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Editorial 06/20

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Juni-Ausgabe des kreuzer. Diesmal versuchen wir uns so weit wie möglich von Corona zu entfernen, kommen aber am Ende doch nicht drum herum.

Nee, wir machen jetzt erst mal nichts mehr mit Corona, das nervt so langsam: Das war einhelliger Tenor bei unseren Redaktionssitzungen zur Vorbereitung auf dieses Heft. Ganz ging es dann doch nicht, denn auch als langsames Monatsmagazin mit Kulturfokus – arrogant, oberschlau, ständig zweifelnd und überkritisch – kann man sich der aktuellen Realität nicht ganz entziehen. Leider. Am besten hatten es da noch die Kollegen aus dem Spielressort, die einfach ein Computerspiel nach dem anderen einlegten, um aufmerksam die drei spannendsten rauszusuchen und besprechen zu können. Diesmal ist eine besondere Empfehlung dabei, nämlich der zweite Teil von »Mount & Blade«, einem ganz großartigen Ritterspiel, bei dem man zwar um einige Metzeleien nicht herumkommt, aber dem kapitalistischen System so richtig schön die Arbeitskraft entziehen kann. Falls Sie noch nie ein Computerspiel gespielt haben, fangen Sie mit diesem an.

Was es doch noch zu sagen gibt zur Krise, hat die Redaktion im Magazinbeitrag auf Seite 26 zusammengetragen. Die Kurzversion: Gut sieht es nicht aus. Das zeigte auch die nach Redaktionsschluss stattgefundene Bewerbung um die Leipzig-Soforthilfe für Solo-Selbstständige: Die Website für den Online-Antrag brach schon am Morgen zusammen. Und kurz nachdem sie dann wieder erreichbar war – stellten einige fest, dass sie nicht mehr berechtigt sind, die Hilfe zu nutzen. Übrigens werden auch die Inhalte des kreuzer, Texte und Bilder, fast komplett von Solo-Selbstständigen hergestellt. Wir wissen also, wovon wir reden.

Trotzdem haben wir beschlossen, auf andere Themen zu schauen – zum Beispiel auf das Klima. Denn, ja – da war doch was: So wie es aussieht, steuert die Region auf den dritten Dürresommer in Folge zu. Was den Kurzberockten freut, das schöne Wetter, weitgehende Niederschlagsfreiheit, ist besonders für die Pflanzenwelt purer Stress. Und wenn die Pflanzen Stress haben, werden wir ihn auch bald bekommen. Die Böden im Mitteldeutschen Trockengebiet sind inzwischen so tief ausgetrocknet, dass auch die Wälder massive Probleme haben. Geschwächte Bäume sind anfälliger für Krankheiten und Insektenbefall, in der Landwirtschaft gibt es Ernteausfälle und überall in Wald und Flur steigt die Zahl der Brände. Über das Ausmaß der Trockenheit, aber auch darüber, was gegen ihre Folgen getan werden kann, berichten Franziska Reif und Tobias Prüwer in unserer Titelstrecke ab Seite 14. Das schicke Cover dazu hat übrigens kreuzer-Grafiker und Schriftenmeister Falk Schwalbe gestaltet.

Ich grüße Aiko Kempen, den überaus talentierten und tatkräftigen Ex-kreuzer-Onliner, der inzwischen in der Redaktion des WDR-Politmagazins Monitor gelandet ist und dort ganz kreuzer-mäßig irritiert, provoziert, Themen setzt und Hintergründe liefert. Aiko, machs gut da im Fernsehen!

Eine prima Lektüre wünscht

ANDREAS RAABE

 

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