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Alle Tage Filmtage

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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… und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

Die Französischen Filmtagen sind noch im vollen Gange, da kündigt sich schon die nächste spannende Filmregion an: Das Cineding präsentiert die Kurdischen Filmtage und öffnet die filmische Tür in eine umkämpfte Region, die auch heute wieder die Nachrichten beherrscht. Die Filme handeln von Krieg, Flucht und der Aufarbeitung der Vergangenheit. Aber auch von der verbindenden Kraft der Musik und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
> Kurdische Filmtage: 27.–30.11., Cineding

So ganz normal ist es nicht, das Haus der Familie Fox. Das wird schon klar, wenn man das Anwesen, ein verfallenes, früheres Kinderheim, zum ersten Mal betritt. Es ist das Langzeitprojekt der Architektin Bernadette (Cate Blanchett). Es beschäftigt sie, wenn ihr Mann Elgie (Billy Crudup) erfolgreich neue Technologien für Microsoft entwickelt und ihre gemeinsame Tochter Bee (Emma Nelson) in der Schule ist. Das Familiengefüge scheint ungewöhnlich, aber harmonisch. Doch bei den Plänen für eine familiäre Exkursion an den Nordpol offenbaren sich Bernadettes Eigenheiten. Die selbsterklärte Misanthropin vergräbt sich in ihren vier Wänden und ihre Marotten sorgen zunehmend für Probleme in der Siedlung vor den Toren Seattles. Marie Semples Roman beleuchtet die komplexe Psyche seiner Hauptfigur. Cate Blanchett verleiht ihr eindrucksvoll Ausdruck. Allerdings führt der erklärte Humanist Richard Linklater seine Version der Geschichte zunehmend aufs emotionale Glatteis und da ist der Fall ebenso vorprogrammiert wie vorhersehbar.
> »Bernadette«: ab 21.11., Passage Kinos, Schauburg

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Der Erfolg von »Die Eiskönigin« überstieg 2013 selbst die kühnsten Erwartungen von Disney. Mehr als 1,2 Milliarden Dollar Einspiel standen am Ende weltweit zu Buche. Wahrscheinlich kann man dieselbe Summe noch einmal für das Merchandise draufschlagen. Elsa und Anna sind überall, ob auf dem Schulranzen oder dem Frühstücksmüsli. Keine Tanzschule kommt ohne Choreographie auf »Let it go« aus, dem Hit des Trickfilms, inbrünstig geschmettert von jedem sechsjährigen Mädchen der westlichen Hemisphäre.

Dabei widerspricht »Die Eiskönigin« dem Kinoprinzip des Spektakels und erzählt eine ganz klassische Geschichte, die lose auf dem Märchen »Die Schneekönigin« von Hans Christian Andersen basiert. Nach dem plötzlichen Tod der Eltern müssen die Schwestern Anna und Elsa ihren Platz im Königreich finden. Elsa, die Ältere, wird schließlich zur Königin gekrönt, die Bürde der Verantwortung und die mächtigen magischen Kräfte, die in ihr schlummern, drohen sie jedoch zu erdrücken. Anna, die Jüngere, steht ihr bei und schließlich finden sie gemeinsam einen Weg, ihre Heimat Arendelle vor dem Untergang zu retten.

Einige Jahre später leben sie alle unter einem Dach: Anna, die mittlerweile zur Frau herangewachsen ist, an ihrer Seite Kristoff, der ihr einen Antrag machen will, aber nicht weiß, wie er es anstellen soll. Auch Elsa ist gereift, hat ihre Kräfte im Griff, aber nicht ihre Abenteuerlust. Nachts hört sie den Ruf einer fremden Stimme und muss ihr folgen, an einen Ort aus den Geschichten ihrer Kindheit. Doch diesmal muss sie nicht alleine gehen. Anna, Kristoff und Sven sind an ihrer Seite. Und natürlich Olaf, der stets optimistische Schneemann.

Die Reise führt sie in einen verwunschenen Wald, von dem der König einst in einer Gutenachtgeschichte erzählte. Als es zum Kampf zwischen den Soldaten Arendelles und dem Volk der Northuldra kam, wurden die Geister des Waldes zornig und legten einen dichten, undurchdringlichen Nebel über das Land. Die Gefährten müssen den Grund für den Disput erforschen, um die Geister zu besänftigen. Für Elsa führt die Reise noch weiter, denn jenseits des Waldes liegt der Ursprung ihrer Kräfte – und der Ort, der ihren Eltern das Leben nahm.

