Startseite / Film / Bon anniversaire!

Bon anniversaire!

Die Kinostarts der Woche im Überblick

Größeres Bild

… und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

Diesen November blicken die Französischen Filmtage zurück auf ein Vierteljahrhundert Kinokunst. Eine gute Gelegenheit, um etwa den Eröffnungsfilm der ersten Ausgabe, Claude Chabrols »Biester«, erneut auf der Leinwand zu präsentieren. Nach 23 Jahren flimmert auch Cédric Klapischs »… und jeder sucht sein Kätzchen« erneut über die Leinwand, auch wenn die nicht mehr im Grassi hängt. Im Hauptprogramm gibt es daneben sein neues Werk »Einsam Zweisam« vorab zu sehen.
> »25. Französische Filmtage« – Auftakt mit »Die schönste Zeit unseres Lebens – La Belle Époque«, 20.11., 19.30 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Film der Woche: Drei Jahrzehnte der chinesischen Geschichte, vom Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts bis in die Gegenwart, erzählt in drei Stunden: Der Berlinale-Wettbewerbsbeitrag »Bis dann, mein Sohn« von Wang Xiaoshuai legt den Wandel der Volksrepublik offen, zeigt, wie Politisches ins Private ragt. In einer faszinierenden Montage aus Rückblenden, deren Wurzeln bis ins Heute reichen, spinnt Wang ein narratives Netz um das Schicksal eines Paares im Niedergang des Kommunismus‘, als der Partei zu folgen war, auch wenn es hieß, das ungeborene Kind zu töten. Er zeigt, wie ein achtloser Moment ein Leben zerstören kann. Den Ausverkauf im aufkeimenden Kapitalismus, wenn die Fabriken schließen und die Arbeitslosigkeit droht. Es beginnt mit einer Tragödie: Dem Tod eines Jungen. Jahre später leben seine Eltern Liu Yaojun (Wang Jing-chun) und Wang Liyun (Yong Mei) fernab ihrer Heimat in einer kleinen Hafenstadt. Der Dialekt der Menschen dort ist ihnen ebenso fremd, wie ihr Adoptivsohn Liu Xing (Wang Yuan). Erinnerungen an die Vergangenheit hindern sie an einer Zukunft. »Bis dann, mein Sohn« zeigt eine Gesellschaft im permanenten Wandel, in der das Individuum ins Getriebe gerät. Vom Aufbruch nach der Kulturrevolution in den 80er-Jahren bis in den prosperierenden Turbokapitalismus der Gegenwart. In großen Tableaus macht er die tiefen Narben unter der Oberfläche einer scheinbaren Erfolgsgeschichte sichtbar. Behutsam entwickelt Wang sein sensibles Geflecht hin zu einem fulminanten Abschluss. Großes, emotionales Kino im Kleinen. Eine Chronik, geschaffen für die Leinwand, mit zwei großartigen Schauspielern im Mittelpunkt: Wang Jing-chun (»Feuerwerk am helllichten Tage«) und Yong Mei (»The Assassin«) verkörpern das Paar durch die Jahrzehnte. Für ihre intensive Darstellung erhielten sie gleichberechtigt den Silbernen Bären als beste Darsteller bei der diesjährigen Berlinale.
> »Bis dann, mein Sohn«: 14.–17.11., Passage Kinos, 24.11., 1.12., Kinobar Prager Frühling

Das Herz vieler Cineasten schlug höher als Martin Scorsese ankündigte, noch einmal mit seinem Cast aus „Casino“ und „Good Fellas“ drehen zu wollen. Schließlich gelten die beiden Filme aus den Jahren 1990 und 95 als seine Meisterwerke. Sie zeigen einen Regisseur und die Riege einiger der besten Schauspieler Hollywoods auf dem Zenith ihres Schaffens. Dagegen ist „The Irishman“ nun das Alterswerk eines Großmeisters und seiner Darsteller. Dennoch ist das Wiedersehen jede einzelne der 210 Minuten wert.

