wir wollen so schnell wie möglich zu bauen beginnen«. Was das aus städtischer Sicht genau bedeutet, erläuterte daraufhin Thorsten Rupp, Abteilungsleiter der Abteilung Städtebauliche Projektentwicklung. Auf Grundlage eines sogenannten koordinierten Rahmenbebauungsplanes erwarte er einen Baubeginn ab Ende 2021. Farrokhnia geht davon aus, dass die Fertigstellung des gesamten Projekts dann zwischen vier und sechs Jahren dauert.

»Leipzig hat wirklich eine Dynamik, die beachtlich ist«, sagte der 73-Jährige. Auch wenn er sich eigentlich nicht zu diesem Vergleich hinreißen lassen wollte, sagte er dann doch, dass Leipzig zumindest in diesem Punkt ein neues Berlin sei. Für Geschäfte der Wiener Stadtgesellschaft sei die sächsische Großstadt demzufolge eine gute Adresse. Dieser gute Ruf in Immobilientransaktionen verbreite sich weltweit, so der Bauunternehmer. Nach eigener Aussage befinden sich derzeit rund 80 Prozent des Geschäftsgebarens seiner Firma in der österreichischen Hauptstadt Wien. Zukünftig wolle man sich in Österreich aber verkleinern, in Deutschland hingegen wachsen, so Farrokhnia. Insofern erklärte er selbstbewusst: »Wir sind nach Leipzig gekommen, um hier zu bleiben.«

2200 Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen

Das Gelände und die Entwicklungsrechte befanden sich lange Zeit im Besitz des deutschlandweit tätigen Immobilienriesen CG Gruppe, ehe dieser es im August an die Imfarr verkaufte. CG-Geschäftsführer Christoph Gröner erklärte dazu vergangene Woche im Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung, dass es auf Seiten der Stadt zu Verzögerungen gekommen sei und die Arealentwicklung drohte, in wirtschaftliche Schieflage zu geraten. Der Verkauf des Prestigeprojekts geschah daher auch »mit einem lachenden und einem weinenden Auge«, wie Ulf Graichen, vertretungsberechtigter Prokurist der CG Gruppe erklärte.

Das Quartier auf dem Eutritzscher Freiladebahnhof werde nach Angaben der Stadt für 3700 Menschen entwickelt. Geplant seien ebenfalls ein Schul- und Sportcampus für eine Grund- und eine Oberschule, zwei Kitas mit jeweils 165 Plätzen sowie kulturell-soziale Einrichtungen und ein fünfeinhalb Hektar großer Park. In einer Pressemitteilung spricht die Imfarr von 2200 Wohnungen, die erbaut werden sollen. Weitere 700 Wohnungen würden entstehen, die einer Mietpreisbindung unterliegen werden. Zusätzlich sollen über 100.000 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen.

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