Die Suche nach Antworten führt ins Reich der Geschichten, die deutlich inspiriert sind, von japanischer Folklore. Die Filme von Großmeister Hayao Miyazaki (»Prinzessin Mononoke«) standen hier Pate. Jennifer Lee und Chris Buck, die schon Teil eins realisierten, vermischen die Sagenwelt mit ernsten Themen wie Verantwortung und Erwachsenwerden. Das hat Vorbildcharakter, vor allem für heranwachsende Mädchen, denn unter der prachtvollen Garderobe stecken Unsicherheit und Zweifel, die es zu überwinden gilt. Das wird manchmal etwas düster, aber ohne allzu viel Kitsch erzählt. Die männlichen Figuren wie der verliebte Kristoff und der herzensgute Sidekick Olaf sorgen für Auflockerung in ernsten Momenten. Schließlich bekommt auch der oscargekrönte Soundtrack des ersten Teils einen würdigen Nachfolger. Besonders Elsas Aufbruch ins Abenteuer wird wohl noch lange in den Ohren der Millionen Kinogänger weltweit nachhallen.
> »Die Eiskönigin 2«: ab 21.11., Cineplex, CineStar, Passage Kinos, Regina Palast

Weitere Filmtermine der Woche

Godovscina Revoljucii / Anniversary of the Revolution


Die Oktoberrevolution erzählt in Bildern von den ersten Aufständen bis zum ersten Jahrestag: Mit viel Mühe wurde das Regiedebüt des russischen Filmpioniers Dziga Vertov (»Der Mann mit der Kamera«) im russischen Staatsarchiv für Film- und Fotodokumente rekonstruiert. Ein faszinierender, unverstellter Blick.
> 22.11., 19 Uhr, UT Connewitz

Her
In einer nahen Zukunft lebt der hochsensible Theodore davon, anrührende persönliche Briefe für andere Menschen zu verfassen. Als er das Betriebssystem Samantha kennen lernt, verliebt er sich. Wundervolles Gedankenspiel über künstliche Intelligenz und Gefühle. – Psychoanalyse trifft Film
> 22.11., 19.30 Uhr, Passage Kinos

Powidoki – Afterimage



Verfilmung der letzten Lebensjahre des Avantgarde-Malers Wladyslaw Strzeminski, der seinen eigenen künstleruschen Stil auch gegen politische Widerstände verteidigte.
> 22.11., 18 Uhr, Geschwister-Scholl-Haus

Chinesisches Kino


Die Filmreihe Chinesisches Kino im Cineplex zeigt diesmal »My Dear Liar« von Regisseur Ao Shen.
> 23.11., 17 Uhr, Cineplex

25. Französischen Filmtage
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bis 27.11., Passage Kinos, Schaubühne Lindenfels, 

Feinkost



Tschechische und deutsche Kurzfilme.


> 23.11., 20 Uhr, UT Connewitz

Swimmingpool am Golan


Die Lebenswege der jüdisch-deutschen Familie Zimmering, deren Mitglieder an der Gründung zweier Staaten, der DDR und Israels, entscheidend mitgewirkt haben. – Preview im Rahmen von Filme gegen das Vergessen, in Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938, mit Vorfilm
> 23.11., 16.45 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Depeche Mode: Spirits in the Forest



Konzertfilm von Anton Corbijn über die »Global Spirit«-Tour von Depeche Mode.
> 24.11., 19 Uhr, Cineplex, 17 Uhr, Cinestar, Regina Palast
> 26.11., 20 Uhr, Cineplex, Cinestar

Emil und die Detektive


Die bislang jüngste Verfilmung nach Erich Kästners 1929 erschienenem Roman: Auf der Fahrt nach Berlin werden Emil Tischbeins gesamten Ersparnisse gestohlen. Natürlich möchte Emil sein Geld zurückhaben, und begibt sich auf die Suche nach dem Bösewicht. Zum Glück bekommt er dabei Hilfe von anderen Kindern. Es beginnt eine abenteuerliche Jagd.
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24.11., 15 Uhr, Schauburg

Nurejew – The White Crow


Schauspieler Ralph Fiennes porträtiert den Ballett-Meister.
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24.11., 17 Uhr, Regina Palast

Blues Brothers


Der Kultfilm der 80er-Jahre: Zwei Kleinganoven versuchen nach der Entlassung aus dem Gefängnis ihre alte Band wieder zusammenzustellen, um mit einem Benefizkonzert das Waisenhaus, in dem sie aufwuchsen, vor der Schließung zu bewahren. Furiose Autoverfolgungen, obercoole Sprüche und tolle Musik u.a. von James Brown, Aretha Franklin und Ray Charles. – Montagskino
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25.11., 20.30 Uhr, Dr. Hops

