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Fünf Gründe…

gegen sich dieses Jahr mal nichts zu schenken

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Noch keine Geschenke? Wir haben einen Tipp…

1. Die Idee ist gut, na klar. Der blöde Kapitalismus macht uns eh alle nur traurig und dumm. Wieso ihm also nicht mal schön eins reinwürgen und das kapitalistischste aller christlichen Feste boykottieren, in dem man es so feiert, wie Jesus es damals tat, nämlich arm und enthaltsam? Doch dem gierigen Kapitalismus ist dein süßer Boykott-Versuch letztlich eh egal, da du dir von dem gesparten Geld dann halt selbst was kaufst. Da kannst du es ruhig auch deinen Lieben geben, Geizhals.

2. Am schlimmsten an dem Wir-schenken-uns-dieses-Jahr-nichts-Ritual sind die Leute, die es zelebrieren. Die ganz stolz rumerzählen, wie toll sie sich nichts schenken, als wäre es krass außergewöhnlich und sehr bescheiden und gesellschaftlich irgendwie relevant. Dabei ist es meistens nur Überforderung, weil sie nicht wissen, was der andere mag oder wonach er sich sehnt oder was er wirklich mal brauchen kann. Damit wollen sich die Nicht-Schenker aber bloß nicht auseinandersetzen, oberflächlich, wie sie sind.

3. Aber Spenden, sagst du jetzt. Spenden sind doch gut. Lieber den Bedürftigen was geben, als dem reichen Bruder noch einen teuren Wein fürs Designerregal zu kaufen. Recht hast du. Spende! Und spende nicht nur zu Weihnachten! Spende für Obdachlose, antifaschistische Projekte, Wikipedia – jeden Monat! Und kauf deinem Bruder einen kleinen Schnaps.

4. Man ist nicht böse, wenn man etwas verschenkt – es sei denn, man kauft es bei Amazon.

5. Egal, mit wem du das »Dieses Jahr schenken wir uns aber mal nichts« ausmachst, am Ende schenkt er dir doch was und sagt lächelnd: »Ist ja nur ne Kleinigkeit.« Da du das weißt, schenkst du ihm aus Angst auch »ne Kleinigkeit«. Frohes Fest, Kapitalismus!

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