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Otto Spamer und die Bücher

Die Ausstellung »Otto Spamers Bücherfabrik« lädt ein, den findigen Verleger kennenzulernen

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Studierende der Leipziger Buchwissenschaft und der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät haben gemeinsam eine Ausstellung erarbeitet. Im Mittelpunkt: der Verleger Otto Spamer. Er verkaufte einst Millionen Sachbücher für Kinder und Jugendliche.

Die Ausstellung im zweiten Stock des Schulmuseums stellt in zwei Räumen den Leipziger Verleger Otto Spamer vor. 1847 gründete er einen Sachbuchverlag für Kinder und Jugendliche und erreichte bald Millionenauflagen. Das hatte seine Gründe: Spamers Bücher waren innovativ in ihrer Kombination aus Illustrationen und Informationen. Sie deckten eine Palette unterschiedlichster Themen ab, die von entlegenen Weltregionen bis zu technischen Errungenschaften reichte. Und sie stillten ein großes Bedürfnis nach Fortschritt und Zukunft beim Publikum des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Mit ihnen wurde der Verleger zu einem äußerst einflussreichen Mann. Vielen gilt er heute als einer der Erfinder des modernen Sachbuchs für junge Leser.

Pünktlich zu Otto Spamers 200. Geburtstag kann man ihn nun neu entdecken. Dabei richtet sich die Austellung im Schulmuseum vor allem an Kinder und Jugendliche. Für sie wurde der Botenjunge August entworfen – ein Zeitgenosse Spamers, gezeichnet vom Leipziger Illustrator Felix Hille. Die Figur führt die jungen Besucher durch die Schau, in der es einiges zu sehen gibt. Instrumente zur Illustration etwa, Briefe und Urkunden aus dem Fundus von Spamer, und natürlich Exemplare der von ihm verlegten Bücher. Sie dürfen angefasst und durchblättert werden. So zum Beispiel Marina Witters’ »Das illustrierte Spielbuch für Mädchen«, das einen guten Eindruck von der aufwendigen Gestaltung der Spamer-Titel vermittelt.

Einen Ausstellungs-Schwerpunkt bildet die Bücherfabrik des Verlegers. Hier ließ er nicht nur Ideen besprechen, sondern seine Bücher auch gleich setzen, bebildern und drucken. Der Botenjunge August stellt in einem kurzen Hörspiel die verschiedenen Arbeitsbereiche der Fabrik vor.
Einziges Manko der ansonsten gelungenen Ausstellung ist der mangelnde Platz. Am besten lässt sie sich entdecken, wenn der Andrang nicht allzu groß ist. Auch weil dann die Chance besteht, die Mitmachmöglichkeiten, wie Kostüme zum Verkleiden oder den kleinen Basteltisch in Anspruch zu nehmen. Kinder finden hier eine Ausstellung, die wirklich für sie gemacht ist – bei der sie lernen können, aber auch rätseln, basteln und lesen.

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