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Kult und Kino

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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… und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

Die 62. Ausgabe des Dok Leipzig wird mit dem Dokumentarfilm »Forum« von Marcus Vetter eröffnet. Der Film begleitet den 81-jährigen Klaus Schwab, Gründer und Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums (WEF), über den Zeitraum eines Jahres. Die Kamera dokumentiert, wie Diplomatie funktioniert und blickt hinter die Kulissen des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der Weltpolitik, in Zeiten von Klimawandel, zunehmendem Populismus und wachsenden Spannungen zwischen den USA und China. »Forum« wird am 28. Oktober im CineStar gezeigt und parallel im Hauptbahnhof in Anwesenheit des Filmteams.
»62. DOK Leipzig«: 28.10.–3.11., div. Orte
> www.dok-leipzig.de

Film der Woche: Ari Asters »Hereditary« war der Horror-Überraschungshit im vergangenen Jahr. Die Geschichte um einen Kult und die persönliche Verarbeitung von Verlust kam bei Kritikern und Publikum gleichermaßen an. Auch Asters‘ neuer Film »Midsommar« beginnt mit einem schmerzhaften Todesfall: Dani (Florence Pugh) verliert bei einem tragischen Vorfall ihre Eltern und ihre Schwester. Ihr Freund Christian (Jack Reynor) nimmt sie mit nach Schweden, damit sie Abstand gewinnt. Dort will er mit seinen Freunden das schwedische Mittsommer-Fest in einer heidnischen Gemeinde miterleben. Doch die fünf haben keine Ahnung, worauf sie sich da eingelassen haben. So ist die Grundkonstellation ähnlich wie bei Asters Erstlingswerk, doch das, was dabei herauskommt, grundsätzlich verschieden, überraschend und einzigartig. Die Bezüge zum britischen Klassiker »Wicker Man« sind deutlich, der Horror im gleißenden Licht der Sommersonne aber auf ganz andere Art eindringlich. Ein albtraumhafter Trip in traumhafter Kulisse. Ausführliche Kritik von Karin Jirsak im aktuellen kreuzer.

»Midsommar«: ab 26.9., Cineplex, Regina Palast, CineStar

Priester, die Kinder missbrauchen, und geistliche Würdenträger, die davon wissen und es vertuschen: Der größte Skandal der katholischen Kirche erschüttert seit Jahren die Weltöffentlichkeit. Einen realen, noch immer schwelenden Fall aus seiner französischen Heimat hat Regiestar François Ozon nun in sehenswerte Spielfilmform gebracht. Der gut situierte Familienvater Alexandre aus Lyon wird darin zufällig mit verdrängten Wahrheiten konfrontiert und darauf aufmerksam, dass Pater Preynat, der ihn als Jungen sexuell missbrauchte, immer noch als Priester arbeitet und Kinder unterrichtet. Aufgewühlt wendet er sich an die Diözese, ein ernüchterndes Gespräch mit seinem Peiniger und das Folgeprozedere bewirken, dass er Anzeige erstattet. Ab diesem Punkt widmet sich der Film den Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe, an denen sich Preynat früher ebenfalls vergangen hat. Nüchtern und beinahe dokumentarisch beleuchtet Ozon zahlreiche Facetten des Themas, insbesondere, was die Psyche und das familiäre Umfeld der Opfer betrifft. Ausführliche Kritik von Peter Hoch im aktuellen kreuzer.

»Gelobt sei Gott«: ab 26.9., Passage Kinosaison

In eleganten Bildern verfilmt hier der Ire John Crowley den u.a. mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman von Donna Tartt. Bei einer Bombenexplosion beim gemeinsamen Besuch des New Yorker Metropolitan Museums wird die Mutter des 13-jährigen Theo getötet. Ein sterbender Mann drängt Theo dazu, das Gemälde an sich zu nehmen. Während er in den folgenden Jahren seinen Platz in der Welt sucht, bleibt es an seiner Seite und untrennbar mit seiner Bestimmung verbunden. Verlust, Schicksal, Freundschaft, Liebe, Sucht – das sind die großen Themen dieser epischen Erzählung. Eine ansehnliche Adaption, die der Vorlage erzählerisch aber nicht gerecht wird. Ausführliche Kritik von Karin Jirsak im aktuellen kreuzer.

»Der Distelfink«: ab 26.9., Passage Kinos

Wer dachte, der obligatorische Besuch bei den eigenen Schwiegereltern sei schon der Horror, der sollte mal die Sippe der Familie Le Domas kennenlernen: Grace (Samara Weaving) ist glücklich mit Alex (Mark O’Brien) liiert. In der Hochzeitsnacht muss die Braut jedoch an einem perfiden Versteckspiel teilnehmen. Wird sie gefunden, muss sie sterben. Einfallsreiche und äußerst blutige Horrorsatire mit einer beinharten Hauptdarstellerin.

