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Frohes Jedifest

Die Kinostarts der Woche im Überblick

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… und was sonst so Filmisches in der Stadt passiert.

JJ Abrams bringt die Skywalker-Saga nach Hause. Ohne allzu viele Risiken einzugehen, setzt er auf Altbewährtes, Wiedersehen und Abschied vertrauter Charaktere. Das stimmt all jene Fans versöhnlich, die mit »Last Jedi« so gar nicht glücklich wurden. Episode neun ist, was es ist: Popcorn-Kino in Perfektion. Eine Gelegenheit, alle neun Teile noch einmal auf der großen Leinwand zu erleben gibt es in Leipzig leider nicht. Zum Kinostart von Episode Neun zeigt das Cineplex aber immerhin die Sequel-Triologie noch einmal am Stück.
> »Star Wars – Episode VII-IX«: 21.12., 15 Uhr, Cineplex

Film der Woche: Lulu Wang erzählt mit »The Farewell« eine persönliche Geschichte. Das ist spürbar. Ihre Protagonistin Billi (wunderbar: »Crazy Rich Asians« Star Awkwafina) ist wie sie Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln. Der familiäre Zweig ist weit entfernt, die alltäglichen Probleme in ihrer neuen Heimat New York wesentlich präsenter. Als bei Billies Großmutter Krebs diagnostiziert wird, kommt die gesamte Familie in der chinesischen Heimat zusammen, um eine gestellte Hochzeit zu feiern – denn Nai Nai (Shuzhen Zhao) darf nicht erfahren, dass sie sterben wird. Billi, die eigentlich daheim in den USA bleiben sollte, reist nach und ihr Besuch wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Wundervoll warmherzig und witzig erzählt »The Farewell« von dem Leben zwischen zwei Kulturen. In den USA traf das einen Nerv: Der kleine Independentfilm gewann den Publikumspreis in Sundance und hat beste Chancen auf den Fremdsprachen-Oscar im nächsten Jahr. Ausführliche Kritik im aktuellen kreuzer.
> »The Farewell«: ab 19.12., Passage Kinos

»Peanut Butter Falcon« ist sein Wrestling-Name, aber eigentlich heißt er Zak (Zack Gottsagen). Der 22-Jährige ist weit entfernt vom Kampfsport-Ring. Zak ist mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen und lebt in einem Altenpflegeheim in Savannah, Georgia. Die Pflegerin Eleanor (Dakota Johnson) kümmert sich liebevoll um den aufgeweckten jungen Mann. Aber ihr Vorgesetzter ist der Ansicht, dass das Heim nicht der richtige Ort für Zak ist. Bevor er es zwangsläufig verlassen muss, türmt Zak mit Hilfe des alten Carl (Bruce Dern) durch das vergitterte Fenster in die Freiheit. Sein Ziel: Die Wrestling Schule von Salt Water Redneck (Thomas Haden Church) im Süden des Landes.

Zur gleichen Zeit muss auch Tyler (Shia LaBeouf) fliehen. Als er seine Konzession zu verlieren droht, legt sich der mittellose Fischer mit seinen Konkurrenten an und brennt kurzerhand ihre Netze ab. Fortan machen sie Jagd auf ihn und Tyler flieht flussabwärts. Unterwegs trifft er auf Zak und zwischen den beiden Außenseitern entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft.

Die Geschichte ist einfach, die Nebenfiguren recht dünn, aber es ist das Herz, das »Peanut Butter Falcon« am rechten Fleck trägt. Das Langfilmdebüt von Tyler Nilson und Michael Schwartz wartet mit einer großen Portion Witz und Charme auf. Solange die Chemie stimmt, ist alles andere egal – und Zack Gottsagen und Shia LaBeouf geben ein wirklich tolles Leinwandteam ab. Viele der Dialoge sind improvisiert und voller Situationskomik. Die Spontaneität im Spiel der beiden erfüllt den Abenteuerfilm mit Leben. Die sonnendurchfluteten Aufnahmen verströmen einen herrlich warmen Lichtstrahl in trüben Wintertagen. »Peanut Butter Falcon« ist ein Feel-Good-Film, wie er im Buche steht. Eine warmherzige Antwort auf regelkonforme Langeweile.
> »Peanut Butter Falcon«: ab 19.12., Schauburg

