F O T O : T O M D A C H S LITERATUR »Balagan« – Jüdische Stimmen der Gegenwart Im Rahmen des Themenjahres »Tacheles« zur jüdischen Kultur in Sachsen startet die Lesereihe »Balagan« (auf Deutsch: Chaos, Wirrwarr, Durcheinander), konzipiert und moderiert von Rebecca Maria Salentin. Um unterschiedliche Perspektiven soll es gehen; Literatur und Gespräche in lebendigem Zu- sammensein stehen im Mittelpunkt – »mal mit, mal ohne expliziten Fokus auf jüdische Themen«. Für die erste Ausgabe begrüßt Sa- lentin Yevgeniy Breyger, dessen erzählendes Roadtrip-Langgedicht »Hallo niemand« die- sen Monat bei Suhrkamp erscheint. AHu ■ 11.2., 19 Uhr, Neues Schauspiel Leipzig F O T O : R A F A E A P R Ö L L Zwölf für 28 Die Veranstaltungstipps im Februar LITERATUR Erich Loest zum 100. Geburtstag In seinen Büchern verwob der Leipziger Eh- renbürger Erich Loest seine Erlebnisse als Soldat der Wehrmacht, Journalist der Leip- ziger Volkszeitung, systemkritischer Häftling in Bautzen und unbequemer Schriftsteller im wiedervereinten Deutschland mit den Lebenswegen seiner Romanhelden. Im Lite- raturhaus spricht Johannes Heisig mit Tho- mas Loest über dessen Verhältnis zum Vater und die gemeinsame verlegerische Arbeit. Bernd-Lutz Lange und Clemens Meyer er- innern sich an den langjährigen Freund und Kollegen und lesen aus Loests Texten. Ein Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe »100 Jahre Erich Loest« (s. S. 56). AHu ■ 23.2., 19.30 Uhr, Haus des Buches R E N T U E B R E H T N Ü G : O T O F THEATER »Ich summe, um das Bersten zu übertönen« Crash, boom, bang: Die Forward Dance Company tanzt das Leben in der Verlet- zung. Die Mixed-abled-Gruppe des Lofft kümmert sich um die Reparatur der Welt und fragt, wie es so hat kommen können mit der verunfallten Gegenwart. Regie führt Elsa Artmann, zuvor tanzend von der Bühne bekannt. Filmische Mittel wer- den auf die Körperbewegungen übertragen, während die Tanzenden versuchen, sich in Ruinen einzurichten (s. S. 50). tpr ■ 27./28.2., Lofft F O T O : I P E T R O B E R T O R A THEATER Scena Italia Ja, das läuft am selben Wochenende wie der andere Theater-Tipp. Der Februar ist halt kurz. Die Scena Italia präsentiert erneut inspirierende Positionen der zeitgenössi- schen italienischen Tanz-Performance-Sze- ne. Dazu zeigen die gefeierten Kompanien Dewey Dell und Panzetti/Ticconi Aktuel- les – darunter eine Deutschlandpremiere: »Echo Dance of Furies« spürt der Sym- bolkraft anatomischer Votivgaben aus der Antike nach. Hoffentlich bleiben die Vasen heil. tpr ■ 27./28.2., Schaubühne Lindenfels TIPPS DES MONATS F O T O : I I B B L O T H E C A A L B E R T N A I KUNST »Masken des Widerstands« In der Reihe »Ein-Blick« der Universitätsbi- bliothek präsentiert das Tanzarchiv Leipzig, das sich im Bestand der Albertina befindet, Tanzmasken. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Artefakte, sondern die von der Choreografie »Unter den Brücken von Paris« aus dem Jahr 1931 von Jean Weidt (1904–1988). Der Autodidakt entwickelte Agitprop-Stücke, erst in seiner Geburts- stadt Hamburg, später bei Erwin Piscator in Berlin. Unmittelbar nach der sogenann- ten Machtergreifung 1933 überfiel die SA Weidts Atelier und zerstörte dort alle Mas- ken. Weidt emigrierte, kehrte nach 1945 zurück und leitete erst das Dramatische Ballett an der Volksbühne Berlin, später die Gruppe Junge Tänzer an der Komischen Oper. bsC ■ ab 6.2., Albertina, Ausstellungsraum F O T O : I P R V A T KUNST Rundgang der HGB Von Donnerstag- bis Sonntagabend öffnet die Hochschule für Grafik und Buchkunst fast alle Türen des Hauses in der Wächter- straße für die Gäste, die sich die Arbeiten aller Fachbereiche von Buchkunst/Gra- fik-Design und Fotografie über die Malerei bis zur Medienkunst des letzten Jahres an- schauen wollen. In der Galerie präsentieren sich die Gewinnerinnen und Gewinner des Studienpreises 2025/26. bsC ■ 12.–15.2., Hochschule für Grafik und Buchkunst KREUZER 0226 7