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Keine Fahrradstraße für den Leipziger Süden

Es gibt zu wenig Fahrradfahrer auf der Karl-Liebknecht-Straße für das Vorhaben

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Über zwei Millionen Radfahrer sind im vergangenen Jahr über die Karl-Liebknecht-Straße gefahren. Dennoch will die Stadtverwaltung weiterhin weder aus der Karli noch aus der Bernhard-Göring-Straße eine Fahrradstraße machen.

Exakt 2.078.175 Radfahrer passierten die Karl-Liebknecht-Straße auf Höhe der Braustraße zwischen März letzten Jahres bis Ende April dieses Jahres. Das lässt sich so genau sagen, weil die Stadtverwaltung dort eine Messstelle installierte. Nun veröffentlichte die Verwaltung die ersten Ergebnisse.

Das Verkehrs- und Tiefbauamt spricht von einer »beachtlichen Zahl«. Trotzdem sieht die Verwaltung weiterhin keinen Bedarf für eine vom Zentrum nach Süden verlaufende Fahrradstraße. »Die Zählergebnisse aus den Dauerzählstellen (DZS) zum Radverkehr in der Karl-Liebknecht-Straße stützen die bisherige Haltung der Stadtverwaltung bei der Einschätzung zur Möglichkeit der Einrichtung von Fahrradstraßen im Peterssteinweg und der Bernhard-Göring-Straße«, schreibt die Stadt auf Anfrage.

Zur Begründung heißt es weiter: »Eine hohe absolute Zahl von Radfahrenden ist aber kein maßgebliches Kriterium für die Anordnung einer Fahrradstraße, sondern neben weiteren Kriterien ist das relative Verhältnis zwischen Kfz- und Radverkehr ausschlaggebend.« Dieses Verhältnis müsse laut Straßenverkehrsordnung zu Gunsten des Radverkehrs ausfallen beziehungsweise müsse das alsbald zu erwarten sein. Beides sei nicht der Fall.

11.200 Autos gegen 5.800 Radfahrer

Zum Autoverkehr auf der Karl-Liebknecht-Straße liegen der Verwaltung hingegen keine genauen Zahlen vor. Der Vergleich mit dem Radverkehr kann nach Angaben der Verwaltung lediglich auf Grundlage des sogenannten »durchschnittlichen täglichen Verkehr Montag bis Freitag« (DTV Mo-Fr) gezogen werden. Punktuelle Zählungen aus den Jahren 2017 bis 2018 zeigen täglich 11.200 Kraftfahrzeuge auf der Karl-Liebknecht-Straße in Höhe Braustraße an.

Rechnet man die oben genannten rund 2,1 Millionen Radfahrer auf einen Tag, ergibt sich (gerechnet mit 30 Tagen pro Monat) hingegen ein Wert von nur rund 5.800 Radlern. Das wären zwar beeindruckende vier Radfahrer pro Minute. Der Autoverkehr wäre demnach aber doppelt so hoch.

Wie es mit dem Radverkehr im Leipziger Süden weitergeht, bleibt gleichwohl eine politische Entscheidung. Der Stadtrat stimmte im November für den Antrag »Fahrradfreundliche Karli«. Die Ratsversammlung beauftragte die Verwaltung damit, bis Ende Juni dieses Jahres die Einrichtung von Fahrradstraßen im Leipziger Süden zu prüfen. Diese Prüfung dauert nach Auskunft der Stadtverwaltung an. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass sich nach den aktuellen Aussagen noch etwas am Standpunkt der Verwaltung ändert.

Foto: Alexander Laboda

Die Kochstraße als Fahrradstraße

Derweil schlug die Leipziger CDU – trotz der laufenden Prüfung – vor wenigen Wochen in einem Antrag vor, die Kochstraße zu einer Fahrradstraße zu machen. Die Straße sei für Radfahrer ein sehr sicherer Weg, schrieb die Fraktion zur Begründung. Lediglich die Querung der Kurt-Eisner-Straße und Richard-Lehmann-Straße müsse »sinnvoll geregelt«werden. Der Beschluss zum Antrg ist immer noch offen.

 

Dieser Text erscheint in Kooperation mit dem Karli.blog.

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