»Ready or not«: ab 26.9., Cineplex, Regina Palast, CineStar

Weitere Filmtermine der Woche

Das Filmriss Filmquiz
Es ist soweit: Die Kinosaison beginnt! Höchste Zeit für eine neue Staffel! Der Vorhang hebt sich, die Titelmusik beginnt, ein Geistesblitz und ihr seid um ein T-Shirt reicher. Ein Auto fährt vor, Bruce Willis steigt aus, ihr wisst bescheid und die DVD gehört euch. Ihr singt die Bond-Songs unter der Dusche und werft eurem Spiegelbild einen Schwarzenegger-Spruch entgegen, wenn keiner hinhört? Dann seid ihr hier genau richtig! Wir belohnen euer Talent mit Bergen voll Goodies, Merch und Krempel aktueller Kinoproduktionen. Wir feiern Film und schwelgen in Erinnerung an unvergessliche Szenen, Sets und Zeilen. Auf der großen Leinwand, in Technicolor und Dolby Stereoton.

> 26.9., 21 Uhr, StuK Studentenkeller

Die Lebenden reparieren 


Katell Quillévéré verfilmte den Roman »Die Lebenden reparieren« von Maylis de Kerangal, eine bewegende Schicksalsgeschichte um Leben und Sterben. – Filme vom Abschied
> 26.9., 19.30 Uhr, Passage Kinos



Haus Tugendhat 


Das Haus Tugendhat wurde 1930 fertiggestellt und befindet sich im tschechischen Brno. Mit seiner modernen Architektur versuchte Architekt Mies van der Rohe einen sozialutopischen Anspruch zu verwirklichen. Der Dokumentarfilm porträtiert die bewegte Geschichte des Hauses. – in Anwesenheit des Regisseurs und Produzenten Dieter Reifarth
> 26.9., 19 Uhr, Bibliothek Südvorstadt

Heimat ist ein Raum aus Zeit 
Der Filmemacher Thomas Heise rekonstruiert anhand von Dokumenten wie Briefen und Tagebucheinträgen seine eigene, vier Generationen umspannende Familiengeschichte. Produziert durch die Leipziger ma.ja.deFilmproduktion.
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26.9., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato

Revenir 


Seit Langem schon erzählen Journalisten die Geschichten von Geflüchteten aus Westafrika – doch es ist stets ein fremder Blick auf sie. Dieser Film ist eine Geschichte von innen. Teils Roadtrip, teils Memoiren, teils journalistische Recherchen. – Globale
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26.9., 20 Uhr, Schaubühne Lindenfels



Romys Salon 


Die zehnjährige Romy muss ihre Nachmittage widerwillig im Friseursalon ihrer Oma verbringen. Zunächst langweilt sie sich dort. Doch nach und nach findet Romy immer mehr Freude daran, ihrer Oma zu helfen. Basierend auf dem Kinderbuch von Tamara Bos. – Markt der Unterstützung vor dem Film, Preview zum Weltalzheimer-Tag mit anschl. Expertengespräch
> 26.9., 17.30 Uhr, Passage Kinos

Tanzträume 
Dokumentation über Pina Bauschs Tanzperformance »Contact Zone«. Für die Choreografie engagierte die berühmte Tänzerin 40 Jugendliche, die zuvor noch nie von ihr und ihrer Arbeit gehört hatten. – 7. Leipziger Tanztheaterwochen
> 26.9., 20 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Der nackte Mann auf dem Sportplatz 


Ein Bildhauer hinterfragt den Wert und die Wertschätzung seiner Arbeit im sozialistischen System der DDR. – Point of No Return – Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst


> 27.9., 20 Uhr, Interim der Cinémathèque



Yves‘ Verspechen 


Weil er von der Korruption in seiner Heimat Kamerun frustriert ist, beschließt Yves, sein Glück in Europa zu versuchen. Doch der Weg dorthin ist schwieriger als gedacht. Am 27.9. in Anwesenheit der Regisseurin Melanie Gärtner.
> 27.9., 19 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Leben, Sterben, Heimat 

Mit den Animationsfilmen »Leipzig von oben«, »1989 – Lieder unserer Heimat«, »1989 – Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer«, anschl. Filmgespräch in Anwesenheit des Regisseurs Schwarwel und der Produzentin Sandra Strauß im Rahmen der »Stadt der Sterblichen«.

> 28.9., 19 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Pilsudski 

Film um den polnischen Militär und Politiker Józef Pilsudski. – Polnisches Kino

> 28.9., 17 Uhr, 29.9., 20 Uhr, Cineplex (OmeU)

Das Leben meiner Tochter 

Ein Vater kämpft um das Leben seiner herzkranken Tochter. Deutsches Drama. – Filmreihe »Sommerlochopfer«

> 29.9., 17 Uhr, Schauburg

 

FREI_RAUM
Wilhelm-Leuschner-Platz

Die Familie 

In der Stefan Weinerts Dokumentation zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls werden Schicksale der Hinterbliebenen derer Menschen vorgestellt, die von Mauerschützen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze erschossen wurden. Dabei werden die emotionalen Schilderungen der Angehörigen den kühlen, sachlichen Formulierungen in den Stasi-Akten gegenübergestellt.
> 29.9., 14 Uhr

