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Ehemaliger LVB-Kontrolleur angeklagt

Der Vorfall am Waldplatz kommt vor Gericht

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Etwa ein dreiviertel Jahr ist der Vorfall am Waldplatz her, nun hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage gegen einen ehemaligen LVB-Kontrolleur erhoben. Dieser hatte einen Fahrgast gewürgt.

Ein ehemaliger Fahrkartenkontrolleur der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) muss sich vor dem Amtsgericht in Leipzig verantworten. Das geht aus einer Antwort des sächsischen Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage hervor, die Linken-Abgeordnete Juliane Nagel im Landtag gestellt hatte. Demnach hat die Staatsanwaltschaft Leipzig am 16. März Anklage erhoben. Dem Beschuldigten wirft sie vor, an der Haltestelle Waldplatz im vergangenen Juli einen jungen Mann ohne Fahrschein »mittels eines Armgriffs um den Hals am Boden festgehalten« und trotz »offensichtlicher Luftnot« nicht von dem Fahrgast abgelassen zu haben. Dieser habe sich zwar einer Identitätsfeststellung entziehen wollen, nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sei das Vorgehen des Kontrolleurs aber nicht mehr durch das »allgemeine Festnahmerecht« gerechtfertigt gewesen.

Auslöser der Ermittlungen gegen den ehemaligen LVB-Mitarbeiter war ein Augenzeugenvideo, das der kreuzer veröffentlicht und das bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Die Leipziger Verkehrsbetriebe hatten den Kontrolleur daraufhin zunächst suspendiert, bevor sie sich dauerhaft von ihm und einem weiteren beteiligten Mitarbeiter trennten. Außerdem baten die LVB um Entschuldigung für »die gewalttätige Kurzschlussreaktion gegenüber dem Fahrgast« und kündigten an, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Die vesprochene Unterstützung scheiterte aber 31. an den Überwachungskameras in der Straßenbahn, in welcher der Streit zwischen Fahrgast und Kontrolleur angefangen haben soll. Weil das gesicherte Videomaterial laut Polizei nicht verwertbar ist, verfasste diese einen Zeugenaufruf. Der Prozess könnte nun zeigen, zu welchen neuen Erkenntnissen die Ermittlungen seitdem geführt haben.

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