Die Geschichte dreht sich um Frank Sheeran (Robert DeNiro). Es sind die 1950er. Sheeran, der für die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg kämpfte, arbeitet als Lastwagenfahrer in Philadelphia, um seine Familie zu ernähren. Mit einigen Tricks und seiner Unschuldsmiene schafft er ein wenig Geld zur Seite und macht die Bekanntschaft mit Rosario Alberto Bufalino (Joe Pesci), „Russel“ genannt von seinen Freunden, zu denen bald auch Frank gehört. Russel stammt aus einer einflussreichen italienischen Familie und ist ein gefürchteter Mann. Frank, von allen wegen seiner Herkunft „Irish“ genannt, wird einer seiner Handlanger, die Geld eintreiben und unliebsame Konkurrenten aus dem Weg schaffen. Er steigt in Russels Gunst, die Familien treffen sich und Frank erweist sich als loyaler, ehrlicher Mitarbeiter.

Das führt schließlich dazu, dass Russel ihn Jimmy Hoffa (Al Pacino) empfiehlt. Der landesweit bekannte Gewerkschaftsboss benötigt einen Bodyguard und die beiden Männer verstehen sich auf Anhieb prächtig. Frank wird Jimmys engster Vertrauter und stellt sich damit immer mehr gegen Russel, der schließlich ein Zeichen seiner Loyalität verlangt.

Die Affäre rund um den charismatischen Jimmy Hoffa ist in den Staaten allgemein bekannt, schließlich war er einer der einflussreichsten Männer der USA in der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Eine gewisse Vorkenntnis sollte man auch mitbringen, wenn man in den dreieinhalb Stunden nicht die Übersicht verlieren will. Scorsese führt zahlreiche Figuren ein, deren Todesdaten und Todesarten er immer wieder kurz einblendet, wenn sie das erste Mal die Bühne betreten. Aber auch wenn man „The Irishman“ ohne Vorwissen schaut, wird man durch die wie immer fesselnde Erzählerstimme von Robert DeNiro zum Komplizen der Geschichte. Es ist schon eine bemerkenswerte Leistung, dass Scorseses Film zwar lang ist und einen großen Bogen schlägt, dabei aber nie langweilt. Das liegt zum einen an den großartig geschriebenen Dialogen von Steven Zaillian („Schindlers Liste“), der den Tatsachenroman von Charles Brandt adaptierte, zum anderen an den wahren Meistern der Schauspielkunst.

Mit einem technischen Kniff wurden die Gesichter von DeNiro, Pesci und Pacino verjüngt, um die über drei Jahrzehnte währende Geschichte in vollem Umfang erzählen zu können. Das Ergebnis ist erschreckend real und wird nur jenen auffallen, die ganz genau hinschauen. Im Fernsehen verliert sich das bei den meisten wohl ohnehin auf der Mattscheibe. Eigentlich gehört „The Irishman“ aber dorthin, wo er hoffentlich nicht nur die zwei Wochen vor dem Start bei Netflix zu sehen ist: Ins Kino.
> »The Irishman«: ab 14.11., Regina Palast, Luru Kino in der Spinnerei (OmU)

Die Freundinnen Molly und Amy können es kaum erwarten, die Highschool endlich abzuschließen und aufs College zu gehen. Weil sie gewichtige Karrieren anstreben, haben sie eifrig für ihre perfekten Zeugnisse gelernt und vor allem Molly blickt auf ihre Mitschülerinnen und Mitschüler herab, die sich scheinbar nur fürs Partymachen interessiert haben. Umso härter trifft es die beiden, als sie kurz vor dem Abschlussball feststellen, dass viele der anderen es trotz des vielen Feierns ebenfalls auf gute weiterführende Schulen geschafft haben. Kurzum beschließen sie, das Verpasste in einer einzigen Nacht nachzuholen, mit unerwarteten Erlebnissen und Erkenntnissen. Mit Schul- und Unikomödien ist das bekanntlich so eine Sache: Kostengünstig produziert, kommen auf wenige gelungene Vertreter wie »Ferris macht blau«, »The Breakfast Club«, »Superbad« oder »Einfach zu haben« unzählige klamaukige Totalausfälle, die nach einer Blütezeit in den Nuller-Jahren inzwischen oft zu Recht nur noch direkt im Heimkino verramscht werden. Glücklicherweise gehört »Booksmart«, das Regiedebüt der Schauspielerin Olivia Wilde (»Tron Legacy«), zur ersten Kategorie und bürstet einige Klischees des Genres weitestgehend gelungen, wenn auch gewohnt schrill, gegen den Strich. Ausführliche Kritik von Peter Hoch im aktuellen kreuzer.
> »Booksmart«: ab 14.11., Cineplex, Cinestar, Passage Kinos, Regina Palast

