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Leipzig wählt grün, Sachsen blau

Die U18-Bundestagswahl brachte für Leipzig eine hohe Beteiligung und ein deutliches Ergebnis

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Bei den diesjährigen U18-Wahlen in Leipzig bestätigt sich, was auch sonst häufig gilt: Leipzig wählt anders als Sachsen. Gleichzeitig zeigte sich einmal mehr, wie groß das Interesse junger Menschen ist, politisch mitzubestimmen.

Wenn Kinder und Jugendliche bei der diesjährigen Bundestagswahl wählen könnten, würde einiges anders aussehen. Das bestätigen nicht nur Umfragen, sondern auch die U18-Wahlen, die zum 17. September deutschlandweit organisiert wurden. In Leipzig übernimmt das seit 2017 der Stadtjugendring gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbüro des Deutschen Kinderschutzbundes Leipzig. Über deren Adresse konnten interessierte Vereine, Jugendclubs, Schulen oder Privatpersonen sich in den letzten Wochen mit Infomaterial zur Wahl eindecken und anschließend Wahlkabinen einrichten. Insgesamt sind so über 57 Wahllokale zusammengekommen. Leipzig stellt damit ein Viertel der Wahllokale für Kinder und Jugendliche in Sachsen. Ein Rekord, der sich auch in der Beteiligung niederschlägt. So haben in der Messestadt in diesem Jahr knapp 2200 junge Menschen an der U18-Wahl teilgenommen.

Das Ergebnis: ein deutlicher Erfolg für die Grünen. Sie belegen mit 24,99 % den Spitzenplatz bei den jungen Wählern. Beinahe zehn Prozentpunkte dahinter kommen mit 15,81% die SPD und mit 14,26% die Linke die in etwa gleichauf liegen. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich auch die Parteien deren Programme jungen Menschen eher wenig bieten. In Leipzig liegen die CDU mit 8,28%, die AfD mit 8,52% und die FDP mit 7,58% dicht beieinander. Zu ihrem Feld gesellt sich auch die Tierschutzpartei mit 7,58%. Sowohl in der Wahlbeteiligung, als auch im Ergebnis unterscheidet sich Leipzig vom sächsischen Umland. Zwar erreichen die Grünen sachsenweit mit 15,63% einen ordentlichen zweiten Platz, mehr Zustimmung erhält allerdings die AfD mit 16,72%.

Die Ergebnisse, Quelle: Stadjugendring

Anders sieht es im bundesdeutschen Schnitt aus. Hier gleichen die Ergebnisse denen aus Leipzig, wobei die CDU mit 16,92% besser und die Linke mit 7,51% schlechter dasteht als in der Messestadt (https://wahlen.u18.org/wahlergebnisse/bundestagswahl-2021). Insgesamt bestätigt sich mit der diesjährigen U18-Bundestagswahl zumindest für Leipzig der Trend, wonach das Interesse der Kinder und Jugendlichen an den entsprechenden Wahlangeboten ungebrochen hoch ist. Als eines der »größten Projekte der politischen Bildung in Leipzig« bezeichnet Frederik Schwieger, Geschäftsführer des Stadtjugendrings, die U18-Wahlen, die neben Aufklärung auch das Ziel haben, Druck auf die Politik auszuüben. So fordern zahlreiche der beteiligten Akteure eine Herabsetzung des Wahlalters. Sie finden, Kinder und Jugendliche sollten mitbestimmen können, wenn über ihre Zukunft entschieden wird.

Nähere Informationen zu den Ergebnissen der U-18 Wahlen gibt es hier: https://wahlen.u18.org/wahlergebnisse/bundestagswahl-2021.

Für Kinder und Jugendliche gut aufbereitete Daten und Fakten zur Bundestagswahl gibt es hier: http://www.leipzig-wählt.de

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