DOK LEIPZIG 28. OKTOBER – 3. NOVEMBER 2019
62. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Feuertrip

»California on Fire« zeigt Bilder von Waldbränden

Fünf Phasen des Trauerns machte die amerikanische Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross aus. Laut ihrem Modell beginnt Trauer mit einer Leugnung und endet in der Akzeptanz. Filmemacher und Künstler Jeff Frost macht sich diese Vorstellung für sein neuestes Projekt zu eigen. Eingeteilt in fünf verschiedene Emotionszustände zeigt er kalifornische Waldbrände. Die meiste Zeit über im Zeitraffer. Zu sehen sind Feuer, die sich Berghänge hinabfressen. Rauch, der über Ebenen zieht. Feuerwehrwagen die eine Straße entlangrasen. Und Fliegen, die durch verkohlte Landschaften krabbeln.

Gerade am Anfang erinnern die dicht aneinandergereihten Bilder an einen Trip. Oder an einen Film von Terence Malick im Schnelldurchlauf. Nur das hier alles brennt. Die Dokumentation zeigt eine Tankstelle und Sekunden später dieselbe Tankstelle noch einmal als Ruine in Schutt und Asche. Ein Klangteppich ist den Bildern untergelegt. Geredet wird nicht. Nur hin und wieder mischen sich Funksprüche unter die Töne.

Am Ende bleibt man etwas ratlos angesichts dieser großen und mit teurem Equipment durchgeführten Branderkundung. Beeindruckend ist, welche Bilder da im Einzelnen gesammelt wurden. Das Feuer zeigt sich in dieser Dokumentation in seiner ganzen Schönheit und vernichtenden Kraft. Der Mensch ist dagegen ein winziges Wesen. Und so stehen die Einsatzkräfte denn auch staunend da und blicken fassungslos zu den Flammen hinüber.

JOSEF BRAUN

California on Fire

USA, 2018, 25 min., Jeff Frost

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