Es wirkt fast wie Trotz, dieses »But Beautiful«. In einer Zeit, wo in der täglichen Nachrichtenflut scheinbar eine Hiobsbotschaft die nächste ablöst, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass es Schönheit gibt, auf der Welt. Die Schönheit der Natur, der Musik, der Synergie, wann immer Menschen zusammen kommen. Dabei stammt der Titel von Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm eigentlich aus dem Jazz, von einem Stück von Chet Baker bzw. einem Buch über Jazz von Geoff Dyer, das Wagenhofer zu seinem Film inspirierte. Die Musik spielt eine gewichtige Rolle in »But Beautiful«. Das improvisierte Zusammenspiel der Musiker bildet die Basis und zieht sich als roter Faden durch die filmische Reise. Die führt nach Indien, wo ungebildete Frauen aus der Provinz lernen, Solaranlagen zu fertigen, die ein ganzes Dorf mit Energie versorgen können. Auf La Palma rekultiviert ein Paar verseuchten Boden mit Permakultur. Der Österreicher Erwin Thoma baut Wärmespeicherhäuser aus Holz, die auch bei 20 Grad unter Null keine Heizung benötigen. Schließlich führt die Reise auch zu einer Begegnung mit dem Dalai Lama und seiner Schwester. Dazwischen ein junges Jazztrio, ein etablierter Pianist, eine beseelte kolumbianische Sängerin, die den Klang der Schönheit vermitteln. Über Jahre hinweg sammelte Wagenhofer diese Begegnungen. Nachdem er sich in »We feed the world« mit der Ernährungskrise auseinandersetze, in »Let‘s make money« mit dem Finanzwesen und schließlich dem etablierten Bildungssystem in »Alphabet« Alternativen entgegen setzte, wirkt »But Beautiful« wie eine Quintessenz seines bisherigen Schaffens. Ein Film, der optimistisch stimmt und motivierend. Schließlich gibt es so viel Schönheit in der Welt, wenn sich Menschen nur dazu entschließen, zusammen zu wirken und ihr Wissen zu teilen.
> »But Beautiful«: 14., 16./17., 20.11., Passage Kinos, am 17.11. in Anwesenheit des Regisseurs Erwin Wagenhofer, Moderation: Luc-Carolin Ziemann

Ein Aufeinandertreffen, das Renngeschichte schrieb – Perfekter Stoff für Hollywood: Die Zusammenarbeit zwischen dem ehemaligen Rennfahrer und Fahrzeugentwickler Caroll Shelby und dem passionierten Rennfahrer und genialen Mechaniker Ken Miles sorgte Mitte der Sechziger für Schlagzeilen. Nachdem Ferrari jahrelang ungeschlagener Platzhirsch im Rennsport war, schaffte es Neuling Ford in nur wenigen Jahren den Italienern den Rang abzulaufen. James Mangold (»Walk the Line«) hat daraus einen mitreißenden Film gemacht. Der mittellose Mechaniker Ken Miles (Christian Bale) und der millionenschwere Autobauer Caroll Shelby (Matt Damon) kennen und respektieren einander schon eine ganze Weile, als sich ihnen eine einmalige Chance ergibt: Sie sollen einen Rennstall für Ford aufbauen und dabei nicht weniger als das schnellste Auto der Welt designen – in weniger als einem Jahr. Während Caroll mit den Firmenbossen verhandelt, nutzt Ken unkonventionelle Mittel, die schließlich ans Ziel führen. Doch die Chefetage bei Ford ist nicht gerade begeistert vom Heißsporn Ken Miles und hätte lieber einen anderen Fahrer hinterm Steuer. Caroll vertraut seinem Freund. Beim 24-Stundenrennen in Le Mans, dem härtesten Rennen der Welt, soll sich schließlich entscheiden, ob sein Vertrauen gerechtfertigt ist. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem großspurigen Amerikaner Shelby und dem eigenwilligen Engländer Miles steht im Mittelpunkt von James Mangolds Rennfahrerdrama. Mit viel Liebe zum Detail und einer großen Verneigung vor dem Klassiker »Le Mans« von 1971, in dem Steve McQueen hinterm Steuer saß und sein Leben riskierte, inszenierte Mangold die klassische Geschichte eines amerikanischen Traums, die in der zweiten Hälfte der 152 Minuten Laufzeit in einen packenden Thriller auf dem Asphalt mündet. Dabei glänzen neben den Chromfelgen vor allem seine Hauptdarsteller: Matt Damon, darf hier mal den selbstsicheren Star des Films verkörpern, während Christian Bale das Genie gibt, herzensgut, aber getrieben vom Rausch der Geschwindigkeit. Es macht großen Spaß, den beiden Oscargewinnern zuzusehen. Man nimmt ihnen die Männerfreundschaft ab. Und bei der kommenden Verleihung könnten die beiden sich gute Hoffnungen auf einen weiteren Academy Award machen. Es ist aber Regisseur Mangold, der den Film auf Kurs und das Steuer fest in der Hand hält.
> »Le Mans 66 – Gegen jede Chance«: ab 14.11. Cineplex, Cinestar, Passage Kinos, Regina Palast

