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»Es war eine aufregende Zeit«

Der Politiker Rüdiger Ulrich über Erziehung im Osten und sein Engagement für Familien

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Rüdiger Ulrich nimmt sich Zeit. In der Geschäftsstelle der Linksfraktion hat er Getränke bereitgestellt. Draußen vor dem Fenster flattern die Fahnen von Leipzig, Sachsen und Deutschland. Fast 29 Jahre leitete Ulrich im Rathaus die Sitzungen des Jugendhilfeausschusses. Kurz vor seinem Rentenantritt macht der Politiker einen aufgeräumten Eindruck. 


kreuzer: Was macht eigentlich ein Jugendhilfeausschuss?
Rüdiger Ulrich: Er ist zuständig für die Situation von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern. Er ist ihr Interessenvertreter in der Stadt. Im Vergleich zu anderen Ausschüssen hat er eine besondere Zusammensetzung. Da gibt es Vertreter der einzelnen Fraktionen, Stadträte, Verantwortliche von den freien Trägern, aber auch eine Vielzahl von beratenden Mitgliedern. Das führt dazu, dass verschiedene Interessen zusammengebracht werden müssen. Was nur gelingt, wenn man mit mit allen Parteien im Gespräch bleibt, und versucht, immer irgendwann zu einer Lösung zu kommen, die durchaus auch ein Kompromiss sein kann.

kreuzer: Sie haben den Ausschuss nach der Wende mitbegründet. Das war eine ziemlich chaotische Zeit.
Ulrich: Kann man so sagen. Es war eine aufregende Zeit, würde ich sagen.

kreuzer: Inwiefern?
Ulrich: Es war eine Ära in der vieles umgestaltet werden musste. Erstmalig nach der Wen…

Rüdiger Ulrich, geboren 1954 in Stendal, kam zum Studium nach Leipzig. An der hiesigen Universität belegte er Geschichte und Deutsch auf Lehramt. Dann lernte er seine spätere Ehefrau kennen und blieb. Noch zu DDR-Zeiten wurde Ulrich Lehrer in Grünau. Später Schulleiter. Von 1991 bis 2019 war er, zumeist in leitender Funktion, Mitglied des Jugendhilfeausschusses der Stadt.

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