Täglich bewegen wir uns mit Millionen anderen Menschen durch die Straßen, jeder für sich und doch in dieselbe Richtung. Rémy und Mélanie sind beide 30, Single und leben nebeneinander in einem Pariser Viertel, ohne voneinander zu wissen. Dabei verlaufen ihrer beider Leben auf parallelen Gleisen. Beide sind eher zurückhaltend, unsicher im Umgang mit anderen Menschen. Immer wieder laufen sie sich über den Weg, im Laden an der Ecke, auf der Straße, in der Metro, ohne dass es zu einer Begegnung kommt. Sie sind Teil einer Geschichte, wie sie sich überall auf der Welt abspielt. Regisseur Cédric Klapisch (»L’Auberge Espagnole«) schuf daraus einen berührenden Film und kehrt damit zu seinen Anfängen zurück. Bereits mit der romantischen Komödie »Und jeder sucht sein Kätzchen« erzählte er vom Reiz des Zufalls. Auch wenn das Leben von Mélanie und Rémy auf den ersten Blick ereignislos und banal erscheint, ist es doch das Alltägliche, dass sie uns näher bringt. Und die Aufrichtigkeit, mit der Klapisch seine Geschichte erzählt.
> »Einsam Zweisam«: ab 19.12., Passage Kinos

Weitere Filmtermine der Woche

Edward mit den Scherenhänden



Ein künstlicher Mensch, der Scheren statt Hände hat, gerät in eine amerikanische Durchschnittsfamilie und verliebt sich in die Tochter des Hauses. Dunkles Märchen von Tim Burton. – MoritzKino
> 

19.12., 20 Uhr, Moritzbastei

Mensch Meier. Echt jetzt?
Was wäre, wenn du im Skiurlaub der Freundin auf einer wilden Hüttenparty den Heiratsantrag machst, wenn du am letzten Arbeitstag vor den Ferien im Büro eingeschlossen wirst, wenn du deiner Mutter die Politkarriere versaust? Antworten bieten die Shorts Attack. (Filmstill: »Enough«)
> 19.12., 20 Uhr, UT Connewitz

Best of Kurzsuechtig 2019


Am kürzesten Tag des Jahres steht wie immer die große Kunst des kurzen Films im Spotlight. Die Schaubühne serviert dazu eine Rolle mit den besten Kurzfilmen Mitteldeutschlands, den Gewinnern des diesjährigen Kurzsuechtig-Filmfestivals.
> 21.12., 19 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Elektrokohle (Von Wegen)


Der 21. Dezember 1989 in Berlin: Eine Stadt im Umbruch, im Begriff der Auflösung und doch voller Möglichkeiten. Die Einstürzenden Neubauten sollen ihr erstes Konzert im Osten der noch geteilten Stadt geben. Mit anschl. Vortrag »Heiner Müller in der Popkultur« mit Robert Mießner (Berlin), Sounds of ’89
> 21.12., 20 Uhr, Nato

Midsommar – Director’s Cut
Christian und seine Freundin Dani reisen nach Schweden, um dort ein heidnisches Mitsommernachtsfest zu feiern. Was sie dort erwartet, übersteigt allerdings ihre Vorstellungen. Ari Asters zweiter großer Horror nach »Hereditary« jetzt auch im 171 Minuten langen Director’s Cut.
> 21.12., 21.15 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Shorts Attack Best of Festival: Golden Shorts


9 Filme in 90 Minuten: Die besten Kurzen aus dem diesjährigen Festivalzirkus am Kurzfilmtag zum kürzesten Tag im Jahr. (Filmstill: Agua)
> 21.12., 21 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Swimmingpool am Golan


Die Lebenswege der jüdisch-deutschen Familie Zimmering, deren Mitglieder an der Gründung zweier Staaten, der DDR und Israels, entscheidend mitgewirkt haben. – Preview im Rahmen von Filme gegen das Vergessen, in Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938, mit Vorfilm
> 21.12., 16.45 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão


Die Geschichte von Euridice und Guida, die sich in den 1950ern in Rio aus den Augen verlieren und zeitlebens nacheinander sehnen. Berührendes Melodram nach dem Roman von Martha Batalha. Ausführliche Kritik im Januar-kreuzer.
> 

22.12., 15.30 Uhr, Passage Kinos

Russisches Kino


Russisches Kino im Original ohne Untertitel. Diesmal mit der Action-Komödie »VIP Polizst 2«. – Russisches Kino
> 22.12., 17.30 Uhr, Cineplex (OV)

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