F O T O : P E S C H , C A R N A I LITERATUR Balagan − Jüdische Stimmen der Gegenwart« mit Iryna Fingerova autobiografische Züge« würde »Viele ihr dritter Roman »Zugwind« tragen, so Iryna Fingerova in einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen. Fingerova, gebo- ren und aufgewachsen in einer jüdischen Familie in Odessa, lebt und arbeitet heu- te als Ärztin, Journalistin und Schriftstel- lerin in Dresden. Doch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine lässt ihr Leben nicht unberührt, wie auch das ihrer Prota- gonistin Mira Zehmann nicht. Die Hausärz- tin wird im Roman Anlaufstelle für ukrai- nische Patienten, die bei ihr Heilung und Trost suchen. Beides braucht auch Mira und nur die Rückkehr nach Odessa scheint die Antwort zu sein. ■ 13.5., 19 Uhr, Neues Schauspiel Leipzig F O T O : S C H Ö L E R , R E B E C C A L U S E I D L A R A H , D L A W S U A H : O T O F Zwölf 31 Die Veanstaltunstipps im Mai LITERATUR Lara Rüter, »Affenliebe« Jahrelang arbeitete die in Leipzig lebende Lyrikerin Lara Rüter in einem Institut für Primatenforschung. Der Alltag mit den Menschenaffen, ihr vertrautes und doch fremdes Verhalten faszinierten sie. Aus ihren Beobachtungen ist ein Essay entstan- den, der Gedichtzitate, Wissenschafts- fragen und Momente am Gehege mit dem Erzählen vom eigenen Ich verknüpft. Im- mer wieder drängt sich die Frage auf: Wie fühlt es sich an, Mensch zu sein? Und was passiert, wenn Mensch und Tier sich im Alltag annähern und eine gemeinsame Sprache entwickeln (müssen)? ■ 18.5., 19.30 Uhr, Haus des Buches, Literaturcafé F O T O : R Ü T E R , L A R A THEATER Nach der Bahn die Wende Ab ins Schreberbad! Bei Pommes Schranke gibts was auf die Ohren. Welche Unterschie- de existieren noch in der deutsch-deutschen Badegesellschaft? Wer muss vom Becken- rand springen, weil die Startblöcke für ihn blockiert sind? Das Studio Duo Urbanistan hat an mehreren Orten Badegäste befragt. Ihre Recherchen haben sie zum Frotteetuch aus O-Tönen verwebt. Zusammen mit Per- formern taucht das Publikum hinab ins so- ziale Bassin. Wer will, kann hinterher noch eine Runde plantschen. ■ 12.–15.5., Schreberbad F O T O : S C H N E D E R I , A N J A THEATER Sieben Brücken »Mehr als Kohle«, ihr Projekt zu den Resten das Braunkohleabbaus, schließt Irina Pauls nun ab. Dreißig Jahre kehrte die Choreogra- fin immer wieder in den Südraum zurück, der sich stark verändert hat. Wo wüste Lö- cher klafften, sind neue Heimaten entstan- den und Naherholungsoasen. Es geht in der Produktion um die Gemeinsamkeit, die Tanz stiftet, um Bewegungen in der Gruppe. Was ist das Verbindende, wie entsteht es und wie können wir es aufrechterhalten? ■ 29./30.5., 20 Uhr, 31.5., 18 Uhr, Lofft TIPPS DES MONATS G R A F K I : K U S T O D E I KUNST Athena und ihre Töchter Wer das Neue Augusteum betritt, sieht nur Männer: als gemalte Porträts oder als Büsten. Mit der Ausstellung »Athena und ihre Töchter« rückt die Kustodie Frauen in den Mittelpunkt, die an der Universität wirkten. Im Gegensatz zu den weiblichen Allegorien, die sich an der historischen Fas- sade und im Innenraum fanden, durften Frauen erst ab 1906 hier studieren. Frauen als Stifterinnen wirkten bereits früher. Die Ausstellung stellt sie wie auch Künstlerin- nen und Studierende vor. ■ bis 11.7., Galerie im Neuen Augusteum KUNST Voll der Osten. Leben in der DDR Ruinen, Hooligans, spielende Kinder – Harald Hauswald dokumentierte seit Mit- te der 1970er Jahre das Leben in der DDR. In der von der Bundesstiftung Aufarbei- tung und Ostkreuz – Agentur der Fotogra- fen – organisierten Ausstellung »Voll der Osten. Leben in der DDR« treffen seine Auf- nahmen auf Texte des Historikers Stefan Wolle. Hauswald, geboren 1954 in Radebeul, geht nach seiner Fotografenausbildung 1977 nach Ostberlin, Prenzlauer Berg, arbeitet als Telegrammbote, gründet nach 1989 die Bild- agentur Ostkreuz mit. ■ bis 30.6., Stasi-Unterlagen-Archiv KREUZER 7