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Eine Quelle des Ärgers: der Leipziger Flughafenausbau

Kritiker fürchten die Konsequenzen eines erhöhten Flugaufkommens

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Pünktlich zur Einspruchsfrist des Planfeststellungsverfahrens zum Ausbau des Frachtflughafens Leipzig/Halle haben Demonstranten eine Petition mit 7.500 Unterschriften gegen die Pläne eingereicht. Sie kritisieren vor allem die Zunahme von Nachtflügen und die erhöhte Lärm- und Klimabelastung.

Über 50 Menschen haben sich am 15. Februar vor der Geschäftsstelle der Landesdirektion Sachsen versammelt, um gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle zu demonstrieren. Das »Aktionsbündnis gegen Flughafenausbau« und die Bürgerinitiative »Gegen die neue Flugroute« hatten im Vorhinein zu einer Kundgebung eingeladen. Der Flughafen, der inzwischen zweitgrößter Frachtflughafen Deutschlands ist, plant eine Erweiterung für eine halbe Milliarde Euro. Seit November sind die Pläne öffentlich ausgelegt, bis zum 15. Februar gab es die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Das haben die Bündnisse als Anlass genommen, eine Protestnote mit über 7.500 Ablehnungen an die Landesdirektion zu überreichen.

Unter den Rednern der Kundgebung befanden sich unter anderem der Sprecher der Bürgerinitiative Matthias Zimmermann und Bert Sander, flughafenpolitischer Sprecher der Fraktion die Grünen im Stadtrat. Auch ein Vertreter der Organisation Ende Gelände und eine Ärztin von Health for Future äußerten ihre Bedenken. Sie kritisieren vor allem die erwartete Zunahme von nächtlichen Flügen und damit einhergehend auch die erhöhte Lärm- und Klimabelastung. Aber auch die Bürgerbeteiligung sei bisher völlig fehlgeschlagen. Zwar gab es vor einem Jahr öffentlich Veranstaltungen zu dem Projekt, laut den Ausbau-Gegnern wurden dort aber Fragen und Diskussionen unterbunden. Außerdem sei die seit dem 16. November laufende »öffentliche Auslegung« der Pläne zu kurz, für Laien nicht durchschaubar und durch die Einschränkungen in der Pandemie nicht oder nur mit ungeheurem Aufwand sachgerecht überprüfbar gewesen, so Matthias Zimmermann. Er fordert: »ein Flughafenmoratorium für diese lauteste stadtnahe nächtliche Lärmquelle Deutschlands«. Als symbolischen Akt wurde auf der Kundgebung ein selbstgebastelter Preis – der »goldene Misthaufen« – für den »maroden Militär- und Frachtflughafen« vergeben.

Leipzigs Oberbürgermeister befürwortet grundsätzlich den Ausbau des Flughafens. Er sei essentiell für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und der Region. Gegenüber der LVZ sagte Jung: »Wir wollen für die Gesundheit der Menschen Entwicklungen einleiten, die uns das verantworten lassen. Wir brauchen ein Nachhaltigkeitsbewusstsein und ein Nachtschutzgebiet, das den Namen verdient.« Der Stadtrat hat im Januar einen umfangreichen Forderungskatalog beschlossen. Unter anderem soll ein Lärmschutzgutachten erstellt werden. Nach Angaben einer Sprecherin wird die Landesdirektion die Einwendungen auswerten und prüfen. Daraus ergäben sich die weiteren Verfahrensschritte.

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