Startseite / Politik / Lehmann und Pellmann weiter für Leipzig im Bundestag

Lehmann und Pellmann weiter für Leipzig im Bundestag

Ergebnisse der Bundestagswahl für Leipzig und Sachsen im Überblick

Größeres Bild

Das vorläufige Endergebnis der Bundestagswahl 2021 steht fest: Jens Lehmann (CDU) und Sören Pellmann (Linke) verteidigen ihre Direktmandate und ziehen für Leipzig in den Bundestag ein. Die SPD ist die Gewinnerin der Zweitstimmen in Leipzig. In Sachsen ist die AfD stärkste Kraft.

Partystimmung sucht man am Wahlabend im Neuen Rathaus, als die Ergebnisse eindeutiger werden, vergeblich. Denn zu diesem Zeitpunkt sind die Direktkandidierenden schon längst auf ihre eigenen Wahlpartys. Nur bei der Linken gibt es bereits um 21 Uhr – drei Stunden bevor das vorläufige Endergebnis feststehen wird und die Linke noch um ihren Einzug in den Bundestag bangt – Blümchen für Sören Pellmann und Nina Treu.

Deutschland hat einen neuen Bundestag gewählt und Leipzig ihre Vertreter dafür: Jens Lehmann (CDU) und Sören Pellmann (Linke) ziehen für die Stadt direkt in den Bundestag. Im nördlichen Wahlkreis (152) war es ein knappes Rennen zwischen Lehmann und Holger Mann (SPD). Mit 0,3 Prozent Vorsprung gewann Lehmann das Mandat aber um Haaresbreite. Als sächsischer Spitzenkandidat wird Holger Mann nichtsdestotrotz in den Bundestag einziehen. Sowohl Lehmann als auch Pellmann haben bereits 2017 die Direktmandate für Leipzig gewonnen. Damit rettet Pellmann seine Partei: Ohne die gewonnenen Direktmandate von ihm, Gregor Gysi und Gesine Lötsch (ebenfalls Linke), würde die Linke mit 4,9 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und nicht erneut in den Bundestag einziehen.

Die Grünen-Kandidatin Paula Piechotta wurde im Voraus als Pellmanns größte Konkurrentin gehandelt. Sie freue sich aber über einen »ganz klaren zweiten Platz« weit vor CDU und AfD und hebt hervor, dass die Grünen im Wahlkreis 153 sogar die meisten Zweitstimmen geholt haben: »Das zeigt, dass die Märchenerzählung von Pellmann, nur er könne CDU und AfD im Süden verhindern, nicht stimmt und das werden wir in vier Jahren auch sehen.« Zwar sei das bundesweite Ergebnis nicht so gut, wie erwartet. Der Regierungsbildung stehe sie dennoch positiv gegenüber: »Die Tür für eine neue, progressive Regierung steht weit offen.« Auch Piechotta wird als Spitzenkandidatin der Grünen dennoch Abgeordnete im Bundestag sein.

Der bundesweite Aufwärtstrend bei der SPD macht sich auch in Leipzig bemerkbar: Bei den Zweitstimmen ist die Partei mit 21 Prozent stärkste Kraft in Leipzig, gefolgt von den Grünen (18 Prozent). Bei der vergangenen Wahl, 2017, waren die Sozialdemokraten gerade mal viertstärkste Kraft. Die CDU hat im Vergleich zu 2017 fast neun Prozentpunkte eingebüßt, die AfD ist um fünf Prozent abgesunken. Auch die Linke hat über sieben Prozent ihrer Wählerinnen verloren.

In Sachsen hat die AfD die Wahl gewonnen. Sie hat mit 24,6 Prozent die meisten Zweitstimmenanteile, außerdem gehen von 16 Direktmandaten zehn an die AfD. Damit hat die CDU acht Direktmandate in Sachsen verloren und liegt auch bei den Zweitstimmen abgeschlagen auf Platz drei, hinter der SPD. »Es ist ein bitterer Wahlabend für die Union«, sagt Generalsekretär der CDU Sachsen, Alexander Dierks, zum MDR Sachsen.

Kommentieren

Dein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Lukas H. | 6. Oktober 2021 | um 18:26 Uhr

    Das die Linke im Bund so abgeschmiert ist, wundert mich natürlich nicht.

    Die neuen Vorsitzenden der Partei – Hennig-Wellsow und Wissler, sind rhetorisch schlecht, sind keine positiven Aushängeschilder der Partei die Linke, sind auf Fragen der Presse schlecht vorbereitet (da kommt mir die Pressekonferenz nach der Sachs. – Anhalt Wahl in den Sinn) und wenn ich an das Interview bei Jung & Naiv denke, bei dem Frau Henning-Wellsow zu Gast war, fällt mir absolut nichts mehr ein…

    Dazu kommt ein angestoßener und zum Glück abgewendetes Parteiausschlussverfahren gegenüber Frau Wagenknecht, was ich als eine reine Frechheit empfinde.

    Frau Wagenknecht ist meiner Meinung nach eines der sachlichsten und schlausten Köpfe der Partei. Rhetorisch super, selbstbewusst und schlagfertig.

    Die Linke braucht dringend eine komplette Neuaufstellung, wenn sie nicht in der Bedeutungslosigkeit im Bund und den westlichen Bundesländern versinken will.
    Da hilft es nicht, wenn man von guten abgedeckten Themengebieten spricht, die die Linke bedient hat oder ein Herr Pellmann, der hier ein Mandat gewonnen hat (sowie die beiden Kollegen aus Berlin).

    Die Menschen nehmen diese Partei seit Jahren nicht mehr wahr. Und jetzt erst anzufangen und sich zu fragen, warum es so ist, wie es ist, ist viel zu spät.

    Kommt in die Pötte Genossen!