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Feminismus und Schlägerei


Schrottgrenze spielen mit tatkräftiger Unterstützung von Finna und Sir Mantis

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Schrottgrenze stehen für bunten und rhythmischen Gitarrenpop, der viel gute Laune ausstrahlt. In ihren Texten widmet sich die Band vor allem queeren Themen, ist wütend und politisch. Am Mittwoch spielt Schrottgrenze im Werk 2.

Der vielleicht bekannteste Geheimtipp der Deutsch-Punk-Szene feiert 25-jähriges Bestehen. Schrottgrenze haben in einem Vierteljahrhundert mit »Auf die Bärte, fertig, los!!!«, »Château Schrottgrenze« und »Schrottism« einige Standardwerke veröffentlicht – und haben trotzdem noch kein eigenes Tourtagebuch oder Fanzine. Insbesondere Sänger Alex Tsitsigias ist dabei aber zwischen den Albenveröffentlichungen im Umfeld von Tocotronics Jan Müller und Herrenmagazin unterwegs, als Produzent bei Dirty Dishes oder Bandmitglied von Bierbeben. Mit Jens Rachut und Brezel Göring spielte er zudem bei Kommando Sonne-nmilch.

Nun ist das aktuelle, achte, Album »Alles zerpflücken« erschienen. Grund zum Feiern. Nach Feiern klingt es auch, wenn Finna und Sir Mantis als Support auf den Plakaten stehen und eigentlich mehr sind als Vorbands. Die beiden Acts sind nicht nur für satten Hiphop bekannt, sondern auch für ein klares Bekenntnis zu Feminismus und zur queeren Szene. Diese Haltung dürfte auch zentral über diesem Abend stehen. Allzu präsent ist sie bei Sir Mantis, ehemals Jennifer Gegenläufer, und auch auf »Alles zerpflücken« und dem Vorgänger-Album »Glitzer auf Beton« ist das Thema Gender und Geschlechtsidentität omnipräsent. »Liebe doch einfach, wen Du willst«, heißt es in »Sterne«, einem der Songs auf »Glitzer auf Beton«, und könnte als Motto des Abends gelten.

Die gesellschaftspolitische Aussage darf und soll man natürlich gerne mithören. Aber eigentlich ist sie ja auch selbstverständlich. Und dann darf man auch einfach zu den Hiphop-Beats voller Kraft und Energie schwitzen. Einen poppigen Kontrapunkt werden wohl Schrottgrenze als Hauptact selbst setzen. Mit klassischer Besetzung Gitarre, Bass, Schlagzeug sind sie für die Refrains zum Mitsingen und ebenfalls Mitschwitzen zuständig. Immerhin ist »Alles zerpflücken« mit aller Melodie-Lastigkeit und eingängigen Gitarren-Riffs mehr Indie-Rock als Drei-Akkorde-Punk. Es bleibt aber auf jeden Fall Schwitzen mit Attitude.

> Schrottgrenze: 11.12., 20 Uhr, Werk 2

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