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Editorial 02/21

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Februar-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe erzählt über das Abbilden in Zeiten der digitalen Technik, die Kraft der Worte und wer eigentlich die allergrößte Macht im Universum hat.

Die Macht der Bilder ist groß. Und die mit Abstand am weitesten verbreitete Art, Bilder, Abbilder zu erstellen, ist die Fotografie. Doch was ist überhaupt darstellbar mit den Mitteln der Fotografie und unter welchen Bedingungen geschieht das heute in den Zeiten der digitalen Technik? Das ist eines der Themen des Leipziger Fotografen Adrian Sauer, dessen Darstellung aus dem Buch »Foto Arbeiten« (Kerber Verlag, 2020) Sie auf unserem Cover sehen können. Ja, und die Frage zu dieser Abbildung ist: Was sehen Sie da eigentlich? Sauer beschäftigt sich mit dem ganz grundlegenden Unterschied von analoger und digitaler Fotografie. Was ist das, die digitale Masse eines Handyfotos? Und was passiert wirklich bei der Übersetzung analoger Fotografien in digitale?

In unserer Titelstrecke geht Kunstredakteurin Britt Schlehahn solchen Fragen nach – und berichtet über die Geschichte und die Gegenwart der Produktion von Fotos in Leipzig. Die Auswahl der Fotografien auf den Seiten 14 bis 21 hat darum immer mit Leipzig zu tun. Sie reicht von den historischen Anfängen über die Arbeiterfotografie zur sozialdokumentarischen Fotografie von Evelyn Richter und der Generation von Christiane Eisler und Harald Kirschner mit ihren Dokumentationen zu Punks, Jugendwerkhöfen und dem Stadtteil Grünau; weiter geht es mit Michael Hawlick und seinem Diplom über Sinti in der DDR – bis hin zur Wendegeneration um Matthias Hoch und zu den aktuellen Diplomen und Meisterschülern, beispielsweise Oscar Lebeck oder Sabrina Asche.

Doch es existiert eine Sache, die noch größer ist als die Macht der Bilder. Wissen Sie, was ich meine? Genau: Es ist die Macht des Wortes. In Leipzig befindet sich mit der hiesigen Dependance der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) einer von zwei für den deutschsprachigen Raum zentralen Sammlungsorten für Wörter, Sätze, aufgeschriebene Gedanken und ihre Medien. Die DNB sammelt – zusammen mit der westdeutschen Filiale in Frankfurt am Main – jede, wirklich jede, auf Deutsch veröffentlichte Publikation, hält sie für die Öffentlichkeit verfügbar und bewahrt sie für die Zukunft. In unserem Interview des Monats befragten die kreuzer-Redakteurinnen Franziska Reif und Tobias Prüwer Michael Fernau, den Direktor der Leipziger Nationalbibliothek – nachzulesen ist das Gespräch ab Seite 24.           

Es gibt, wie immer, noch einiges mehr zu entdecken in diesem Heft, auch wenn es leider wieder ein ganz dünnes geworden ist. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit dem kreuzer, der vor allem aus Bildern und Wörtern besteht – und empfehle die Monatstipps des Musikressorts auf der übernächsten Doppelseite. Denn die nun wirklich allergrößte Macht im Universum hat, wie wir schon längst ahnten, nur eine: die Musik.

Hauen Sie rein! Andreas Raabe

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