Startseite / Kultur / Unheilbare Optimisten

Unheilbare Optimisten

Empfehlungen zur Jüdischen Woche und ihren 100 Veranstaltungen

Größeres Bild

Ab Sonntag den 27. Juni beginnt wieder einmal die jüdische Woche. Interessierte erwartet ein buntes und optimistisches Programm. Von Rundgängen über Vorträge ist einiges dabei.

»Schreibt nicht über die antijüdischen Angriffe«, empfahl Küf Kaufmann, der Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft zu Leipzig und Präsidiumsmitglied des Zentralrates der Juden in Deutschland, den Journalistinnen bei der Pressekonferenz zur Jüdischen Woche 2021. »Wir sind unheilbare Optimisten. Wir wollen nicht alles schöner machen als es ist, aber wir Menschen gehören alle zusammen.« Daher freute er sich sehr über das »bunte und optimistische Programm«, weiß allerdings auch, »die Geschichte ist immer anwesend.«

»Aus dem Herzen von ganz Leipzig« erwächst die aller zwei Jahre stattfindende Jüdische Woche – betont Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Sie bedauert im Namen der Stadtverwaltung die antisemitischen Übergriffe, die jüngst in der Stadt zu verzeichnen waren. Die Woche lädt ein mehr zu erfahren und »Antisemitismus offen zu widersprechen.«

Die 14. Jüdische Woche in Leipzig verbindet sich mit dem Themenjahr »Soziale Bewegungen« sowie dem bundesweiten Programm »1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland.« Es gibt immer noch jede Menge an jüdischem Leben in der Stadt zu entdecken und so bildet das Programm trotz Pandemie eine erfrischende Mischung aus Gestern, Heute und Morgen.

Wer zum Beispiel schon immer mal den Alten und den Neuen Jüdischen Friedhof besuchen wollte, kann dies in Begleitung des Historikers Steffen Held nun endlich in Angriff nehmen. Der Dichter Hans Riemann hat 1929 in »Das Buch von Leipzig. Was nicht im Badecker steht« geschrieben: »Im Nordviertel ist das Ghetto. In drei Abstufungen: Gerberstraße – Nordstraße, Humboldstraße, Funkenburgstraße – Kickerlingsberg.« An diese vergessene Geschichten erinnern Führungen durch das Waldstraßenviertel und die Nordvorstadt. Vor einhundert Jahren wurde die Hochschule für Frauen gegründet. Aus dem Anlass lädt die Louise-Otto-Peters Gesellschaft zu einem Rundgang durch den städtischen Raum.

»Wie ein Stolperstein im Leipziger Osten weltweite Wellen schlägt… Die Lebensgeschichte(n) der Leipziger Malerin Sofie Schneider und ihrer Familie« lautet der Titel einer Veranstaltung der Frauenkultur am Donnerstag. 2013 initiierte der Verein einen Stolperstein für die Malerin in der Eisenbahnstraße. Was seit dem passierte, ist bei der Veranstaltung zu erfahren.

Vor 101 Jahren wurde der jüdische Sportverein Bar Kochba in Leipzig gegründet. Am Donnerstag sprechen der Historiker Yuval Rubovitch und die ehemalige Direktorin des Sportmuseums Leipzig, Gerlinde Rohr, über die Vereinsgeschichte und dessen Erbe. Am Samstag trifft Regionalligist BSG Chemie Leipzig im Rahmen vom Internationalen Fußballfreundschaftsspiel für Demokratie und Toleranz auf Betar Nordia Jerusalem. Neben dem Kick finden zudem Vorträge im Alfred-Kunze-Sportpark statt. Am Sonntag führt der Landes- und Gemeinderabbiner sowie erster Bundeswehrrabbiner Zsolt Balla durch die Leipziger Gemeindesynagoge in der Keilstraße.

Das komplette Programm findet sich unter: http://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/veranstaltungen-und-termine/jubilaeen-und-festivals/juedische-woche/

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.