Die Historikerin Petrunya gerät mitten in die alljährliche Kreuzzeremonie ihres Dorfes, in der ein Kreuz im Fluss gesucht wird, das dem Finder ein Jahr lang Glück bringen soll. Kurzerhand springt sie mit den gläubigen Freiwilligen ins eiskalte Wasser und findet das begehrte Artefakt. Was darauf folgt, scheinen aber nur gewaltige Probleme für die junge Frau. Denn das Recht auf Bergung des Kreuzes ist laut der kirchlichen Tradition ausschließlich Männern vorbehalten. Und diese fühlen sich um ihr Kreuz betrogen. Die Situation eskaliert, Petrunya wird von Kirche, Polizei und einem wütenden Mob heftig unter Druck gesetzt. Teona Strugar Mitevska (»How I killed a Saint«) gelingt es mit realistischen Charakteren gesellschafts- und traditionskritisch zu sein, ohne zu übertreiben. Perfekt fängt sie die Atmosphäre einer Provinz ein, in der Fortschritt verweigert und die intelligente und gebildete Hauptfigur als Taugenichts angesehen wird. Der Film überzeugt mit starken Dialogen und heimste verdient einige Preise ein, unter anderem den der ökumenischen Jury auf der diesjährigen Berlinale. Ausführliche Kritik von Yasmin Rau im aktuellen kreuzer.
> »Gott existiert, ihr Name ist Petrunya«: 14., 16./17., 19., Schaubühne Lindenfels, 14., 18.–21.11., Cinémathèque in der naTo

»Ich habe gehört, vor 20 Jahren konnte man mit Pistolenkugen bezahlen, um ins Kino zu kommen.« Das ist der erste Satz, den PJ Harvey in »A dog called money« sagt. Er beschreibt ein Kino in Kabul und stammt aus ihrem Notizbuch, in das sich die britische Musikerin während ihrer Reisen mit dem Filmemacher Seamus Murphy Eindrücke, Ideen und Gedanken aufgeschrieben hat. Sie reisen in drei Länder: Afghanistan, Kosovo und die USA, genauer gesagt Washington D.C. An all diesen Orten treffen sie auf Menschen und Situationen, die sie mit ihren eigenen Mitteln der Kunst festhalten. Murphys Dokumtarfilmaufnahmen werden kombiniert mit Harveys Studioaufnahmen zu ihrem Album »The Hope Six Demolition Project«, die sie und ihre Band in einem extra gebauten Guckfenster-Studio in London zeigen. Herausgekommen ist eine Montage, die einige bewegende Momente hat. Ein Muss für alle PJ Harvey-Fans, die wissen wollen, wie ihre Songs entstehen. Eher nichts für Fans von Dokumentarfilmen, die Antworten liefern. Ausführliche Kritik von Juliane Streich im aktuellen kreuzer.
> »PJ Harvey – A dog called money«: ab 14.11.

