TIPPS DES MONATS FILM Retrospektive Atom Egoyan & Female Voices Mit drei Hauptpreisen beim Filmfesti- val in Cannes, zwei Oscar-Nominierun- gen und vielen weiteren Preisen ist Atom Egoyan international gefeiert worden. Die Schaubühne Lindenfels widmet dem kana- disch-armenischen Regisseur nun eine Re- trospektive. Neben frühen Arbeiten ist auch sein Meisterwerk »Ararat« über die Erinne- rung an den Völkermord an den Armeniern zu sehen. Ergänzend gibt es mit der Reihe »Female Voices« eine Auswahl von weibli- chen Stimmen des aktuellen armenischen Kinos, die im April fortgesetzt wird. Ltu ■ ab 1.3., Schaubühne Lindenfels F O T O : F O T O : F R E D O D E D E KONZERT Fritzi Ernst Unter dem Namen Schnipo Schranke sang Fritzi Ernst zusammen mit Kollegin Dani- ela Reis einst schräg-humorige Pop-Stücke über Körperflüssigkeiten und Psychosen. 2019 löste sich das Duo zwar auf, Fritzi Ernst singt aber zum Glück immer noch. Mit ihrem Solo-Projekt, musikalisch wie textlich gereift, darf man sich auf eigen- sinnige Pop-Chansons über »Introvert Memes«, Social Awkwardness und eine ge- sunde Verweigerungshaltung freuen. YAC ■ 11.3., 20 Uhr, Neues Schauspiel Leipzig F O T O : L A U R A K A H L E R T I M K O L A J S Y G U D A CLUBBING Dominik Eulberg »Hirsche im Nebel«, »Fichtenwald« oder »Der Hecht im Karpfenteich« – der DJ und Produzent Dominik Eulberg gilt nicht um- sonst als Erfinder des Öko-Techno. Die Tracks des studierten Ökologen zeichnen sich dabei nicht nur durch ihre naturver- bundenen Titel, sondern vor allem durch die exzessive Verwendung von Tier- und Na- turgeräuschen aus. Musikalischen Support gibt es am Abend von Matrixxman, Filburt und Lea Jessen. YAC ■ 28.3., 21 Uhr, Distillery KONZERT Kabeaushé Der kenianische Künstler mit der Prinz-Ei- senherz-Frisur gehört sicherlich zum Aufregendsten, was zeitgenössischer Pop gerade zu bieten hat. Kabeaushé dabei in eine schnöde Genre-Schublade packen zu wollen, ist allerdings ein absolut vergeb- liches Unterfangen. Experimenteller Pop, Industrial-Rap, Funk, Glitchy Electroni- ca, französischer Barock und Gospel-Ein- lagen werden hier zu einem aberwitzigen Sound-Cocktail vermengt und mit furioser Bühnen-Performance dargeboten. YAC ■ 7.3., 20 Uhr, UT Connewitz F O T O : M D R / K A U P O K K K A S I O K N E Z U L A L A T A N I : O T O F KONZERT Tacheles Im Rahmen des sächsischen Jahres der jüdischen Kultur lädt der MDR zum Kam- merkonzert ein: Erwin Schulhoffs (1894– 1942) lustvoll-tänzerisches Concertino für Flöte, Viola und Kontrabass (WV 75) be- rauscht. Sofia Gubaidulinas (1931–2025) zehn Präludien für Violoncello entlocken dem Soloinstrument eine eigene Stimme, es flirrt, säuselt, reibt. Obendrein spielen die Mitglieder des MDR-Sinfonieorches- ters, des MDR-Rundfunkchores und Heiko Reintzsch am Klavier Lieder des gebürtigen Ukrainers Leonid Desyatnikov (*1955) und Stücke von Kurt Weill (1900–1950). CHE ■ 6.3., 18 Uhr, MDR-Studio am Augustusplatz FILM Balkan Film Week Im März bringt das UT Connewitz gemein- sam mit dem Netzwerk Traduki Kino aus der Balkanregion nach Leipzig, das sonst eher selten den Weg auf die Leinwände fin- det. An vier Tagen gibt es sieben Lang- und vier Kurzfilme unter anderem aus Rumäni- en, Bulgarien, Slowenien und dem Kosovo zu sehen. In diesem Jahr ist die Auswahl an aktuellen Essay-, Spiel- und Dokumentar- filmen fest verbunden mit der Buchmesse und deren Fokus auf die Donauregion. Ltu ■ 9.–12.3., UT Connewitz F O T O : S A L Z G E B E R 6 KREUZER 0326