1989 – War da was?
In »Lieder unserer Heimat« interpretieren Schwarwel und seine Gäste bekannte Ostlieder visuell einfallsreich und mit persönlichen Texten. Die gibt es auch zum Teil im begleitenden Buch nachzulesen, neben informativen Texten zur Jugendkultur in der DDR. Heute Abend gibt es die Filmvorführung & Buchpräsentation mit dem Produzententeam Sandra Strauß und Schwarwel sowie den Macherinnen und Autorinnen der Trickfilme und Bücher.
> 26.11., 19 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum

Der Fall Sarah & Saleem


Die gefährliche Affäre der Israelin Sarah aus West-Jerusalem und Saleem, einem Palästinenser aus Ost-Jerusalem. Obwohl sie Welten trennen und beide verheiratet sind, beginnen sie eine Affäre und riskieren damit alles, was ihnen wichtig ist. – im Rahmen der interCultura 2019, mit Vorfilm
> 26.11., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato

Durian Durian


Hongkong aus der Sicht einer jungen Chinesin, die ihren Lebensunterhalt als Prostituierte verdient. – Filmreihe: »Begierde«
> 26.11., 19.15 Uhr, Konfuzius-Institut Leipzig (OmeU)

Human Lost


In einer nahen Zukunft ist die Menschheit Sklave der Technik. Doch einige fallen durch das Raster. Adaption eines der meistgelesenen Mangas. – Anime-Night
> 26.11., 20 Uhr, Cineplex, Cinestar

Leere Stadt


Yassar entflieht dem bürgerlichen Leben und taucht ein in die alternative Szene des Hamburger Viertels Hammerbrook. – in Anwesenheit des Filmteams
> 26.11., 19 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Horror-Doppel mit Donis


Horropapst Donis zeigt heute William Ashers »Night Warning« (USA 1983; OF) und Jeff Burrs »Night of the Scarcrow« (J 1996; OmU).
> 27.11., 20, 22 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Power to the Children – Kinder an die Macht


Dokumentarfilm für Kinder über Kinderparlamente in Indien, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Situation in ihrer Heimat für Kinder mit eindrucksvollen Projekten und Aktionen zu verbessern. – anschl. Diskussion mit der Regisseurin Anna Kersting, im Rahmen der Vortragsreihe »Menschenrechte – Diskriminierung – Demokratisierung« der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät
> 27.11., 17 Uhr, Bildungswissenschaftliches Zentrum

Samsara
Der Filmclub Kaleidoskop zeigt den Dokumentarfilm Samsara: Eine Kaleidoskop-Schau in globales Naturgeschehen und menschliches Treiben – ohne Hauptdarsteller, ohne Dialog und ohne Erzähler. Benannt nach dem immer währenden Zyklus des Seins und dem Kreislauf von Werden und Vergehen führt Regisseur Ron Fricke in der von sphärischer Musik begleiteten Bewegtbild-Meditation durch erhebend-angenehme, teilweise irritierende Szenen.
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27.11., 18 Uhr, Campus Augustusplatz

The time to go has come and gone


Der Ort Welch in McDowell County, West Virginia, war einstmals Kohlehochburg. Heute ist Welch nur noch in den Medien aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und der Zahl an Drogentoten. – anschl. Diskussion mit Prof. Dr. Gabriele Pisarz-Ramirez
> 27.11., 21 Uhr, Ost-Passage Theater

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen
Ermunternde Doku, die Denkanstöße und Lösungsansätze für die Bereiche Energiegewinnung, Wohnen, Wirtschaft, Demokratie und Bildung gibt. – anschl. Filmgespräch mit dem BUND Leipzig
> 27.11., 19 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Kurdische Filmtage
> 27.11.–30.11., Cineding

Eröffnungsfilm: Die Schwalbe


Die junge Schweizerin Mira macht sich im Irak auf die Suche nach ihrem Vater und ihren eigenen Wurzeln. – Kurdische Filmtage
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27.11., 21 Uhr, Cineding

Vakuum


Meredith erfährt, dass sie HIV-positiv ist. Als Überträger kommt nur ihr Mann in Frage. Eine scheinbar heile Welt zerbricht. – anschl. Podiumsdiskussion zum Thema HIV und Heterosexualität
> 28.11., 19 Uhr, Cinémathèque in der Nato

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