Jan Palach 

Das Biopic Jan Palach beleuchtet die letzten Monate im Leben des titelgebenden Studenten, der sich 1969 selbst in Flammen setzte, um gegen die sowjetische Invasion der damaligen Tschechoslowakei zu protestieren.
> 29.9., um 15.45 Uhr

Inside HogeSa – Von der Straße ins Parlament 

Im Oktober 2014 ziehen tausende Männer unter dem Motto »Hooligans gegen Salafisten« (HogeSa) durch die Kölner Innenstadt. Die Demonstration endet mit Ausschreitungen am Hauptbahnhof. Tagelang bestimmen die Ereignisse die Schlagzeilen. Die Dokumentation zeigt Zusammenhänge zwischen HogeSa, Pegida und dem Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag – mit drastischen Einblicken in die rechtsradikale Szene. – anschl. Gespräch mit dem Regisseur Fred Kowasch und Experten
> 30.9., 19 Uhr

 

Ein Becken voller Männer 

Nach »Männer im Wasser« und »Swimming With Men« nun also die französische Variante mit Starbesetzung: Betrand überwindet seine Lebenskrise, als er einer Gruppe von männlichen Synchronschwimmern beitritt.

> 29.9., 17 Uhr, Regina Palast

Heinz und Fred 

Heinz (70) und Fred (25) Reichwald, Vater und Sohn, in ihrem riesigen Reich aus Stahl und Schrott, irgendwo tief im Mansfelder Land. – anschl. Gespräch mit dem Filmemacher

> 29.9., 16 Uhr, Budde-Haus

Memory Games 

Die Filmemacher Janet Tobias und Claus Wehlisch begleiten für ihren Dokumentarfilm die Erinnerungsathleten Johannes, Simon, Nelson und Yanjaa. Aus Deutschland, den Vereinigten Staaten und der Mongolei reisen sie alle zu einer Weltmeisterschaft an, bei der sie um den Titel des Gedächtnisweltmeisters kämpfen.

> 29.9., 13 Uhr, Passage Kinos

Russisches Kino 

Russisches Kino im Original ohne Untertitel – diesmal mit dem Actionfilm »Hero«.

> 29.9., 17.30 Uhr, Cinestar, 17 Uhr, Regina Palast, Cineplex (OF)

Anna, Asien und Ich. 250 Tage unterwegs 

Die Filmemacherin Svetlana Bogdanova reiste mit ihrer Tochter 250 Tage lang durch Südostasien und hat die Eindrücke in einem Dokumentarfilm festgehalten.

> 30.9., 18 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Léon – der Profi – Director’s Cut 

Luc Bessons Kultfilm mit Jean Reno als schweigsamer Killer und Natalie Portman in ihrem ersten Leinwandauftritt – neu geschnitten und digital restauriert. Im Regina Palast mit Einführung von kreuzer-Film-Redakteur Lars Tunçay.

> 30.9., 20 Uhr, Regina Palast, Cinestar

La Villette – 200 ostdeutsche Künstler in Paris 

Im Januar 1990 waren 200 Künstler aus der DDR zu Gast in Paris. An drei Tagen war die Präsentation von Musik, Film, Tanz, Literatur, bildender Kunst und Aktionskunst erlebbar, wie sie so nicht wiederholbar ist. – Filmprogramm zur Ausstellung »Point of No Return« in der MdbK.

> 1.10., 19 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

My People, My Country 

Anthologiefilm aus sieben Kurzgeschichten von unterschiedlichen Regisseuren, die auf sieben einschneidenden Momenten der Gründung der Volksrepublik China beruhen.

> 1.10., 20 Uhr, Cineplex (OmU)

Burg Sneak 

Sneak Preview in OmU

> 2.10., 20 Uhr, Schauburg

Everything must fall 

Der Film wirft einen Blick auf die #FeesMustFall-Studierendenbewegung, die 2015 als Protest gegen die Erhöhung der Studiengebühren in die politische Landschaft Südafrikas eindrang und zu den militantesten nationalen Aufständen seit den ersten demokratischen Wahlen 1994 führte. – Globale

> 2.10., 20 Uhr, Ost-Passage Theater

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Der Filmemacher Thomas Heise rekonstruiert anhand von Dokumenten wie Briefen und Tagebucheinträgen seine eigene, vier Generationen umspannende Familiengeschichte. Produziert durch die Leipziger ma.ja.de Filmproduktion.

> 2.10., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato

Zeit für Utopien 

Nachhaltigkeit ist das Schlagwort unserer Zeit. Wenn man das Wort ernst nimmt, steht es für Umdenken und Handeln. Der Film zeigt positive Beispiele, wie man mit Ideen und Gemeinschaftssinn viel erreichen kann. – im Rahmen der Filmreihe »Postwachstum – Was kannst Du selbst tun?« mit Vorfilm

> 2.10., 19 Uhr, Kinobar Prager Frühling

 

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