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»The kids are not alright in Ostdeutschland«

Der Soziologe Matthias Quent über die Wahlergebnisse der AfD, die fehlende Zivilgesellschaft im Osten und warum Rechtsaußen auch bei jungen Leuten zieht

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Sein aktuelles Werk »Deutschland rechts außen« sei das Buch der Stunde, sagte der Deutschlandfunk über den Soziologen Matthias Quent. Im Interview spricht er über fehlende Zivilgesellschaft im Osten und die Mär vom »Protestwähler«.

kreuzer: Wie sind die hohen Ergebnisse der AfD in Brandenburg und Sachsen zu erklären? Gibt es ostdeutsche Besonderheiten, die besagen, warum die Partei stark abgeschnitten hat?
Matthias Quent: Zum einen muss man feststellen, dass Rechtsradikale immer schon große Wahlerfolge im Osten hatten. Egal ob NPD oder DVU. Diese Parteien waren dort immer stärker als in den alten Bundesländern. Wenn man sich anguckt, wer heute für die AfD in Ostdeutschland in den Parlamenten sitzt, sind das zum Teil auch diese alten Kader. Der latente Rechtsextremismus war im Osten immer da. Gleichzeitig ist hier auch die Zivilgesellschaft, die bürgerliche Gegenwehr gegen die Gefahr des Rechtsradikalismus, schwächer.

kreuzer: Sie haben nach der Wahl auf Twitter über die Naivität vieler Demokraten geschimpft. Was meinen Sie damit?
Quent: Deren Empörung ist doch scheinheilig. Es wird immer so getan, als wäre die AfD ein Protestphänomen oder als wären ihre Wahlerfolge eine diffuse Reaktion auf di…

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Ein Kommentar

  1. Naima Y. | 16. Oktober 2019 | um 18:21 Uhr

    Dr. Quendt hat seine eigene Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus nachgewiesen, dennoch sind rechts- und linksextrem eine Gefahr für Demokratien. Linksextremismus ist nicht sein Forschungsbereich.
    Ein Semester studieren in Leicester, einer kleinen Großstadt auf der Insel, die demokratisch, gut oder schlecht informiert, für einen Brexit gestimmt hat. Warum kein Studium in Boston, Amman oder Zürich?

    Sich im wohl finanzierten ÖRR bewerben zu lassen, ist ein glücklicher journalistischer Umstand. Die Medienpräsenz ÖRR, ist diese mittlerweile schon ein wissenschaftliches Medium der Forschung? Dem Kreuzer sei auch gewünscht, schon bald dem ÖRR anzugehören, dann wäre dieser Artikel öffentlich zugänglich.

    Jedem Journalisten sind dann gleichwohl die Privilegien des MDR Rentensystems verfügbar.

    Thanks a million für den Bücher Tip. The east german case. Only your cup of tea. Es ist ein lokal begrenzter mindset und leider etabliert. Cheers dear.

    NB: „Das Institut wird gefördert durch das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit und hat im August 2016 in Jena die Arbeit aufgenommen.“ Das Institut besteht aus 7 Mitarbeitern (East germans assumably) und ist nicht einer universitären Forschungseinrichtung angeschlossen.