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Reichtum, Magie und Stärke

»Ringe der Macht«: Reise durch Zeit und Glaube

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Die Sonderausstellung »Ringe der Macht« in Halle ist ein anschaulich gestalteter Ritt durch die Jahrtausende und durch verschiedene Glaubenssysteme. Unter den 250 Stücken der Ausstellung, die von Leihgebern aus verschiedenen Ländern stammen, sind sehr alte Stücke zu sehen.

Ein Ring muss gar nicht so richtig und zu hundert Prozent rund sein. Der Ring von Paußnitz zum Beispiel hat zwölf Ecken. Als dort, bei Riesa, 1898 ein Gutsbesitzer bei Arbeiten ein Tongefäß im Boden zerstörte, hob er einen kleinen Schatz mit 500 Münzen und einem Silberring aus dem 13. Jahrhundert. Den Ring verkaufte er an das Museum für Vorgeschichte in Halle, die Münzen verteilten sich. Erst 2001 tauchte der Ring im Hallenser Archiv wieder auf, diesmal kam seine seltsame Inschrift unter die Lupe: Da verwendete jemand zwei Schriftarten, eine davon irisch-angelsächsisch, damals schon um mehrere Jahrhunderte veraltet, die sich kaum bis nach Paußnitz verbreitet hatte. Nach einigem Forschen und Tüfteln konnten Experten entschlüsseln, dass der Ring bittet: »Vernichte mich, Christus«. Das lässt sich als frommer Wunsch nach Selbstaufgabe verstehen, wie ihn Kreuzfahrer formulierten. Nichts also, was man geheim halten und deshalb verschlüsseln müsste, sollte man meinen. Vielleicht aber sollte das Böse einfach nicht mitles…

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