Die Situation auf Zypern ist vertrackt. Seit mehr als vierzig Jahren ist die Insel geteilt. Zwischen der griechischen und der türkischen Seite verläuft eine Mauer. Türkische Siedler wurden in die ehemaligen griechischen Häuser verpflanzt, ohne sich dort jemals heimisch zu fühlen. Die Gespräche auf politischer Ebene sind eingefroren. Es kommt keine Bewegung in die Sache. Der zypriotische Regisseur und Autor Marios Piperides begegnet der Resignation mit dem einzigen wirksamen Stilmittel: Dem Humor. Sein Protagonist Yiannis (Adam Bousdoukos) hat es echt nicht einfach. Der Musiker hat seine Gitarre aus Erfolglosigkeit an den Nagel gehängt, seine Ex-Frau Kika (Vicky Papadopoulou) ist glücklich mit einem ausgesprochen netten neuen Typen und dann haut auch noch sein Hund Jimmy ab – über die Grenze in den türkischen Teil der geteilten Stadt Nikosia, die Yiannis eigentlich hinter sich lassen will. Bevor sein Ticket in ein neues Leben verfällt, muss er nun den Grenzposten überwinden und seinen Hund suchen. Das klappt überraschend problemlos, doch als er zurück in den griechischen Sektor will, steht er vor einem Problem: Tiere dürfen die Grenze offiziell nicht überqueren. So muss Yiannis Hund Jimmy über die Grenze schmuggeln. Die Situation, die sich Regisseur Marios Piperides für sein Debüt erdacht hat, ist ebenso absurd wie die reale Grenzsituation in seiner Heimat. So entfaltet sich ein unterhaltsames Roadmovie, bei dem sein Protagonist auf Menschen trifft, die einfach versuchen, das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Mit leichtem Humor kommentiert Piperides die Gegenwart. Zwischendurch verliert der dabei zwar ein wenig das Ziel aus den Augen, man folgt Hauptdarsteller Adam Bousdoukos (»Soul Kitchen«) aber gern dabei. Leider geht in der einheitlichen deutschen Synchronisation manch sprachliche Nuance verloren.
> »Smuggling Hendrix«: ab 14.11., Schauburg

Weitere Filmtermine der Woche

Hommage an Rudolf Thome
Unabhängige Filmemacher abseits des etablierten Netwerks aus Senderbeteiligung und Filmförderung sind hierzulande rar gesät. Beeinflusst vor allem von der Nouvelle Vague entwickelte Rudolf Thome seine ganz eigene Filmsprache. Seit seinen ersten Spielfilmen in den Sechziger Jahren entwickelte sich Thome zu einem Vorbild vieler deutscher Autorenfilmer. Im November wird er 80 – Das Luru gratuliert ihm persönlich mit einer Retrospektive in 35mm.
> »Rudolf Thome zum 80sten: Drei Filme in Anwesenheit des Regisseurs«:

Rot und Blau
Barbara ist eine erfolgreiche Frau mittleren Alters. Alles in ihrem Leben scheint im Lot, bis Ilke auftaucht, das Ergebnis einer Beziehung Barbaras zu einem türkischen Einwanderer vor 25 Jahren.
> 17.11., 14 Uhr

Liebe auf den ersten Blick 


Eine ebenso unspektakuläre wie rigorose Auseinandersetzung mit der Liebe als entscheidender Grundlage für privates und politisches Handeln.
> 17.11., 16.30 Uhr

Berlin Chamissoplatz 


Die Studentin Anna engagiert sich gegen den Abriss der Häuser in ihrem Kreuzberger Kiez. Bei einem Interview lernt sie den Architekten Martin kennen, der mit der Sanierung der besetzten Häuser beauftragt ist, und verliebt sich.
> 

17.11., 19.30 Uhr


Nordische Filmtage
Die Kinobar Prager Frühling bietet wie in jedem Jahr, wenn es kalt wird, auch heuer wieder einen Einblick ins nordische Filmschaffen.
> 14.–19.11., Nordische Filmtage, Kinobar Prager Frühling




Die Linie


Clemens Wilhelm wandert die komplette ehemalige deutsch-deutsche Grenze entlang. Er folgt dabei mit seiner Kamera dem früheren Todesstreifen, dem heutigen Naturschutzgebiet »Das Grüne Band«. Der Weg von 1.400 km führt ihn in zwei Monaten von Tschechien bis an die Ostsee. – anschl. Filmgespräch mit dem Filmemacher Clemens Wilhelm
> 15.11., 19.30 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Keyboard Fantasies: The Beverly Glenn-Copeland Story
Ein Afroamerikaner, Transgender und musikalisches Genie auf dem Weg zu einem der einflussreichsten Jazz-Musiker unserer Zeit. – im Rahmen von Transcentury Update No. 4 in Anwesenheit von Gästen
> 

