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»Betriebswirtschaft fickt Utopie«

Leipzig is not amused: Die alternative Musiklandschaft sieht für die Zukunft eher schwarz

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Auch wenn der gern gezogene Vergleich Leipzig und Berlin an vielen Stellen hinkt: Erstere Stadt macht letzterer auf jeden Fall Konkurrenz, wenn es um Verdrängungsprozesse geht. Dass die alternative Musikszene in Leipzig unter Druck steht, ist schon seit Längerem mit bloßem Auge daran zu erkennen, dass renommierte Spielstätten verschwinden.

Normalerweise gehört eine frisch montierte Glastür nicht zu den Dingen, über die sich die Gemüter erhitzen. Eine einschlägige Leipziger Underground-Spielstätte hat eine solche kürzlich am Eingang installiert bekommen, allerdings nicht aus ästhetischen Erwägungen oder um am Eingang mehr Durchblick zu haben. Der Club befindet sich in einem größeren Gebäude, mit der Tür werden Brandschutzauflagen erfüllt.

Befragt man Stammgäste des Clubs zur neuen Tür, hört man häufig etwas in der Art von »sauhässlich« oder »furchtbar«, meist mit einem latent mürrischen bis resignierten Unterton, der verrät, dass das eigentliche Problem kein ästhetisches ist. Anlass zum Murren gibt hier mehr, dass das Betreiben des Vermieters für die Tür verantwortlich ist, die so gar nicht zum Dekor des Clubs passt. Vielen geht es um die Frage, wie frei der Freiraum eigentlich noch ist und wie lange die Do-It-Yourself-Prinzipien noch gelten können.

Dass die alternative Musikszene in Leipzig unter Druck steht, ist schon seit…

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