17.11., 18 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Russisches Kino 


Russisches Kino im Original ohne Untertitel. Diesmal mit dem Historienthriller »Die Neunte«: Eine britische Wahrsagerin und ein russischer Polizist jagen im Sankt Petersburg des 19. Jahrhunderts einen Serienkiller.
> 

17.11., 17 Uhr, Regina Palast, Cineplex, 17.30 Uhr Cinestar (OV)

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt 


Ridley Scotts legendärer SF-Horrorthriller über den Kampf einer Raumschiffbesatzung gegen ein fremdes, unheimliches Wesen, dessen stilbildenen Entwürfe vom Schweizer Maler H.R. Giger stammen. – Montagskino
> 18.11., 20.30 Uhr, Dr. Hops

Der Leuchtturm
Zwei grundverschiedene Männer schieben Dienst in einen entlegenen Leuchtturm. Unter erheblichem Alkoholeinfluss beginnen Traum und Realität zu verschwimmen. Grandios bebilderter Albtraum in grobkörnigem Schwarz-Weiß. – Preview im Freaky Monday am 18.11.
> 

18.11., 21 Uhr, Passage Kinos

Ballon
Zwei Familien wagten 1979 mit einem selbstgefertigten Heißluftballon – zu acht in einer winzigen Gondel – die Flucht aus der DDR. Daraus hat Bully nun einen Film gemacht.
> 

19.11., 19 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum

Blau ist eine warme Farbe 


Intensiv erzählte, mitreißende Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen. Mit der Goldenen Palme von Cannes zeichnete die Jury nicht nur den Film als Meisterwerk aus, sondern auch erstmals die beiden Hauptdarstellerinnen. – CineQueer
> 

19.11., 19.45 Uhr, Cinestar

Closing the Loop
Dokumentarfilm über die »Circular Economy Revolution« – zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung
> 

19.11., 19.30 Uhr, Hinzundkunz

Ich bin Anastasia 


Nach dem Kreil-Urteil 2000 nimmt der Anteil weiblicher Soldatinnen und Offiziere zwar stetig zu und auch die Akzeptanz steigt. Doch was ist, wenn man sich nicht so eindeutig seinem Geschlecht zuordnen kann? – Preview zum Transgender Day of Remembrance / Gedenktag für die Opfer von Transphobie
> 

20.11., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Souls of Zen: Nach dem Tsunami – Buddhismus und Ahnengedenken in Japan 2011 


Ein Dokumentarfilm über die Antworten des japanischen Buddhismus auf die dreifache Katastrophe – Erdbeben, Tsunami, Nuklearunfall – im März 2011. – Screening Religion, mit anschl. Diskussion
> 

20.11., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato

Surf Film Nacht 


Diesmal mit »Secrets of Desert Point«: In den frühen achtziger Jahren entdeckten der junge kalifornische Surfer Bill Heick und seine Freunde auf der abgelegenen Insel Lombok in Indonesien durch Zufall die perfekte Welle.
> 20.11., 21 Uhr, Kinobar Prager Frühling

The Favourite – Intrigen und Irrsinn 


Alle buhlen um die Macht im Schatten von Queen Anne. Satirisches Historiendrama von Yorgos Lanthimos. – im Rahmen des 21. LeLeTre. Leipzger Festival der lesbischen Lebenskunst
> 

20.11., 21 Uhr, Ost-Passage Theater

Depeche Mode: Spirits in the Forest 


Konzertfilm von Anton Corbijn über die »Global Spirit«-Tour von Depeche Mode.
> 21.11., 20 Uhr, Cineplex, Regina Palast

Godovscina Revoljucii / Anniversary of the Revolution 


Die Oktoberrevolution erzählt in Bildern von den ersten Aufständen bis zum ersten Jahrestag: Mit viel Mühe wurde das Regiedebüt des russischen Filmpioniers Dziga Vertov (»Der Mann mit der Kamera«) im russischen Staatsarchiv für Film- und Fotodokumente rekonstruiert. Ein faszinierender, unverstellter Blick.
> 22.11., 19 Uhr, UT Connewitz

Her
In einer nahen Zukunft lebt der hochsensible Theodore davon, anrührende persönliche Briefe für andere Menschen zu verfassen. Als er das Betriebssystem Samantha kennen lernt, verliebt er sich. Wundervolles Gedankenspiel über künstliche Intelligenz und Gefühle. – Psychoanalyse trifft Film
> 

22.11., 19.30 Uhr, Passage Kinos

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare